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Full text: 56, 1936

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte — 56. Band, Nr. 5 
Im Januar verschärft sich das Monsungefälle und reißt den nordpazifischen Quellwirbel von 134° W, 
33° N nach 145° W, 30° N. Das ist die südlichste und für den Nordwinter westlichste Lage. Gleichzeitig wächst 
die Stoßkraft des asiatischen Wintermonsuns und rückt das N-Windbüschel im Stromfächer um 5° ostwärts 
(150° 0). Im Außensaum des Westflügels tritt die Krümmung auf NW stärker hervor. Mit der zunehmenden 
Monsunhäufigkeit schwellen die Regenmengen der Sommerregenstationen im Januar erheblich an und erreichen 
meist schon das absolute Maximum (vgl. Nr. 53a, b, d, f; 55a; 56c; 60b; 63a, b, c). Nur in einigen Sommer 
regenstationen ist die Januarmenge geringer als die Dezembermenge. Diesen Rückschritt erklärt für Nr. 56g 
(Manokwari) und 54e (Buna) die ungünstigere Monsunrichtung (in Nr. 56g statt N: NW; in Nr. 54e statt NO: 
N). Für die Bismarckstationen Nr. 60a, 60c, 61a und 62a hat sich die Monsunrichtung nicht wesentlich geändert. 
Die Verminderung der Regenmenge gegenüber dem Vormonat muß also eine besondere Ursache haben, die hier 
nicht erkennbar ist. Auffallend ist die hohe Januarmenge in den Winterregenstationen an der N-Flanke des Hüon 
Golfes (Nr. 54b, c, d: Tami, Deinzerhöhe, Kap Arkona) auf der N-Seite Neuguineas, im Scheitel des Papua 
Golfes (Nr. 54i, Kikori) auf der S-Seite Neuguineas und an der SW-Seite der großen Salomo-Insel Guadalcanal 
(Nr. 63d, Kau Kau). Die absolute Höhe dieser Januarmengen schwankt um 300—400mm. Das sind die mittleren 
Januarmengen der Sommerregenstationen. Am Kap Arkona im Hüon Golf (Nr. 54d) ist der Januar der regen 
reichste Monat (416 mm) bei im übrigen vorherrschend winterlicher Regenzeit. Neuhauß" führt die Ein 
mischung des Sommermonsuns am Hüon Golf auf einen Saugwirbel zurück, der aus SO gegen das Nordufer 
stößt. Im Papua Golf könnte man zur Erklärung eine ähnliche Wirbelbildung annehmen. Auf Guadalcanal ist 
die spezielle Gelände- und Windlage der Beobachtungsstation Kau Kau nicht bekannt. 
Im Februar zeigen fast alle Regenkurven, ohne Rücksicht auf die Regenperiode und ihre verschieden 
artige Gestaltung, einen mehr oder minder starken Rückgang der Regenmenge. Diese von Gelände, Wind und 
Breite unabhängige Regenverminderung im Februar wurde schon auf den Hawaii-Inseln (vgl. S. 31 f) und Äqua- 
lorialinseln (vgl. S. 34) festgestellt und ihr Auftreten aus der Art der Ursache — Luftabstieg über dem N0- 
Passat — für den ganzen Strombereich des NO-Passates zwischen nordpazifischer Antizyklone und australischem 
Monsuntief vorausgesagt. Der Regenausfall im Februar tritt auf den Monsuninseln nicht so kraß in die Er 
scheinung wie auf den Hawaii-Inseln (vgl. Abb. 8) und läßt schon einige Ausnahmen zu (Nr. 53c; 54h; 56a, 
d, f, i; 60a). Die Abschwächung wird im Sommermonsun, mit sonst aufsteigender Tendenz, und in der Nähe des 
australischen Monsuntiefs, mit nur aufsteigender Luftbewegung, leicht verständlich. 
Im März machen sich schon die ersten Anzeichen des Monsunwechsels bemerkbar. Der asiatische Winter 
monsun wird vom asiatischen Kontinent abgestoßen und formt im Nordpazifik neben der nordpazifischen Anti 
zyklone einen zweiten antizyklonalen Wirbel. Westlich von Neuguinea, auf Celebes, erscheinen die Vorboten des 
australischen Wintermonsuns. Im australischen Monsungebiet der Südsee selbst weht noch der Sommermonsun. 
Der Beginn des Monsunwechsels ist in den Gruppenbildern noch nicht zu erkennen. Es ist im Gegenteil auffallend, 
daß im März, bei abflauendem Sommermonsun, die Sommerregen, gemeinsam mit den Winter- und Herbstregen, 
ansteigen und noch auffallender, daß gerade in den Sommerregenstationen dieser Anstieg im allgemeinen am 
stärksten ist, und der März sogar regenreichster Monat sein kann (vgl. Nr. 53d, 53g, 56d, 56g, 56h, 60a, 61a, 
62a). Der von der Regenzeit und dem Regenort unabhängige, gemeinsame Anstieg der Regenmengen im März 
kann nicht in einseitigen Windverschiedenheiten begründet sein. Wir müssen annehmen, daß der Luftabstieg im 
Februar durch einen Luftauftrieb im März abgelöst wird. Für diese Annahme spricht folgende Tatsache. Im 
März rücken die nordpazifischen kontinentalen und maritimen Luftmassen, die den Sommermonsun speisen, 
gegeneinander. Ihre Stromäste stoßen nördlich des Äquators, unter einem spitzen Winkel, südlich des Äquators, 
also im australischen Monsungebiet, unter einem rechten Winkel aufeinander. Dabei muß die wärmere, maritime 
Luft aus SO auf die kältere, kontinentale aus NO aufgleiten und verursacht den allseitigen Niederschlag. Im 
Luv des NO-Monsuns, also in den Sommerregenstationen, werden die übereinandergeschobenen Luftströme noch 
orographisch gehoben und erklären hier die besonders große Zunahme die Niederschlages. 
Im April und Mai hemmt der Wärmeverzug des Wassers zwischen Australien und Neuguinea den 
Wechsel der Monsune (vgl. dazu S. 37). Im April durchweht noch der Sommermonsun aus NO und O die Insel 
lücken und versinkt mit den ersten Vorboten des Wintermonsuns in dem Luftdrucktief über den Gewässern der 
Arafura- und Bandasee. Im Mai ist der Sommermonsun verschwunden. Wintermonsun und SO-Passat besetzen 
das geräumte Gebiet. Über den schon kühlen Inseln wehen sie aus SO, über den noch warmen Inselgewässern 
krümmen sie sich auf NO. Mit dem Sommerregen geht es zu Ende. Der April beschließt in der Regel die sommer 
liche Regenmaximalzeit (vgl. Nr. 53b, c, e, f; 54e, h; 56c; 60b, c; 61a; 62a, b; 63a, c), oder liegt schon unter 
dem monatlichen Mittelwert (vgl. Nr. 53a, d, g; 60a; 63b). Nur in unmittelbarer Nähe des Luftdrucktiefs, in 
S- und W-Neuguinea, verzögert sich das Ende der Sommerregenzeit bis in den Mai (vgl. Nr. 55a; 56d, g, i) 
oder Juni (vgl. Nr. 56e, h). Der Winterregen beginnt, der erste Winterregenmonat (mit einer Niederschlags 
menge über dem mittleren Monatswert) ist der April (Nr. 56f), Mai (Nr. 54b, c. i; 63d) oder Juni (Nr. 54a, d). 
Die, Herbstregenstationen (Nr. 54f, g; 56a, b) an den O- und W-Zipfeln Neuguineas, in der Nähe des Luftdruck 
tiefs, haben jetzt ihr Regenmaximum. In der Orangery-Bay, Gruppenbild Nr. 54g, ist der März regenreicher als 
der Mai. Der Unterschied ist aber so gering, daß er als unwesentlich hingenommen werden kann. Die maximalen * 
99 s. P. Braun, Das Kaiser*Wilhelm-Land; a. a. O., S. 129.
	        
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