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Full text: 57, 1937

Heinz Externbrink: Kaltlufteinbrüche in die Tropen 
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Die Alterung wird am 9. eindrucksvoll auf dem Ozean veranschaulicht, wo es zur Sprengung des Druck 
steiggebietes über der Sargassosee gekommen ist. Ein Teil desselben liegt nun mit schwacher Intensität vor dem 
Inselgebiet. 
Am 10. ist nach Brownsville nochmals kühlere Luft herangeführt worden, die die WM verhindert, auf 
den Boden zu gelangen. In Galveston ist ihr das gelungen. Hier kommt es zu Nebel- und st-Bildung. Bei Plo. 
Plata tritt die F wieder in Erscheinung. San Juan ist aber im Meeresniveau noch immer unbeeinflußt von KM. 
Im Gegenteil scheint sich hier sogar WM auszubreiten. — Durch die Entstehung der Frontalzyklone wird die 
Existenz der KM unterstrichen. Die Intensität dieses Tiefs dürfte sich aus der vorhandenen Labilitätsenergie 
ergeben. 
Die Druckanstiege im Raume der Westindischen Inseln und des angrenzenden Atlantik müssen noch ge 
klärt werden. 
Bereits am 8. war auf die Druckanstiege über den Inseln hingewiesen worden. Am 9. fällt der Druck sehr 
wenig (lmb), ist am 10. fast konstant und beginnt am 11. und 12. erneut über größerer Fläche zu steigen. Am 
13. nimmt die Größe des Anstiegbetrages ab und am 14. setzt Druckfall ein im Raume der meldenden Stationen. 
Die Temperaturen im Meeresniveau lassen nichts erkennen. Selbst dort, wo die F zu zeichnen ist, zeigt sich 
keine Übereinstimmung zwischen F und Drucksteiggebiet. Die rückwärtige Verlagerung der Schleifzone — also 
der F — in die KM hinein (Diffusion der Front) gibt zuerst zu denken, da hier kein aktiver Vorstoß von WM 
unternommen wird. 
Am 11. tritt in San Juan ast auf, der in N-Richtung zieht. Nach Analyse der Bodenkarte möchte ich die 
ast-Bildung zurückführen auf erzwungene Hebung von WM durch KM in der Höhe. Am Boden in San Juan 
breitet sich WM aus. Die Diffusion der F zeigt an, daß mindestens an diesen Stellen die KM in Umwandlung 
begriffen bzw. durchgeführt worden ist. Die Frage nach der Art der M im Meeresniveau wird daher an Be 
deutung eingeschränkt, zumal auch der Druck weiter steigt. Die Vorgänge in der freien Atmosphäre (indirekte 
Aerologie) drängen nach der Entscheidung, eine advektive Veränderung in der Höhe zu suchen, d. h. es muß 
sich zwischen WM unten und oben eine Schicht eingeschoben haben, die durch Hebung der darüber liegenden 
den ast erzeugt. Die Beobachtungen am 12. in San Juan zeigen die Vermutung in wünschenswerter Deutlichkeit. 
Bodenwindrichtung = S, 2; ww = 62; Cl = 8; Bedeckung 10/10. 
Die Bodenwindrichtung hat sich nicht verändert, dagegen spricht sich die Bewölkung (große cu mit stcu) für die 
Existenz einer Schichtgrenze in der Höhe aus. Nach der Klassifikation von Bergeron (1) ist gewöhnlicher groß- 
tropfiger Regen ein F-Merkinal und daher in Verbindung mit KM zu bringen. Die Wolkenmeldung ist ein Kom 
promiß, auf den wir noch zu sprechen kommen. Am 13. wird ebenfalls stcu beobachtet, und zwar diesmal mit 
Wolkenzugmessung, er zieht nach SW. Darüber liegt acu, der nach N zieht. Damit wird die oben angegebene Schich 
tung deutlich unterstrichen. In diesem Zusammenhang werden dann auch die Druckanstiege verständlich, welche 
unsere Aufmerksamkeit auf besondere Vorgänge in der Atmosphäre gelenkt haben. Während im Meeresniveau 
die KM zerfällt, vermag sie sich in der Höhe zu behaupten, und zwar in einem Umfange, der sich als wetter 
wirksam herausstellt. 
Man sieht aus den Karten, daß die KM bis weit in die Tropen hinein vordringt. Die erzeugten Schauer 
und Regenfälle lassen sich im Rahmen der KM-Ausbreitung in der Höhe gut erklären. 
Es ist gezeigt worden, daß die Mächtigkeit des KM-Einbruches nicht sehr groß ist. Im vorderen KM-Teil 
zeigt sich starke Konvektion mit cuni- und Schauerentwicklung. Weiter in die KM hinein tritt Schichtbewölkung 
auf (stcu, ast). Die Flugzeugaufstiege von Pensacola zeigen eine ausgeprägte Inversion als obere Begrenzung der 
KM. Bis zu einem gewissen Grade ist die F gut zu unterscheiden und zu verfolgen und bis dahin ist auch die 
Lebensgeschichte der KM durch Analyse aus der Bodenwetterkarte abzuleiten. An verschiedenen Stellen geht 
die F schließlich in Diffusion über und verschwindet aus der Karte. Trotzdem zeigen sich weiter Einbruchs 
erscheinungen und selbst das Drucksteiggebiet, obwohl abgeschwächt, wandert noch weiter. Das wird auf die 
fortdauernde Existenz der KM in der Höhe zurückgeführt, deren angenäherte Begrenzung das Steiggebiet bildet. 
Mit Hilfe der indirekten Aerologie läßt sich die fehlende F-Schablone im Meeresniveau ersetzen. 
D. Die Lage der F am 10. Oktober 1932, 12.00 MGZ. (Tafeln I, III Fig. 9, IV Fig. 3 und 6). 
Am 10. stellte sich auf dem Kontinent eine ähnliche Situation her wie am 4. Oktober. Auch am 10. kann 
die Trennungsfläche zwischen beiden M als vollzogen angesehen werden. Gegen den 11. hin wandert die Zy 
klone nordostwärts, während die F sich gegen den Golf verschiebt. Vor der F lagert diesmal keine reine Tropik- 
luft, sondern stark gealterte KM (Np c ) mit WM-Charakter in bezug auf die ankommende Kaltluft.
	        
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