accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: 57, 1937

Heinz Externbrink: Kaltlufteinbrüche in die Tropen 
17 
F. Zur Aerologie. 
1. Mächtigkeit der KM (Tafel IX, Fig. 1). 
Zur Bearbeitung steht das gleiche Material zur Verfiigung wie im vorigen Abschnitt. 
Der Flugzeugaufstieg von Pensacola am 12. Oktober 1932, 11.55 MGZ, liefert die Erkenntnis, daß eine Un 
stetigkeit zwischen 419 und 932 m vorhanden ist. In dieser Schicht nimmt die äquipotentielle Temperatur zu 
von 24° auf 44°. Hier vollzieht sich der Übergang der unteren KM an die darüber liegende M anderer Art. Aus 
diesem Grunde wird die Mächtigkeit zu rund 900 m angesetzt. Ähnlich flach vollzieht sich der KM-Einbruch in 
Atlanta, wo sich die Mächtigkeit zu 1000 m ergibt. Der Pilot von Brownsville am 12., 11.30 MGZ., zeigt in 
1500 m SW und derjenige von 23.30 MGZ. in 3000 m eine Drehung von NNE auf SE. Am 14. ist in Corpus 
Christi der Wolkenzug gemessen, und zwar zieht ast von S nach N. Bei Jacksonville zeigt die Pilotbeobachtung 
vom 12. in allen Terminen eine Winddrehung von NNW auf WSW in 750 m Höhe und erst am 13. nimmt die 
Mächtigkeit zu. Am 12. ist demnach die Höhenlage der KM für: 
Brownsville .... 3000 m 
Pensacola .... 900 m 
Atlanta 1000 m 
Jacksonville . . . . 700 m 
Für den 13. findet man in Pensacola und Atlanta Maximalhöhen von 1200 bzw. 1300 m. 
2. Ausbreitung und Alterung der KM. 
Aus der Kartenanalyse ergibt sich die Notwendigkeit, den gesamten Einbruch in zwei Teilen zu behan 
deln. Wie die Wetterkarten im einzelnen erkennen lassen, handelt es sich um: 
1. Eine Bewegung der KM, die zunächst hauptsächlich auf der Ostseite zu beachten ist, und 
2. um den Hauptstoß, der sich erst später wirksam durchsetzt und im wesentlichen auf der Westseite vor 
sich geht. Von Westen kommend, tritt eine Umfassung von WM ein. 
Die Berechnung des Flugzeugaufstieges von Pensacola und Atlanta liefert das Ergebnis, daß die Druck 
anstiege durch die KM erzeugt sind (Atlanta 900-mb-Fläche am 11. 1015 und am 12. 1012 gdm). Wegen der 
auftretenden Störung ist die Isallobarenkarte nicht so klar, weil sie auf der Rückseite das Steiggebiet der Kalt- 
luftadvektion überlagert. Da die KM über Florida nicht sehr mächtig ist (Pilot von Jacksonville), können auch 
die erzeugten Druckanstiege nicht sehr groß sein, trotz starken — allerdings nur kurzen — Temper aturrück- 
ganges. Die Situation am 16. ist für eine Untersuchung auf der Westseite am günstigsten. Die Front verläuft 
von Port Eads, nach Osten ausgebuchtet, südwärts an der Küste Zentralamerikas vorbei. Payo Obispo meldet 
Gewitter und zeigt in allen drei Temperaturwerten eine Beeinflussung durch KM. 
16. Oktober, 12.00 MGZ. 
Min-T. 
. . 26 
—1 
Max.-T. . 
. . 29 
0 
Beob.-T. 
. . 26 
—2 
Winddrohung von ESE auf SW, Niederschlag 4 mm. 
Colon ist von der F noch nicht erreicht. Die Uinien gleicher Schauertätigkeit (Tafel II Fig. 2) fallen nahe 
zu mit der F-Lage zusammen, was auch in den folgenden Tagen zutrifft. Am 18. kann man annehmen, daß die 
Druckanstiege über der Karibischen See allein mit der KM in Beziehung stehen. Bei den Westindischen Inseln 
wird die F durchbrochen. 
Die Gesamtverteilung der KM möge nun noch erläutert werden. 
Sckififsheobachtungen bei der Frontpassage am 15. und 16. Oktober. 
MGZ. 
DD 
F 
ww 
c L 
Cm C h 
и 
LL 
15. 10. 32: 
06.00 
E 
1 
02 
CU 
14 
58 
12.00 
E 
1 
02 
cu, stcu 
15 
57 
18.00 
N 
1 
02 
stcu 
acu ci 
16 
56 
16. 10. 32: 
00.00 
N 
1 
02 
cuni 
acu 
17 
55 
06.00 
ENE 
2 
Schauer 
cuni 
18 
54 
12.00 
NE 
3 
Schauer 
cuni 
19 
53 
18.00 
NE 
3 
Schauer 
cuni 
20 
52
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.