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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte und des Marineobservatoriums — 57. Band, Nr. 7
Man sieht aus diesen Beobachtungen die F-Passage deutlich und ebenso kann man den Wechsel der Luft
masse erkennen. Der Wind bleibt zunächst noch schwach, erst nach geraumer Zeit nimmt die Geschwindigkeit
zu. Sehr schön kommt die Wetterverschlechterung zum Ausdruck. Das ScLauerwetter wird so lange beobachtet,
wie das Schiff in F-Nähe bleibt. Auf der Ostseite kommt die KM vor den. Westindischen Inseln zum Stillstand
und die F geht in Diffusion über. Auf der Westseite bleibt es bei aktivem. Vorstoß der KM. Schließlich ver
einigen sich die KM der West- und Ostseite und bedecken den ganzen Raum des Karibischen Meeres, des Golfes
und des Atlantischen Ozeans. Die Ausbreitung wird am besten wiedergegeLen durch das Drucksteiggebiet vom
18. Nur im Südwesten bei Colon deuten die verschiedenen WiUerungser scheinungen auf den aktiven Fort
bestand der Kaltluft. Am 20. ist der Zerfall der KM ganz offensichtlich, -wie die Isallobarenkarte — und wie
schon erläutert — darlegt.
Das behandelte Beispiel zeigt Erscheinungen, wie wir sie bereits kennengelemt haben. Nur in der Höhe ist
die Kaltluft nicht so wirkungsvoll, was als die Folge der geringen Mächtigkeit im Osten angesehen wird. Im
Westen ist die Kaltluft ungleich länger aktiv.
G. Lage der Fronten am 27. November 1932, 12.00 MGZ und den folgenden Tagen.
Aus den Karten (Tafeln VI Fig. 10—12, VII, Fig. 1—3) ersehen wir eine Staffelung der KM. Die erste F
liegt im Westen nahe der Panamakanalzone und reicht dann weiter nach Westindien hinüber, wo sie gerade vor
Haiti liegt und schließlich weiter nordwärts in ein Tief mündet. Die zweite F hat sich bis nach Tampa heran
geschoben und mündet ebenfalls in das Tief, welches bei Bermuda liegt. Eine ähnliche Situation hat M. Bode
wald (24) vorgefunden. Hinter der F beginnt der Druck überall zu steigen. Der nächste Tag zeigt aktiven Vor
stoß der KM nach Südosten hin. Am 29. ist besonders auf die erste F zu achten. Ihre Lage ist gegeben durch die
Linie Colon, Sto. Domingo und weiter nach NNE. Am nächsten Tage ist die Existenz der F im Meeresniveau nicht
mehr anzugeben. Es zeigt sich eine gleiche Entwicklung wie Anfang Oktober. Sie dürfte am 30. ihre Lage in der
Nähe von Barbados haben. Nordwärts von hier zeigt sich Druckanstieg. Am 1. Dezember tritt stcu auf und das
gesamte Wolkensystem zeigt sich als von der KM beeinflußt. In den Karten ist die KM in der Höhe an ihrer
Vorderseite durch eine gestrichelte F gekennzeichnet. Das Beispiel selbst bietet in der Analyse nichts Neues.
H. Die Lage der F am 9. März 1931, 12.00 MGZ und an den folgenden Tagen.
(Tafeln VII Fig. 4—13, VIII Fig. 1^4.)
Auf der Rückseite einer von den Aleuten herüberkommenden Zyklone ist KM sehr weit nach Süden vor
gestoßen. Gleichzeitig baut sich ein Hoch von 1030 mb auf. — Es wird hauptsächlich das Drucksteiggebiet auf
der Rückseite der F verfolgt. Wagemann (39) hat bewiesen, daß, wenn im Bereiche einer Isallobarenkarte KM liegt,
sie ein „latentes“ Steiggebiet ausbildet, welches vorher an einer anderen Stelle der Karte nicht zu erkennen war.
Dieses Ergebnis deckt sich mit unseren Erfahrungen und seine Anwendung kann auch für den vorliegenden Fall
vorgenommen werden.
Die F liegt im Westen bei Almirante und schwingt sich über das Karibische Meer nach Westindien, west
lich an Haiti vorbei, weiter in nahezu nördlicher Richtung fast parallel dem 70. Längengrad. Am 10. stößt sie
weiter nach SE vor und erreicht im Westen bereits die Küste von Columbien. Die Druckänderungskarte zeigt
zwei voneinander unabhängige Steiggebiete. Das westliche, hinter der F gelegene, gehört zur KM, während das
östliche zum Vorstoß des Suptropenhochkeils gehört. Vor der F im Raume von Trinidad und Curasao findet
man Druckfall. San Juan unmittelbar vor der Front hat ast, der in Nordrichtung zieht. Am 11. tritt bei drei
viertel Bedeckung stcu auf, SW ziehend. Der Bodenwind frischt auf. Die Windrichtung steht aber nicht senk
recht zur F, sondern geht rückläufig. Das erschwert die Festlegung der F. Erneut bestätigt sich, daß die F in
der Nähe von San Juan zumeist vom Boden verschwindet. Der weitere Nachweis der Kaltluft kann nur mit
Hilfe der indirekten Aerologie und durch die Steiggebiete geführt werden. Am 11. tritt die Aufrollung des Sub
tropenhochkeils ein und damit verbunden beginnt die Auswechslung der M in letzterem. Nach schwachem
Druckfall bei Durchzug der F beginnt in San Juan der Druck zu steigen. Das Drucksteiggebiet kommt von
Westen und bewegt sich zunächst noch frontparallel. In der Karte wäre die Projektion der hochgelegenen F
am 11. bei St. Martin zu ziehen und von hier etwa weiter nach Curagao. Für den Nachweis der KM in der Höhe
mit indirekter Aerologie wird die Entwicklung über den Kleinen Antillen am 12. sehr günstig. Das Steiggebiet
dringt am 12. weiter nach Osten und teilweise auch nach Süden vor. Die KM hat sich innerhalb der letzten