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Full text: 56, 1936

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte — 56. Band, Nr. 5 
werden in Prozenten der großen Leejahresmengen relativ kleiner. Mit den Luv- und Lee-Jahresmengen nähern 
sich also die Werte der relativen Amplituden der Luv- und Lee-Jahresgänge und verkürzen das Amplituden 
intervall. 
Bei dieser Annäherung wird die Grenzschwankung von 10% zwischen der unteren und oberen Amplituden 
klasse von den Luv-Jahresgängen der unteren Klasse nicht überschritten und von den Lee-Jahresgängen der oberen 
Klasse nicht unterschritten. Die kleinen Luv-Jahresmengen in der unteren Amplitudenklasse haben noch eine 
durchschnittliche Jahresmenge von über 3000 mm, die großen Lee-Jahresmengen der oberen Amplitudenklasse er 
reichen nur eine durchschnittliche Jahresmenge von 2500 mm. Im einzelnen beschränken sich die größeren Jahres 
mengen nicht auf die untere Amplitudenklasse und die kleineren Jahresmengen nicht auf die obere Amplituden 
klasse; denn der Unterschied der durchschnittlichen Luv- und Leemengen ist zu gering, um das Ineinandergreifen 
der extremen Luv- und Leemengen zu verhindern. Die kleinen und großen Jahresgangamplituden auf den S0- 
Passatinseln trennen sich somit im einzelnen nicht nach der Höhe der mittleren Jahresmenge in den Niederschlags 
karten — wie auf den Hawaii-Inseln —, sondern nach den Luv- und Leeflanken. des normalen SO-Passates in den 
Reliefkarten. 
Die Häufigkeitsverteilung der Werte der relativen Amplituden der Jahresgänge im Monsungebiet 
ähnelt im Intervallinnem derjenigen des SO-Passatgebietes und schließt mit den Intervallgrenzen des Hawaii-Be 
zirkes. Die Zuordnung der relativen Amplitudenzahlen zu den mittleren Jahresmengen ist im Monsungebiet so 
wie im SO-Passatgebiet: im einzelnen beschränken sich die großen Jahresmerxgen nicht auf die untere Ampli 
tudenklasse und die kleinen Jahresmengen nicht auf die obere Amplitudenklasse; in ihrer Gesamtheit haben die 
Jahresmengen der unteren Amplitudenklasse einen Durchschnittswert von über 3000 mm und die Jahresmengen der 
oberen Amplitudenklasse einen Durchschnittswert von 2500 mm. 
Die im Monsun- und SO-Passatgebiet übereinstimmende Verteilung der Amplitudenwerte und Jahresmengen 
auf die untere und obere Amplitudenklasse wurzelt in dem gemeinsamen, halbjährlich wechselnden Sommer 
monsun- und Wintermonsuneharakter der Windströmungen beider Gebiete. Die gleichen Intervallgrenzen im Mon 
sun- und Hawaii-Bezirk haben getrennte Ursachen. Auf den Hawaii-Inseln setzt der beharrende NO-Passat, 
dessen Luftdruck im Gebiet der Hawaii-Inseln im Winter geringer ist als im Sommer, die extremen Luv- und 
Leeschranken (s. S. 42f), im Monsun gestaltet der völlige Umbruch der Luftmassen in dem wechselvollen Ge 
lände einfache und zusammengesetzte Regenperioden, die in extremer Ausprägung den Amplitudenumfang er 
weitern. 
Die zeitlich verschiedenen Regenbilder binden sich wegen der örtlichen Ungleichheit nicht streng an be 
stimmte Amplitudenstufen. Im allgemeinen haben die Sommerregen große, die Winterregen mittlere und die 
Sommer- und Winterregen bzw. Frühlings- und Herbstregen, sowie deren Kombinationen (z. B. Nr. 56h, 56i), 
kleine relative Amplituden. Die räumliche Verteilung der verschiedenen Monsunregenperioden ist auf S. 35 
angegeben. 
Im Äquatorialgebiet verdienen die räumliche Verteilung der kleinen und großen Amplituden und 
ihre Beziehungen zur mittleren Jahresmenge besondere Beachtung. Die kleinen Amplituden der unteren Klasse 
finden wir auf den niedrigen und hohen (im Luv und Lee) Äquatorialkerninseln (Nr. 69a—e: Truk, Ponape, 
Jaluit, Kusaie), die großen Amplituden der oberen Klasse auf den niedrigen Äquatorialrandinseln (Nr. 68a-—b: 
Ujelang, Lamutrik und Nr. 70a—c: Fanning, Christmas, Maiden). Innerhalb der oberen Klasse haben die süd 
östlichen Äquatorialrandinseln (Nr. 70a—c) höhere Amplitudenziffem als die nordwestlichen Äquatorialrand 
inseln (Nr. 68a—b). Der relativen Amplitudenzunahme der Jahresgänge von der Äquatorial-Kemzone über die 
nördliche Äquatorial-Randzone zur südlichen Äquatorial-Randzone entspricht in dieser Folge eine Abnahme der 
durchschnittlichen Jahresmenge von 4700 über 2400 auf 880 mm. 
Die Amplitudenunterschiede der Äquatorialjahresgänge wurzeln also nicht in den lokalen Luv- und Lee- 
unterschieden der Beobachtungsstationen, sondern in den zonalen Regenmengenunterschieden der Äquatorregion. 
Die Äquatorialkerninseln (Nr. 69a—e: Truk, Ponape, Jaluit, Kusaie) liegen in dem Warmwasser des Äquatorial- 
Gegenstromes und haben bei großen Jahresmengen (4700 mm) kleine relative Jahresgangamplituden. Die nordwest 
lichen Äquatorialrandinseln (Nr. 68a—b: Ujelang, Lamutrik) liegen in dem kühleren Wasser der NO-Passat-Trift 
und haben bei mäßigen Jahresmengen (2400 mm) mäßige relative Jahresgangamplituden. Die südöstlichen 
Äquatorialrandinseln (Nr. 70b—c: Christmas, Maiden) liegen in dem durch Auftriebwässer unterkühlten Wasser 
der SO-Passat-Trift und haben bei kleinen Jahresmengen (880 mm) große relative Jahresgangamplituden. 
In der Übereinstimmung des Amplitudenintervalles mit dem im SO-Passatgebiet zeigt sich noch der beiden 
Gebieten gemeinsame Wechsel der Windrichtungen zwischen SO und NO. 
In jedem Regengebiet richtet sich das Verhältnis der relativen zur absoluten Amplitude der 
Jahresgänge (s. Abb. 8 und 9) nach dem Größenunterschied der Jahresmengen. Bei großen Mengenunterschieden, 
wie zwischen den Luv- und Leeseiten des windbeständigen Hawaii-Bezirks, sind die relativ kleinen Amplituden 
absolut groß und die relativ großen Amplituden absolut klein. Bei kleinen Mengenunterschieden, wie zwischen 
den Luv- und Leeseiten des windunbeständigen SO-Passat- und Monsungebietes, sind die relativ kleinen Ampli 
tuden auch absolut klein und die relativ großen Amplituden auch absolut groß. Im Äquatorialgebiet tritt bei 
den großen Mengenunterschieden zwischen dem Kerngebict und den Randgebieten das umgekehrte Verhältnis von
	        
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