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Full text: 57, 1937

Adolf Friedrich Fabricius: Untersuchung einer räumlichen Windfahne. 
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über dem Boden eine kalte, kaum bewegte Luftmasse. Diese kann bis Mittag durch Strahlung 
so sehr erwärmt sein, daß sie sich nicht mehr im stabilen Gleichgewicht befindet und daher 
aufsteigt, was natürlich die räumliche Windfahne durch negative Werte der mittleren Vertikal 
schwankung anzeigen muß. Es kann sehr gut sein, daß der mehrmalige Wechsel positiver 
und negativer Vertikalschwankung durch das Auf- und Absteigen der Konvektionsströme 
erklärt werden muß. Ob jedoch diese Konvektion so stark ist, daß sie das völlige Aufhören 
des Absinkprozesses bewirken kann, ist nicht mit Sicherheit zu sagen, zumal dabei dann auch 
möglicherweise Wolkenbildung auftreten müßte. Darüber liegen leider keine genauen 
Angaben vor. Diese Konvektion müßte ja auch abends oder nachts beendet sein und damit 
das oben nachgewiesene fortdauernde Absinken auf der Fahne wieder sichtbar werden. Da 
dieses aber nicht der Fall ist, so erscheint eine andere Erklärung plausibler. Es hängt hier 
offenbar der Wechsel der Horizontalrichtung mit dem angezeigten Wechsel der Vertikal 
richtung zusammen. Es wird bei allgemeiner Absinktendenz in der Atmosphäre bei südlicher, 
westlicher und westnordwestlicher Horizontalrichtung dieses Absinken angezeigt, während 
bei nördlicher, östlicher und südöstlicher Horizontalrichtung nicht nur kein Absinken, sondern 
sogar ein Aufsteigen angegeben wird. Dieses mag vorläufig hier festgestellt werden; erst im 
nächsten Abschnitt soll es näher erklärt werden. 
Am 6. April 1936, 8 Uhr morgens (Abbildung 14, Tafel 4), liegt südlich von Island 
und westlich England ein Hochdruckrücken mit 1025 mb, der im Südwesten Verbindung mit 
dem Subtropenmaximum von 1035 mb hat, das fast den ganzen Nordatlantik bedeckt. Nach 
Ostsüdosten erstreckt das Islandhoch über ganz Mitteleuropa einen Keil. Dieser wurde durch 
kräftigen Luftdruckanstieg auf der Rückseite eines von Südfinnland nordostwärts abgezogenen 
Tiefs aufgebaut. Über Deutschland liegt damit eine fast ruhende Kaltluftmasse. In Mittel 
deutschland herrscht Bewölkung 0, im Norden 2 bis 4, im Süden infolge von Stau an den 
Alpen 9. Die relative Feuchtigkeit weist im Raume Berlin—Grünberg in Schlesien geringe 
Werte von 30 bis 40 % auf, während an der Nordseeküste und im Westen und Süden größere 
Werte bis 90 °]o erreicht werden. Die Morgentemperaturen liegen zwischen + 1 bis + 3°. 
Aachen, Köln, Nürnberg, Erfurt, Breslau und Prag melden Windstille. Die Windstärke in 
Deutschland beträgt 1 bis 2. Bezüglich der Windrichtung läßt sich ebenfalls hier wieder eine 
Divergenzlinie festlegen, die etwa von Herford über H.-Münden, Erfurt-Inselsberg, Fichtel- 
berg, Prag, nördlich der Schneekoppc nach Breslau verläuft. Nördlich dieser Bogenlinic wehen 
die Winde aus südlichen und westlichen Richtungen, während südlich davon meist Nord- bis 
Ostwind herrscht. Diese Divergenz läßt sich gleichfalls aus den Beobachtungen der Höhen 
winde nachweisen, die sie allerdings etwas weiter südwestlich der Bodendivergenz erkennen 
lassen. Auch mittags 14 Uhr und abends 19 Uhr ist sie noch zu erkennen, allerdings unter 
immer weiterer Verlagerung nach Südwesten. Es ist ein ganz langsames Auseinanderfließen 
der Kaltluftmasse mit etwa 1 bis 2 m/sec. Geschwindigkeit festzustellen. Den Zustand der 
freien Atmosphäre lassen die Morgenaufstiege des 6. April erkennen, worüber die Tabelle d, 
Tafel 4, eine Übersicht bietet. Danach lagert über Deutschland eine Inversion, deren Höhe 
verschieden ist. Über Lindenberg liegt sie am höchsten in etwa 2190 m. Nach Nordwesten 
senkt sie sich; über Berlin liegt sie in etwa 1950 m, über Hamburg in etwa 1585 m. Von 
Lindenberg nach Osten senkt sie sich ebenfalls und liegt über Breslau in 1960 m, über Königs-
	        
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