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Full text : 57, 1937

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Erwin  Balcke:  Untersuchung  abnorm  hoher  Temperaturen  in  Norddeutschland.

1.  Bestimmung  abnorm  hoher  Temperaturen.
Für  abnorm  hohe  Temperaturen  sind  wohl  in  erster  Linie  die  Maxiina  repräsentativ,  nicht  aber  die
Tagesmittel.  Es  kann  ja  eine  starke  positive  Anomalie  im  Tagesmittel  verschwinden,  wenn  am  seihen
Tage  eine  negative  auftrat.  Darum  erstrecken  sich  die  folgenden  Untersuchungen  nur  auf  Maximaltemperaturen. ­

Wenn  man  nun  Fälle  mit  abnorm  hohen  Maxima  heraussuchen  will,  so  kann  man  nicht  ohne  weiteres
aufs  Geratewohl  Maxima  nehmen,  die  als  „hoch“  erscheinen,  sondern  man  muß  eine  gewisse  Jahreskurve
kennen,  die  eine  Funktion  darstellt  zwischen  den  Tagen  des  Jahres  und  der  Temperatur,  oberhalb  welcher
es  abnorm  warm  wird.  Es  besteht  zwar  die  Möglichkeit,  den  jahreszeitlichen  Gang  einer  solchen  Kurve
auf  Grund  von  Mittelwerten  festzidegen.  Allein  für  die  Höhenlage  bleibt,  wie  wir  nachher  sehen  werden,
ein  Spielraum.  Eine  solche  Kurve,  die  die  Kurve  für  abnorm  hohe  Temperaturen  beißen  soll,  und  die
vielleicht  auch  allgemein  klimatologisch  von  Interesse  sein  dürfte,  soll  im  Folgenden  ermittelt  werden.
Ausgegangen  wurde  von  der  nunmehr  vierzigjährigen  Reihe  Potsdam  1893  bis  1932.  Für  eine  Untersuchung ­
  von  Extremverhältnissen  ist  die  Reihe  zwar  kurz;  aber  sie  ist  gegenüber  der  Hellmannschen
Berliner  Reibe  (s.  Lit.-Verz.  2)  vollkommen  homogen  und  lückenlos  und  umfaßt  auch  die  Nachkriegsjahre,
die  nachher  für  die  aerologischen  und  synoptischen  Untersuchungen  allein  in  Frage  kommen.  Eine  Reduktion ­
  der  einen  Reibe  auf  die  andere  ist  wegen  der  nur  15jährigen  Parallelität  sehr  unsicher.
In  der  Klimatologie  sind  bisher  folgende  Arten  von  Temperaturdaten,  die  sich  auf  Maxima  beziehen,
üblich  (s.  Lit.-Verz.  3,  S.  43).
1.  Das  singuläre  mittlere  Maximum  eines  bestimmten  Monats,  das  ist  das  arithmetische  Mittel  der
in  einem  Monat  beobachteten  Maxima.
2.  Das  mittlere  Maximum  ein  und  desselben  Monats  der  gesamten  Reihe.
3.  Das  singuläre  absolute  Maximum  eines  Monats,  das  ist  die  in  einem  einzigen  Monat  beobachtete
Höchsttemperatur.
4.  Das  mittlere  absolute  Maximum  von  ein  und  demselben  Monat  der  gesamten  Reihe.
5.  Das  absolute  Maximum  von  ein  und  demselben  Monat  der  ganzen  Reihe.
Wenn  man  in  einer  Reihe  z.  B.  warme  Dezember  heraussuchen  will,  so  geht  man  von  einer  konstanten
Anomalie  vom  mittleren  Monatsmittel  aus.  Um  aber  ein  Maß  für  abnorm  hohe  Temperaturen  zu  bekommen, ­
  kann  man  leider  nicht  von  einer  konstanten  Abweichung  von  irgendeinem  Mittel  ausgehen,
beispielsweise  Abweichung  vom  mittleren  Maximum.  Denn  wie  wir  später  sehen  werden,  bedeutet  z.  B.
eine  Abweichung  von  10  vom  mittleren  Maximum  nach  oben  für  November  eine  ungewöhnliche  Anomalie,
während  man  sie  im  März  ganz  unbeachtet  lassen  würde.  Das  beißt,  man  muß  einen  gewissen  jahreszeitlichen ­
  Gang  der  Anomalien  berücksichtigen,  der  offenbar  vorhanden  ist.  Man  muß  also  gewissermaßen
beachten,  was  für  Anomalien  in  einem  Monat  im  Mittel  auftreten.  Dafür  scheinen  am  ersten  die  mittleren
absoluten  Maxima  in  Frage  zu  kommen.  Von  der  Reihe  Potsdam  1893  bis  1932  lauten  sie:

I

II

III

IV

V

VI

VII

Vili

IX

X

XI

XII

8.5

10.7

17.7

22.4

28.6

30.0

31.8

30.6

27.2

20.9

13.3

9.6

12.4

18.0

23.5

29.0

34.0

35.0

36.8

37.2

34.9

25.8

21.5

14.3

Die  unterste  Zahlenreihe  zeigt  die  absoluten  Maxima.
            
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