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Volltext : 57, 1937

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Erwin  Balcke:  Untersuchung  abnorm  hoher  Temperaturen  in  Norddeutschland.

Außerdem  sei  noch  erwähnt,  daß  der  Schub  warmer  Luft  okkludiert  sein  kann,  ehe  er  Mitteleuropa,
besonders  den  östlichen  Teil,  erreicht  hat.  So  war  es  am  24.  XII.  1929,  an  dem  ein  Azorenausläufer  Warmluft ­
  herbeiführte,  die  am  25.  als  Warmsektor  über  Frankreich  lag,  mit  Temperaturen  bis  13°.  Bereits  am
25.  abends  hat  kühle  Rückseitenluft  die  Warmluft  okkludiert.  In  diesem  Fall  ist  trotj  Weiterzug  des
Tiefs  und  Gradientverschärfung  am  Boden  kein  Warmluftejnbrueh  erfolgt.

d)  Die  aerologischen  Verhältnisse.
Leider  ist  mit  den  Aufstiegen  nicht  sehr  viel  anzufangen,  da  bei  dem  schlechten  Wetter  der  warmen
Wintertage  die  Aufstiege  nicht  hoch  reichen.  Von  den  16  Fällen  liegen  für  Boden  und  500  m  14,  für
1000  m  und  1500  m  13,  für  2000  m  10  und  für  2500  m  6  Werte  vor.  Daraus  sind  zunächst  die  mittleren
Temperaturen  für  die  500  m-Stufen  errechnet,  ebenso  die  relative  Feuchtigkeit  (Figur  10).  Es  zeigt  sich

Figur  10.  Mittlere  Aufstiege  ain  Vor-  und  Haupttag  von  14  Fallen  des  „winterlichen  Advektionstypus“.

in  allen  Schichten  Erwärmung  vom  Vortag  zum  Haupttag,  am  meisten  aber  in  den  untersten  1000  m;  über
1500  m  wird  die  Erwärmung  gering.  Die  relative  Feuchtigkeit  nimmt  dagegen  nur  bis  1500  m  ab;  darüber
nimmt  sie  zu.  Das  entspricht  bei  gleichzeitiger  Erwärmung  einer  starken  Zunahme  der  spezifischen
Feuchtigkeit  in  diesen  Schichten,  und  es  zeigt  die  Advektion  feucht-warmer  subtropischer  Luftmassen.
Untenstehende  Tabelle  zeigt  die  vertikalen  Gradienten  am  Vor-  und  Haupttag  und  die  Änderung  der
Temperatur  und  relativen  Feuchtigkeit.

Boden

500

1000

1500

2000

2500

/IT

+  1.9

+  3.1

+  2.2

+  0.9

+  2.0

+  0.6

/1  R  F

—  4

-10

4

—  2

+  8

+  5

JVortag  |  0.08  !  0.40  0.32  |  0.60  0.30
Gradient  j HaupUag  :  __ 0 .32  \  0.58  0.58  0.38  0.58

Man  sieht  also,  daß  am  Haupttag  eine  Inversion  am  Boden  liegt;  diese  Erscheinung  dürfte  im  Winter
im  allgemeinen  nicht  verwundern,  aber  doch  wohl  bei  zyklonalem  Siidwcstwetter.  Sie  kommt  wohl  durch
die  Fälle  hinein,  wo  der  Warmlufteinbruch  morgens  sich  noch  nicht  am  Boden  durchgesetjt  hat  (vgl.  auch
S.  18).  Der  Gradient  ist  bis  auf  die  Schicht  1000  bis  1500  m  am  Haupttag  größer  geworden.  Die  Berge
in  Norddeutschland,  Brocken  und  Schneekoppe,  sind  verhältnismäßig  kalt  und  feucht.  Es  wurden  die
            
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