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Full text : 57, 1937

Erwin  Balcke:  Untersuchung  abnorm  hoher  Temperaturen  in  Norcldeutschland.

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Wir  haben  nun  eine  Kurve  bekommen,  die  nicht  mehr  eine  konstante  Abweichung  vom  mittleren
Maximum  bedeutet,  sondern  die  die  mittlere  maximale  Anomalie,  die  tatsächlich  auftritt,  ausdrückt,  also
den  mittleren  jahreszeitlichen  Gang  der  maximalen  Anomalien,  was  ja  auf  Seite  7  unten  verlangt  wurde.
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Figur  1.  Die  „absoluten  Maxima“  (1),  die  „abnorm  hohen  Maxima“  (2)  und  die  „hohen  Maxima“  (3)  Potsdam.
Man  könnte  nun  einfach  Temperaturen,  die  über  dieser  Kurve  liegen,  als  abnorm  hoch  bezeichnen,  das
heißt  einen  Spielraum  würde  man  vielleicht  lassen,  etwa  1  bis  2°;  von  da  ab  würde  man  sagen  „abnorm
warm“.  Wir  werden  aber  gleich  sehen,  daß  wir  noch  etwas  berücksichtigen  müssen,  nämlich  die  maximalen
überhaupt  beobachteten  Anomalien,  und  haben  auch  hier  Bedenken  gegen  einen  konstanten  additiven  Wert.
Zunächst  sollen  uns  aber  erst  einmal  die  Werte  der  mittleren  Anomalien  seihst  interessieren  (Seite  8).
Auffällig  sind  die  3  Stufen:  Frühjahr  mit  8.7°,  Sommer  mit  8.2°  und  Winter  mit  6.7°.  Wie  schon  angedeutet, ­
  sind  für  unsere  weiteren  Betrachtungen  die  absoluten  Beträge  der  Anomalien  interessant.  Allerdings ­
  begehen  wir  uns  hier  auf  ein  unsicheres  Gebiet;  denn  nun  handelt  es  sich  um  Einzelwerte  und  nicht
mehr  um  Mittel.  Legt  man  noch  einige  Werte  der  Hellmannreihe  zugrunde  und  interpoliert  man  ein  wenig,
so  kann  man  eine  Kurve  der  maximalen  Anomalien  zeichnen,  in  der  man  einen  jahreszeitlichen  Gang
sieht.  Frühjahr  und  Spätsommer  haben  die  größten  Werte;  im  Frühsommer  liegt  ein  sekundäres  Minimum.
Das  Minimum  liegt  im  Winter.  Allerdings  sind  die  Monate  März  und  Oktober  interpoliert.  Daraus  sehen
wir,  daß  dieser  additive  Betrag,  den  man  zu  der  Kurve  der  hohen  Maxima  hinzufügen  muß,  nicht  konstant
sein  darf,  wenn  im  November  die  absoluten  Anomalien  um  3  oder  mehr  hinter  denen  im  März  Zurückbleiben. ­
  Wie  bringen  wir  das  nun  an?  Am  besten  addiert  man  erst  einmal  die  absoluten  Anomalien  zum
mittleren  Maximum  oder,  was  dasselbe  ist,  wir  tragen  alle  Temperaturen  ein,  die  die  größte  Anomalie  in
jedem  Monat  der  ganzen  Reihe  darstellten.  Legen  wir  eine  umhüllende  Kurve  um  diese  Punkte,  so  enthält
diese  Kurve  alle  Temperaturen,  die  überhaupt  je  vorgekommen  sind.  Die  Kurve  nennen  wir  die  Kurve
der  absoluten  Maxima.  Darüber  hinaus  kann  man  auch  sagen,  daß  sie  die  theoretisch  möglichen  Temperaturen ­
  kennzeichnet.  Denn  wenn  am  15.  April  28.3°,  am  6.  Mai  32°  auftreten  können  so  kann  hei  gleichen
Bedingungen  am  31.  April  die  Temperatur  auftreten,  die  die  Interpolation  angibt,  nämlich  31°  (Figur  2).
Darum  kann  man  gewisse  hypothetische  absolute  Maxima  angeben;  sie  lauten  für  die  12  Monate:
I  II  III  IV  V  VI  VII  VIII  IX  X  XI  XII
15  20  26  31  35  37  38  38  36  30  22  16
            
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