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Full text: 57, 1937

Adolf Friedrich Fabricius: Untersuchung einer räumlichen Windfahne. 
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Süden des Turmes erstreckt sich ein Wald mit etwa 10 bis 15 m hohen Kiefern, während das 
Gelände annähernd eben zu nennen ist. Nach Norden und Osten fällt das Gelände um 
10 m ab. Im Norden befindet sich ein etwa 1150 m langer und 670 m breiter See. Nach Osten 
erstredet sich im Radius von etwa 700 m eine Wiese, die sich nur einige Zentimeter über die 
Fläche des Sees erhebt. Im Norden und Osten der Fahne kann man also von einer annähernd 
ebenen Fläche sprechen, welche die aus diesen Richtungen kommenden parallelen Strom 
bahnen des Windes bis dicht an die Fahne herankommen lassen. Kurz vorher aber werden 
die Strombahnen zum Aufsteigen veranlaßt, einmal wegen des Geländeanstiegs um 10 m, 
darüber aber noch wegen des hier beginnenden 10 bis 15 m hohen Waldes. Aus Westen und 
Süden hingegen erreichen die Fahne sicher ungestörte, parallele Strombahnen. 
Aus diesem Grunde wurde am 3. Mai 1935 — wie in der vorher zuerst beschriebenen 
Registrierung gezeigt wurde — gegen Mittag, als der Wind von westlichen auf nordöstliche 
Richtungen umsprang, die vorher angezeigte Absinkbewegung jäh unterbrochen und eine Auf 
stiegsbewegung angezeigt. Das ist durchaus natürlich und keineswegs verwunderlich, denn 
die am Boden immer besonders schwachen, absteigenden Strombahnen müssen durch derartige 
mechanische Einflüsse mindestens kompensiert werden, wenn nicht sogar eine Überkompen 
sation eintritt, wie in unserem hier besprochenen Fall. Wenn hier also ein Mangel vorzu 
liegen scheint, indem Erscheinungen angezeigt werden, die nicht mit dem Wettergeschehen 
in Einklang zu bringen sind, so ist dies lediglich durch die ungünstige Aufstellung bedingt 
und damit lebten Endes ein Beweis für ein empfindliches Reagieren auf selbst nur geringe 
Anregungen. Es ist hier in unserem Falle ganz klar der Zusammenhang zwischen einer 
westlichen absteigenden Komponente und einer nordöstlich aufsteigenden zu erkennen, bei 
einer insgesamt in der Atmosphäre herrschenden Tendenz zum Absteigen. Leider können 
quantitativ diese Beobachtungen bisher nicht ausgewertet werden, weil die Größe der Reibung 
des Apparates, die ohne jeden Zweifel bei den relativ großen Gewichtsmaßen der Fahne und 
den zahlreichen Übertragungen durch Zahnräder nicht vernachlässigt werden darf, noch nicht 
ermittelt werden konnte"'. 
In der ersten Zeit der Aufstellung der Fahne erhob sie sich nur wenig über das obere 
Podest des Gerüstes, so daß dieses einen erheblichen Einfluß auf die Fahne hatte, indem 
ausschließlich aufsteigende Ströme angezeigt wurden. Diese waren teils mechanischer Art, 
indem parallele Strombahnen sich an dem Gerüst stießen und hierdurch zum Ausweichen nach 
aufwärts gezwungen wurden. Da die Fahne auf der Ostecke des Gerüstes steht, war dieses 
bei westlichen Winden zu beobachten. Bei östlichen Richtungen hingegen war, wie oben 
nachgewiesen wurde, aus anderen Ursachen mechanisches Aufsteigen vorhanden. Dazu werden 
bei starker Einstrahlung noch thermische Einflüsse vorhanden gewesen sein, da die Plattform 
des Gerüstes sich schnell und stark erwärmte — sie besteht aus Eisen — und daher die 
darüber befindliche Luft instabil aufstieg und hierbei auf den hinteren Teil der Vertikalfahne 
traf. Als dies erkannt wurde, se^te man die Fahne insgesamt 3 m höher, so daß die Vertikal 
fahne sich nun 4,50 m über dem höchsten Teil des Gerüstes befindet. Ein Gerüsteinfluß kann 
nach obigen Darlegungen nicht mehr angenommen werden, da nach dieser Abänderung eben 
falls absteigende Luftströme angezeigt werden. 
* Diese Ermittlung der Reibungskonstanten soll noch in einer besonderen Untersuchung erfolgen.
	        
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