362 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1905.
die verschiedenen zu lösenden Aufgaben nicht vergleichen, Schon aus diesem
Grunde, vor allem aber wegen der größeren Einfachheit der Ablesemethode
verdienen die Azimutdiagramme nach Art der Plattkarte den Vorzug. Die
meisten Aufgaben sind ohne jedes Hilfsmittel einfach dadurch zu lösen, daß
man an einem durch die gegebenen Größen mittelbar gegebenen Punkte dessen
Koordinaten (x y) abliest und dann in dem Punkte (x +, y), wo c ebenfalls
gegeben ist, die gesuchten Größen angeschrieben findet. Da hierbei ein Ausmessen
nicht stattfindet, so ist man vom Verkrümmen oder Verziehen des
Diagramms ganz unabhängig und kann dies, in beliebig viele Blätter zerschnitten,
in einem passenden Maßstab für jede geforderte Genauigkeit herstellen.
Wollte man z. B. eine Bogenminute °/, mm groß haben, so würde
das darzustellende Achtel der Kugel ein Quadrat von 4.05 m Seitenlänge werden,
das als Atlas von 216 Seiten = 108 Blättern in Rechtecken von 5° X 7.5° mit
Rand ein Format 26 x 39 em haben würde, Als orientierendes Blatt würde
ihm das hier gegebene Diagramm in doppelter Größe 1° = 2 mm voranzustellen
sein, auf dem Aufgaben, bei denen geringere Genauigkeit verlangt
wird, unmittelbar gelöst werden können, Die untere Hälfte des beigefügten
Diagramms gibt ein Bild des Atlas, in dem nur ein Achtel der Kugel dargestellt
zu sein braucht, da die übrigen Achtel nur symmetrische Wiederholungen
dieser Figur bilden würden. Allerdings müssen die Stundenkreise
bzw. Meridiane (punktierte Kurven), weil Az und t von 0° bis 180° laufen,
doppelte Bezeichnung tragen, nämlich t und (180 —t); die letzteren Zahlen
sind eingeklammert (Skale unten).
Welcher von beiden Werten gilt, ist stets leicht zu entscheiden, Ebenso
muß die Koordinate x aufwärts von 0’ bis 90” und dann wieder abwärts von
90° bis 180° laufen; y ist dagegen immer <<90”, im Atlas sowohl wie im
Diagramm. Im Diagramm, das ein Viertel der Kugel darstellt, läuft x von 0
bis 180- von unten nach oben (Skale rechts), y von 0° bis 90° von links nach
rechts (Skale unten); h und 6 liegen stets zwischen 0° und 90-7 (Skale links),
Az und t gehen von 0° bis 180° (Skale unten 0° bis 90°; Skale oben 90” bis
180°). Die eingeklammerten Zahlen gelten nur für den ‚Atlas. Die Einteilung
des Atlas in Blätter ist durch die Abschnitte I bis XII, jeder zu 7,5-), auf der
Abszisse durch die Abschnitte 5 bis 90 (jeder zu 5), auf der Ordinate rechts
gekennzeichnet.
Auch Fave und Rollet de l’Isle schlagen bereits ein Zerschneiden ihres
Diagramms, allerdings nur in zwei Blätter, vor, und Littlehales plant die Ausführung
eines entsprechenden Atlas unter Zugrundelegung der stereographischen
Projektion. Dieser Atlas mußte also neben dem Netz der stereographischen
Äquatorialprojektion ein System konzentrischer Kreise und ihrer
Radien enthalten, als Bild der Höhen und Azimutkreise des Ostpunkts M. Da
dies letztere System in unserem Atlas einfach ein gewöhnliches Millimeterpapiernetz
sein kann, ist die Ausführung dieses Atlas und insbesondere auch
seine Blatteinteilung und damit das Aufsuchen der jeweils zu hrauchenden Seite
in unserem Atlas merklich einfacher.
VI. Auflösung der einzelnen Poldreiecks-Aufgaben mit dem
Plattkartendiagramm.
Im folgenden sollen die einzelnen Aufgaben des Poldreiecks und ihre
Lösungsmethoden mit dem Plattkartendiagramm kurz zusammengestellt werden
unter Berücksichtigung, ob sie auch mit großer Genauigkeit im Atlas oder
nur auf einem unzerschnittenen Diagramm auflösbar sind. Die Aufgaben
1, 3, 7 und 10 findet man auch bei Fav€ und Rollet de 1’Isle, 10 in anderer,
etwas umständlicherer Auflösung. Der Umstand, daß das Diagramm bei uns
statt eines Achtels ein Viertel des Himmels umfaßt, erleichtert die Ausführung
mancher Aufgaben.
Aufgabe 1. Gegeben: @ öt; gesucht: Az und h. (Atlas.)
ö gelte immer als positiv, g# als positiv, wenn es gleichnamig mit 6 ist, als
negativ. wenn es ungleichnamieg mit d ist. Man suche den Punkt S (ö, 1) —t punk-