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Volltext : 57, 1937

Adolf  Friedrich  Fabricius:  Untersuchung  einer  räumlichen  Windfahne.

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Bei  der  ersten  oben  beschriebenen  Ausführung  der  räumlichen  Windfahne  stellte  sich  als
weiterer  Mangel  heraus,  daß  der  Seilzug,  der  zur  Übertragung  der  Vertikalbewegung  diente,
eine  solche  nicht  einwandfrei  gewährleistete.  Als  Seil  wurde  eine  Angelschnur  verwendet.
Diese  unterlag  aber  dauernd  bei  wechselnder  Luftfeuchtigkeit  hygroskopischen  Längenveränderungen ­
  und  war  schließlich  auch  den  auftretenden  Beanspruchungen  nicht  gewachsen  und
riß  mehrmals.  Die  Firma  Fuess  hatte  schon  vorher  verschiedene  Versuche  unternommen,  ein
einwandfreies  Übertragungsmittel  für  die  Vertikalfahne  zu  finden.  Stahlbänder  schieden
wegen  der  unteren  Winkelführung  aus.  Weiche  Litjen  aus  geflochtenem  Kupferdraht  hatten
sich  ebenfalls  nicht  bewährt.  Der  nur  sehr  geringe  Durchmesser  ließ  diese  ebenfalls  zu
schwach  ausfallen  und  hatte  auch  hier  eine  übermäßige  Dehnung  zur  Folge.  Derartige  Litjen
aus  geflochtenen  Stahldrähten  kamen  auch  nicht  in  Betracht,  weil  diese  bei  den  kleinen  Gleitrollen ­
  viel  zu  hohe  Steifigkeit  aufweisen.  Als  bestgeeignetes  Material  stellte  sich  bei  diesen
Versuchen  noch  die  Angelschnur  heraus.  In  der  Praxis  war  aber  auch  diese  noch  nicht
brauchbar.  Es  wurde  daher  eine  durchgreifende  Änderung  vorgenommen,  indem  für  die
Übertragung  der  Vertikalbewegung  zwei  Zwischenachsen  mit  insgesamt  drei  Kegelradpaaren
vorgesehen  wurden.
Auch  bezüglich  der  Druckübertragung  zeigte  die  Erstausführung  noch  einige  Mängel.
Insbesondere  erwiesen  sich  die  Quecksilberdichtungen  als  wenig  geeignet.  Bei  starken  Winden
und  bei  Erschütterungen  des  Aufstellungsmastes  trat  sehr  leicht  ein  Verspriijen  des  Quecksilbers ­
  ein.  Die  Labyrinthdichtungen  waren  weit  brauchbarer.  Diese  bestehen  aus  einer
Messingmuffe,  die  über  die  abzudichtende  Stelle  geschoben  wird.  In  dieser  Muffe  werden  zu
beiden  Seiten  einige  Nuten  eingefräst.  Der  in  dem  Rohr  und  an  der  Übertragungsstelle  vorhandene ­
  Überdruck  strömt  also  zunächst  in  die  erste  Nute  und  versucht,  diese  aufzufüllen,
worauf  er  dann  erst  in  die  zweite  tritt  usw.  Inzwischen  hat  sich  bereits  der  in  dem  Rohr
und  an  der  Ubertragungsstelle  durch  Auffüllen  der  ersten  Nute  fehlende  Druck  durch  neue
Zufuhr  von  außen  wieder  aufgefüllt,  so  daß  ein  Fehler  nicht  auftritt,  wie  unten  noch  gezeigt
werden  wird.  Die  Anzahl  der  anzubringenden  Nuten  wird  natürlich  mit  steigendem  Druck
größer  sein.  In  diesem  Falle  stellte  es  sich  heraus,  daß  je  zwei  auf  jeder  Seite  vollauf
genügen.  Man  muß  sich  immer  klar  darüber  sein,  daß  eine  absolut  dichte  und  die  Drehung
nicht  behindernde  Übertragung  nicht  zu  erreichen  sein  wird.  Deshalb  hatte  die  Firma  Fuess
den  durch  die  Undichtigkeit  entstehenden  Fehler  schon  1928  zu  bestimmen  versucht.  Man
ging  davon  aus,  daß  ein  Meßfehler  nur  dann  eintreten  kann,  wenn  die  bei  der  Nachfüllung
der  entweichenden  Luft  einsetjende  Strömung  eine  so  starke  Drosselung  in  der  Leitung
erfährt,  daß  hinter  der  Dichtung  ein  anderer  Druck  entsteht  als  an  der  Mündung.
Es  wurde  folgender  Versuch  zusammengestellt:  Die  Labyrinthdichtungen  wurden  vollkommen ­
  entfettet,  um  die  größtmögliche  Undichtigkeit  zu  erzielen.  Es  wurde  dann  die
Lufteintrittsöffnung  (Staudüse  bzw.  Sersche  Scheibe)  mit  einem  Druckbehälter  verbunden,
dessen  Überdruck  durch  ein  U-Rohr  gemessen  wurde  (Abbildung  7,  Tafel  2).  Zur  Bestätigung
des  Druckabfalles,  der  durch  die  Undichtigkeit  verursacht  wurde,  schaltete  man  ein  Mikromanometer ­
  so  parallel,  daß  der  eine  Schenkel  mit  der  Leitung  vor  der  Düse  und  der  andere
mit  der  Leitung  hinter  der  Labyrinthdichtung  in  Verbindung  stand.  Bei  dieser  Anordnung
ergab  sich  bei  einem  Behälterdruck  von  100  mm  WS,  was  einer  Windgeschwindigkeit  von
            
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