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Full text : 57, 1937

Edgar  Heil  jermann  :  Beiträge  zur  Klimatologie  von  Togo

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der  andere  nahm  aber  keinen  Schaden.  Bei  dieser  Gelegenheit  erfuhr  ich,  daß  mein  beschädigter  Mann  in  seinem  Lehen  einmal
Augenzeuge  war,  wie  einer  vom  Blitz  erschlagen,  und  die  Hütte,  in  welcher  er  war,  in  Brand  gesteckt  wurde.“  (S.  259  u.  348.)
Zum  Abschluß  dieses  Kapitels  sei  noch  folgende  schöne  Schilderung  des  Wetterleuchtens  mitgeteilt  (23,
S.  237):
„Zu  Zeiten  wird  der  ganze  Horizont  feurig  und  feuerwerkartig  beleuchtet,  hier  durch  breite  Scheinwerfer,  da  durch  zuckende
Blitze,  die  von  anscheinend  einem  halben  Dutzend  oder  mehr  elektrischen  Herden  ausgehen.  Ein  großartiges  Schauspiel!  Zu  anderen
Zeiten  ist  nur  ein  so  schwacher  Schimmer  wahrnehmbar,  daß  sicher  nur  ein  geübter  und  wissender  Beobachter  es  noch  als  Wetterleuchten ­
  wahrnimmt  und  in  Anspruch  nehmen  kann.  Es  kommen  Tage  vor,  an  denen  nur  ein  einziges  Mal  oder  einige  wenige  Male
Wetterleuchten  beobachtet  worden  ist,  während  an  anderen  an  einem  einzigen  Herde  etwa  60mal  Wetterleuchten  in  der  Minute  angegeben ­
  sind.  Und  zwischen  diesen  Extremen  findet  sich  jede  denkbare  Stärke  und  Ausdehnung  von  Wetterleuchten  vertreten.“

I.  Windverhältnisse.
1.  Einleitung.
Gleichzeitige  Erwärmung  und  Abkühlung  in  den  verschiedenen  Breiten  des  großen  Kontinentes  Afrika  bedingen ­
  die  beiden  großen  Luftdruckgebilde  über  dem  Festlande,  die,  infolge  der  stetigen  Verschiebung  des  Gebietes ­
  größter  Einstrahlung,  im  Laufe  des  Jahres  mit  dem  Sonnenstände  einer  dauernden  Verlagerung  unterworfen ­
  sind.  Da  die  großen  Luftmassentransporte  in  ihrer  Richtung  und  Stärke  durch  die  augenblickliche  Luftdruckverteilung ­
  bestimmt  werden,  der  Luftstrom  aber  seiner  Herkunft  nach  bestimmte  Eigenschaften  hat,  die
die  klimatischen  Verhältnisse  einer  Gegend,  über  die  er  weht,  in  ihren  Grundzügen  festlegen,  ist  es  von  Wichtigkeit, ­
  diese  Luftdruckverteilung  zu  kennen.  Es  wird  daher  im  folgenden  in  ganz  großem  Rahmen  auf  die  Großwetterlage ­
  und  den  damit  zusammenhängenden  Lufttransport  in  den  Monaten  Januar,  April,  Juli  und  Oktober
eingegangen  (Figuren  und  Angaben  nach  [25],  Togo  ist  schwarz  eingezeichnet)  :
Januar.  Hoher  Druck  lagert  über  dem  Guineahusen  und  der  Sahara.  Die  feuchten  SW-Winde  dringen  nur  wenig  in  das  Landinnere
  ein,  der  trockene  Nordostpassat  beherrscht  fast  das  ganze  Binnenland  (s.  Fig.  15).
April.  Das  im  Januar  im  äußersten  Süden  Afrikas  erkennbare  Tiefdruckgebiet  tritt  auf  die  Nordhalbkugel  über  und  liegt  mit
seinem  Kern  über  Deutsch-Ostafrika.  Der  hohe  Druck,  der  im  Januar  über  der  Sahara  lag,  hat  sich  nordwärts  verlagert.  Die
Südwestwinde  dringen  weit  über  die  Nordgrenze  Togos  hinaus  ins  Innere  ein  (s.  Fig.  16).
Juli.  Der  tiefe  Druck  ist  noch  etwas  weiter  nordwärts  gewandert,  die  Konvergenzlinie  Monsun-  Passat  fällt  ungefähr  mit  dem
20.  Grad  nördlicher  Breite  zusammen  (s.  Fig.  17).
Oktober.  Das  Gebiet  maximaler  Sonneneinstrahlung  und  damit  auch  der  tiefe  Druck  wechseln  wieder  auf  die  südliche  Halbkugel
über.  Damit  wandert  die  Grenzlinie  Monsun—Passat  südwärts,  doch  wird  ganz  Togo  noch  von  der  Südwestwindströmung  beherrscht ­
  (s.  Fig.  18).

2.  Die  Windrichtung  und  das  Maß  ihrer  Änderung.
a)  Das  Beobachtungsmaterial  und  seine  Auswertung.

Um  die  soeben  besprochene  allgemeine  Zirkulation  im  Schutzgebiet  Togo  genauer  in  ihren  Einzelheiten
studieren  zu  können,  wurden  die  vorliegenden  Windbeobachtungen,  auch  die  der  alten  Stationen  Bismarckburg, ­
  Misahöhe  und  Amedschovhe,  nach  folgendem  Verfahren  ausgewertet  (von  P.  Heidke  in  [24]  angewandt) ­
  :
Mittels  der  ohne  Berücksichtigung  der  Windstärke  und  unter  Ausschluß  der  Windstillen  berechneten  mittleren ­
  prozentischen  Häufigkeit  der  einzelnen  Windrichtungen  im  Tagesmittel  für  die  einzelnen  Monate  und  das
Jahr  werden  die  N-  und  E-Komponenten,  aus  deren  Quotienten  die  mittleren  Windrichtungen  der  betreffenden
Zeiträume  bestimmt.  Man  erhält  nämlich  (s.  Fig.  19):

a  =  N k  =  h 0 —h 4 +(h 1 —h 5 —(h 3 -  h 7 )  )cos45°
b  =  E k  =  h 2 —h 6 +  (h 4 —h 5  +  (h 3 —h 7 ))  sin45°
<P  =  arc  ctg  5
(cp  zwischen  0°  und  360°
Für  N:  0°  =  360°
Für  E:  90°  usw.)

Als  Maßzahl  für  die  Windrichtungsänderung  ergibt  sich  dann  die  Zahlengröße  B  =  '  a^-rbA

Es  bedeutet
            
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