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Volltext: 56, 1936

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte -— 56. Band, Nr. 5 
ber ist der trockenste Monat (16 mm 81 ) bei einer Regenwindhäufigkeit von 25%. Die Ursache der Austrocknung 
ist die Überhitzung der vegetationsarmen Koralleninsel in dem noch kühlen Wasser. J. D. Hague 88 weilte vom 
1. Oktober 1859 bis 15. Februar 1860 auf der niedrigen Bakerinsel am mathematischen Äquator (0° 13' N, 176° 
22' W) und berichtet: „I have often observed the remarkable phenomenon of a rain squall approaching the 
island, and just before reaching it, separating into two parts, one of which passed by on the north, the other 
on the south side, the cloud having been cleft by the column of heated air rising from the white coral sands.“ 
Ramsay 89 hat das 1924 auf derselben Insel bestätigt gefunden. Der geringe Nachtregen fällt kurz vor Sonnen 
aufgang 90 . 
Eine weitere interessante Feststellung machen wir auf jeder Insel im Februar. Die Regenwindhäufigkeit 
zeigt das Februar-Regenminimum nicht an. Als relatives Minimum verzögert es den Anstieg der Regenmenge auf 
Fanning und Maiden, südlich des meteorologischen Äquators, als absolutes Minimum verschärft es den Abstieg 
der Regenmenge auf Jaluit und Ujelang auf bzw. nördlich des meteorologischen Äquators. Die Regenverminde 
rung im Februar ist noch deutlicher in den Gruppenbildern der hohen Äquatorialinseln Ponape (900 m) und 
Kusaie (700 m) auf Abb. 9 ausgeprägt. Die einzige Ausnahme im Jahresgang der kleinen Trukinsel Eten (Nr. 
69a; 300 m hoch), in dem die Regenmenge vom Januar bis zum Februar ansteigt, ist wahrscheinlich anormal. 
Auf den hohen Äquatorialinseln, die sämtlich auf bzw. nördlich des meteorologischen Äquators liegen, haben die 
Jahresgänge der Stationen Ponape und Kusaie Miss. (Nr. 69b und 69d), im Lee des NO-Passates, mit Jaluit das 
absolute Februarminimum und der Jahresgang der Station Kusaie Lelahf. (Nr. 69e), im Luv des NO-Passates, 
mit Fanning das relative Februarminimum. Die Luv- und Leelage auf den hohen Äquatorialinseln und die 
nord- und südhemisphärische Lage der niedrigen Äquatorialinseln bedingen nur graduelle Unterschiede des 
Februarminimums. Es bleibt also über alle Einflüsse hinweg erhalten. Wir haben somit hier genau dieselbe 
Erscheinung wie im Februar auf den Hawaii-Inseln (vgl.S. 31 f.) und können sie auch auf dieselbe Ursache zurück 
führen; denn die dort zur Erklärung angenommene Absackung höherer Luftschichten beschränkt sich ja nicht 
auf den Hawaii-Bezirk, sondern erfaßt die ganze NO-Passatströmung zwischen dem nordpazifischen Hoch und 
dem australischen Tief und beeinflußt noch teilweise die Nachbarströme (Maiden!). 
Wir überblicken nun die gesamten Gruppenjahresgänge der Äquatorialzone (Nr. 68a—70c) auf Abb. 9 und 
erkennen nach der Regenmaximalzeit im Frühling oder Herbst 2 Grundtypen der Niederschlags 
verteilung, die die Lage der Inseln zum meteorologischen Äquator zum Ausdruck bringen. Zum Typ der 
Äquatorial-Kernzone, mit maximalen Frühlingsmengen, gehören die Gruppenbilder der Stationen Truk, 
Ponape, Jaluit, Kusaie Miss., Kusaie Lelahf. und Fanning (Nr. 69a—69e und 70a), deren Inseln im oder un 
mittelbar am Äquatorial-Gegenstrom liegen. Zum Typ der Äquatorial -Randzonen, mit maximalen 
Herbstmengen, gehören die Gruppenbilder der Stationen Ujelang und Maiden (Nr. 68a und 70c), deren Inseln 
nördlich oder südlich des Äquatorial-Gegenstromes liegen und von der Nord- bzw. SO-Passat-Trift umspült wer 
den 91 . Bei jedem der beiden Grundtypen unterscheiden wir nach der Regenminimalzeit 2 Unter 
typen. Beim Typ der Äquatorial-Kemzone tritt zum Regenmaximum im Frühling das Regenminimum im Win 
ter (vgl. Nr. 69a—d, Truk, Ponape, Jaluit, Kusaie Miss.) oder Herbst (vgl. Nr. 69e und 70a, Kusaie Lelahf. und 
Fanning). Beim Typ der Äquatorial-Randzonen tritt zum Regenmaximum im Herbst das Regenminimum im 
■Winter (vgl. Nr. 68a, Ujelang) oder Frühling (vgl. Nr. 70c, Maiden). 
Bekannter als diese Dreiteilung der Äquatorialzone nach dem Jahresgang des Niederschlages ist eine 
Zweiteilung der Äquatorialzone nach der Jahres menge. E. Christopherson 92 unterschei 
det einen nassen Gürtel nördlich des mathematischen Äquators mit üppiger Inselvegetation bei vorherrschendem 
Kokosnußwald und einen Trockengürtel in unmittelbarer Nachbarschaft des mathematischen Äquators mit arm 
seliger Inselvegetation, die nur aus niederen Pflanzen und niedrigem Gestrüpp besteht und baumlos der Austrock 
nung durch Sonne und Wind preisgegeben ist. Schott 93 kommt 1933 zu demselben Ergebnis und grenzt die 
unterschiedlichen Gürtel topographisch und klimatisch scharf voneinander ab. Die Breiten 3°—10° N „im süd 
lichsten Teil des NO-Passates, wo er in Stillen übergeht oder mit dem SO-Passat unmittelbar durch O-Winde 
sich verbindet“, sind im Bereich der Südsee-Inseln wölken- und niederschlagsreich, die Breiten 2° N—5° S, „im 
nördlichsten Teil des pazifischen SO-Passates“, sind von den Gilbert-Inseln ostwärts bis Maiden in steigendem 
Grade wölken- und niederschlagsarm. Man rechnet also zum nassen Gürtel die Äquatorial-Kernzone (> 3000 mm) 
und die nördliche Äquatorial-Randzone (2000—3000 mm), zum trockenen Gürtel die südliche Äquatorial-Rand 
zone östlich der Gilbert-Inseln (< 2000 mm). Die Grenzlinie 2°—3° N liegt in der Konvergenzzone der schroff 
sten Stromgegensätze. Sie trennt die durch Auftriebwasser unterkühlte SO-Passat-Trift von dem warmen Äqua 
torial-Gegenstrom. Mengenmäßig gehören so die meteorologisch noch wenig bekannten Inseln der Zentral- 
88 E. Christopherson, Vegetation of Pacific Equatorial Islands; Bernice P. Bishop Museum, Bull. 44, Honolulu (Hawaii) 
1927, S. 62. 
89 E. Christopherson, Vegetation; a. a. O., S. 62. 
90 E. Christopherson, Vegetation; a. a.O., S. 62. 
91 Die noch unsicheren Jahresgänge der Stationen Lamutrik und Christmas (Nr. 68b u. 70b) sind bei dieser Einteilung 
nicht berücksichtigt worden. 
92 E. Christopherson, Vegetation; a.a.0., S. 3f. 
93 G. Schott, Bewölkung; a.a.O., S. 287 f.
	        
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