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Full text: 58, 1938

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte usw. — 58. Band, Nr. 5 
für die Weststationen den schroffen Übergang vom Winterregime zum Sommer in der plötzlich abnehmenden 
Anzahl der Gewittertage vom März zum April, während der Oktober mit seiner an allen Stationen ausgeprägten 
Häufung an Gewittertagen als Wintermonat auf den Azoren gekennzeichnet ist. Es zeigt demnach auch die Ge 
witterverteilung die Berechtigung der eingangs erwähnten Wahl der Halbjahreseinteilung und den Unterschied 
zwischen dem Ost- und Westteil der Azoren. An allen Stationen fällt ferner das schroff hervortretende sekundäre 
Minimum im November auf, während der Rückgang der Gewitterhäufigkeit im Februar auf die westlichen Stationen 
beschränkt ist. Die Häufigkeit beobachteter Erscheinungen unterliegt im allgemeinen persönlichen Fehlern der Be 
obachter, ein Übelstand, der beispielsweise die Bearbeitung der Nebelverhältnisse auf den Azoren aus dem Material 
vor 1931 unmöglich machte. Bei Gewitterbeobachtungen hängt das Resultat aber weniger vom persönlichen Urteil 
des Beobachters als von der Eignung der Lage der Station für derartige Beobachtungen ab. Von diesem Gesichts 
punkte aus beruht es wohl nicht auf Zufälligkeit, daß das Nachlassen der Gewitterhäufigkeit im Februar und die 
unmittelbar darauffolgende rasche Zunahme derselben, die beide bei den Weststationen so ausgeprägt sind, auf den 
östlicher gelegenen Stationen nicht in Erscheinung treten. Ponta Delgada zeigt vielmehr vom Januar zum Februar 
eine geringe Zunahme der Gewitterhäufigkeit und Angra eine Abnahme vom Februar zum März. Es kommt damit 
auch bei der Gewitterhäufigkeit auf den Azoren wieder der Unterschied zwischen dem Westen und dem Osten der 
Inselgruppe zum Ausdruck. Für das Wettergeschehen in Ponta Delgada und Angra im Ostteil der Azoren ist die 
herbstliche Zyklonentätigkeit im Raume Madeira—Azoren einerseits und die winterliche im Raume Azoren—Fest 
land andererseits das Ausschlaggebende, während der Westteil der Inselgruppe mehr demjenigen Wettergeschehen 
ausgesetzt ist, das dem mittleren Nordatlantischen Ozean dieser Breiten eigen ist. 
c) Verteilung der Gewitter im Seeraum der Azoren. 
Auf die Frage, wie es sich mit der Gewittertätigkeit auf dem Meeresraume um die Azoren herum verhält, 
gibt die schon erwähnte Arbeit von Koppen (17) über die jährliche und räumliche Verteilung der Gewitter auf 
dem Nordatlantischen Ozean Auskunft. Es dürfen die Schiffsbeobachtungen mit der Zahl der Beobachtungen auf 
einer ständigen Station nicht verglichen werden, da die Schiffsbeobachtungen Stichproben aus verschiedenen Jahr 
gängen und Wetterlagen sind. In den zwei folgenden Zahlenreihen sind nach Koppen die Zahlen (n) der ersten 
Reihe der Hundertsatz von Schiffswachen mit Donner und Blitz von der Gesamtzahl von Beobachtungswachen (z), 
die als Maßstab für die Verläßlichkeit der Prozentzahlen in der zweiten Reihe mitgeteilt sind. Die Zahlen gelten 
für den Raum 20°—30° w. L. und 35°—40° n. B. 
Zahlentafel 44. 
35 0 — 40 0 N. Br. 
20 0 — 30 0 W. Lg. 
I 
II 
III 
IV 
V 
VI 
VII 
VIII 
IX 
X 
XI 
XII 
n 
1.6 
2.4 
3.2 
0.7 
0.3 
0.0 
0.0 
0.6 
0.8 
1.5 
2.2 
0.7 
z 
H 
CO 
iß 
618 
619 
440 
334 
281 
188 
156 
371 
333 
590 
593 
Diese monatliche Verteilung der Gewitter auf dem Ozean im Azorenraum zeigt ebenso wie die auf den Inseln 
selbst den schroffen Übergang vom März zum April und die stark ausgeprägte Zunahme von Gewittern vom Septem 
ber zum Oktober. Das absolute Minimum der Gewitterhäufigkeit fällt auf Juni und Juli, eine Häufung an Gewittern 
ist im März und November zu erkennen. Gemeinsam mit den Inselbeobachtungen ist ferner das erhebliche Über 
wiegen von Gewittern in den Wintermonaten gegenüber der Gewitterarmut in den Sommermonaten. Wärmegewitter 
scheinen demnach ebenfalls fast ganz zu fehlen, die vorkommenden Gewitter sind größtenteils an Tiefausläufer ge 
bunden. Der Rückgang der Gewitterhäufigkeit im Februar und November, der eine Eigentümlichkeit der westlichen 
Inseln darstellt, kommt in dem betrachteten Seeraum nicht zum Ausdruck. Der Gang der Gewitterhäufigkeit hier 
gleicht vielmehr ganz dem von Ponta Delgada, das ja auch im Schwerpunkt des betrachteten Seeraumes liegt, der 
die Azoren-Westgruppe nicht mehr mitumfaßt.
	        
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