Heinz Externbrink: Kaltlufteinbrüche in die Tropen
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Die Alterung wird am 9. eindrucksvoll auf dem Ozean veranschaulicht, wo es zur Sprengung des Druck
steiggebietes über der Sargassosee gekommen ist. Ein Teil desselben liegt nun mit schwacher Intensität vor dem
Inselgebiet.
Am 10. ist nach Brownsville nochmals kühlere Luft herangeführt worden, die die WM verhindert, auf
den Boden zu gelangen. In Galveston ist ihr das gelungen. Hier kommt es zu Nebel- und st-Bildung. Bei Plo.
Plata tritt die F wieder in Erscheinung. San Juan ist aber im Meeresniveau noch immer unbeeinflußt von KM.
Im Gegenteil scheint sich hier sogar WM auszubreiten. — Durch die Entstehung der Frontalzyklone wird die
Existenz der KM unterstrichen. Die Intensität dieses Tiefs dürfte sich aus der vorhandenen Labilitätsenergie
ergeben.
Die Druckanstiege im Raume der Westindischen Inseln und des angrenzenden Atlantik müssen noch ge
klärt werden.
Bereits am 8. war auf die Druckanstiege über den Inseln hingewiesen worden. Am 9. fällt der Druck sehr
wenig (lmb), ist am 10. fast konstant und beginnt am 11. und 12. erneut über größerer Fläche zu steigen. Am
13. nimmt die Größe des Anstiegbetrages ab und am 14. setzt Druckfall ein im Raume der meldenden Stationen.
Die Temperaturen im Meeresniveau lassen nichts erkennen. Selbst dort, wo die F zu zeichnen ist, zeigt sich
keine Übereinstimmung zwischen F und Drucksteiggebiet. Die rückwärtige Verlagerung der Schleifzone — also
der F — in die KM hinein (Diffusion der Front) gibt zuerst zu denken, da hier kein aktiver Vorstoß von WM
unternommen wird.
Am 11. tritt in San Juan ast auf, der in N-Richtung zieht. Nach Analyse der Bodenkarte möchte ich die
ast-Bildung zurückführen auf erzwungene Hebung von WM durch KM in der Höhe. Am Boden in San Juan
breitet sich WM aus. Die Diffusion der F zeigt an, daß mindestens an diesen Stellen die KM in Umwandlung
begriffen bzw. durchgeführt worden ist. Die Frage nach der Art der M im Meeresniveau wird daher an Be
deutung eingeschränkt, zumal auch der Druck weiter steigt. Die Vorgänge in der freien Atmosphäre (indirekte
Aerologie) drängen nach der Entscheidung, eine advektive Veränderung in der Höhe zu suchen, d. h. es muß
sich zwischen WM unten und oben eine Schicht eingeschoben haben, die durch Hebung der darüber liegenden
den ast erzeugt. Die Beobachtungen am 12. in San Juan zeigen die Vermutung in wünschenswerter Deutlichkeit.
Bodenwindrichtung = S, 2; ww = 62; Cl = 8; Bedeckung 10/10.
Die Bodenwindrichtung hat sich nicht verändert, dagegen spricht sich die Bewölkung (große cu mit stcu) für die
Existenz einer Schichtgrenze in der Höhe aus. Nach der Klassifikation von Bergeron (1) ist gewöhnlicher groß-
tropfiger Regen ein F-Merkinal und daher in Verbindung mit KM zu bringen. Die Wolkenmeldung ist ein Kom
promiß, auf den wir noch zu sprechen kommen. Am 13. wird ebenfalls stcu beobachtet, und zwar diesmal mit
Wolkenzugmessung, er zieht nach SW. Darüber liegt acu, der nach N zieht. Damit wird die oben angegebene Schich
tung deutlich unterstrichen. In diesem Zusammenhang werden dann auch die Druckanstiege verständlich, welche
unsere Aufmerksamkeit auf besondere Vorgänge in der Atmosphäre gelenkt haben. Während im Meeresniveau
die KM zerfällt, vermag sie sich in der Höhe zu behaupten, und zwar in einem Umfange, der sich als wetter
wirksam herausstellt.
Man sieht aus den Karten, daß die KM bis weit in die Tropen hinein vordringt. Die erzeugten Schauer
und Regenfälle lassen sich im Rahmen der KM-Ausbreitung in der Höhe gut erklären.
Es ist gezeigt worden, daß die Mächtigkeit des KM-Einbruches nicht sehr groß ist. Im vorderen KM-Teil
zeigt sich starke Konvektion mit cuni- und Schauerentwicklung. Weiter in die KM hinein tritt Schichtbewölkung
auf (stcu, ast). Die Flugzeugaufstiege von Pensacola zeigen eine ausgeprägte Inversion als obere Begrenzung der
KM. Bis zu einem gewissen Grade ist die F gut zu unterscheiden und zu verfolgen und bis dahin ist auch die
Lebensgeschichte der KM durch Analyse aus der Bodenwetterkarte abzuleiten. An verschiedenen Stellen geht
die F schließlich in Diffusion über und verschwindet aus der Karte. Trotzdem zeigen sich weiter Einbruchs
erscheinungen und selbst das Drucksteiggebiet, obwohl abgeschwächt, wandert noch weiter. Das wird auf die
fortdauernde Existenz der KM in der Höhe zurückgeführt, deren angenäherte Begrenzung das Steiggebiet bildet.
Mit Hilfe der indirekten Aerologie läßt sich die fehlende F-Schablone im Meeresniveau ersetzen.
D. Die Lage der F am 10. Oktober 1932, 12.00 MGZ. (Tafeln I, III Fig. 9, IV Fig. 3 und 6).
Am 10. stellte sich auf dem Kontinent eine ähnliche Situation her wie am 4. Oktober. Auch am 10. kann
die Trennungsfläche zwischen beiden M als vollzogen angesehen werden. Gegen den 11. hin wandert die Zy
klone nordostwärts, während die F sich gegen den Golf verschiebt. Vor der F lagert diesmal keine reine Tropik-
luft, sondern stark gealterte KM (Np c ) mit WM-Charakter in bezug auf die ankommende Kaltluft.