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Full text: 56, 1936

Hubert Tüllmann: Die Niederschlagsverhältnisse der Südsee-Inseln 
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den abgeänderten Jahreskurven kommen nunmehr wesentliche Züge der breitengleichen Normaltypen zum Vorschein. 
Der Jahresgang der Gesellschafts-Inseln (Nr. 51a, Papeiti) gleicht dem Jahresgang Nr. 34a 
(Delanasua auf Vanua Levu) in Nordfidschi. Die absolute Schwankung der Monatsmengen ist auf den Gesell 
schafts-Inseln in den Sommermonaten und im Jahresgang bedeutend geringer als in Nordfidschi und senkt die 
durchschnittliche Monatsmenge unter die des ersten Zenitmonates November. Der gleiche Jahresgang bei kleinerer 
absoluter Schwankung der Monatmengen kennzeichnet die Lage der Beobachtungsstation Papeiti auf der Nord 
seite der kleinen und hohen Insel Tahiti. Aus den gleichzeitigen Regen- und Windbeobachtungen 
(s. Tabelle 1, Nr. IV) der Jahre 1904—1907 ist die Abhängigkeit des Niederschlages vom N- und NW-Wind zu 
erkennen (vergl. Abb. 11, Fig. d). In ihrer gemeinsamen Häufigkeitskurve fehlen im Dezember und März noch 
die Wärmekalmen der im November und Februar voraufgegangenen Zenitstände. Sie sind in der allgemeinen 
Kalmenhäufigkeit mitenthalten, die auch auf Tahiti — wie auf Makatea — außergewöhnlich hoch ist, aber zum 
Unterschied von Makatea regenlos verläuft. Die Häufigkeitsverteilung in Tabelle 1, Nr. IV zeigt, daß es in der 
Hauptsache Leekalmen des SW-Windes sind. Die Beschränkung der Regen winde auf N und NW entspricht der 
besonderen Lage der Beobachtungsstation in einer Bucht auf der NNW-Flanke des 2240 m hohen Vulkankegels 
der Insel Tahiti 66 . 
Der Jahresgang Nr. 49a wurde auf der kleinen Tonga- Insel Niue beobachtet. Die Lage der Beob 
achtungsstation Alofi ist nicht angegeben. Der Regengang ähnelt dem Gruppenbild Nr. 35c (Navua auf Viti 
Levu) in Ostfidschi. Daraus können wir schließen, daß die Station Alofi wahrscheinlich auf der SO-Flanke der 
Insel Niue liegt. Für die Erklärung von Einzelheiten fehlen die örtlichen Windbeobachtungen. 
Der Jahresgang der Cook-Insel Rarotonga (Avarua, Nr. 50a) hat mit den Jahresgängen der breiten 
gleichen Insel Neukaledonien die maximale Monatsmenge im Februar. Im übrigen vermissen wir den gleichen 
oder ähnlichen Verlauf der Niederschlagsverteilung. Das hat folgende Gründe. Die Beobachtungsstation Avarua 
liegt auf der N-Seite der 900 m hohen vulkanischen Insel Rarotonga 67 und die Beobachtungsstationen Neukale- 
doniens auf der NO- und SW-Flanke. Im Sommer dreht der S0-Passat 68 im Gebiet der Cook-Inseln noch auf 
NO und N, in Neukaledonien nur auf O. Im Winter liegen zwar beide Inselgruppen in dem Teil des SO-Passats, 
dessen Ursprung außerhalb der südpazifischen Antizyklone liegt, aber Neukaledonien in der Nähe des trockenen 
Australien und die Cook-Inseln auf der nassen Rückseite der Bergeronschen Kaltfront 69 . Der winterliche Frontal 
regen verteilt sich kontinuierlich über das ganze Winterhalbjahr. Der trockenste Monat hat in Avarua noch 
126 mm Niederschlag, in Neukaledonien nur 51 bzw. 30 mm. — Die den Cook-Inseln benachbarten Gesellschafts- 
Inseln liegen auf der trockenen Vorderseite der Kaltfront. Die Regenmenge von Avarua in der Cook-Inselgruppe 
übersteigt die von Papeiti in der Gesellschafts-Inselgruppe im Sommerhalbjahr (November—April) um 11%, im 
Winterhalbjahr (Mai—Oktober) um 71%. Das 60%ige Mehr fällt in Avarua als Frontalregen. 
Die einfache Zenitalregenzeit im S O-Passatgürtel beginnt auf den größeren 
Inseln mit dem ersten Monat nach dem ersten Zenitstand, und zwar in der Samoa-Gruppe und den nörd 
lichen Neuhebriden im November, in der Fidschi-Gruppe und den südlichen Neuhebriden im Dezember und auf 
Neukaledonien im Januar. Auf den kleineren Inseln, die entweder zu den genannten Inselgruppen 
zählen oder eigene Inselgruppen bilden — wie die Tonga-, Cook-, Gesellschafts- und Niedrigen-Inseln — kann die 
relative Regenzeit bei mäßig hohen Monatsmengen schon mit dem ersten Zenitmonat beginnen. Die Regenzeit 
schließt, unabhängig von der Breite und Inselgröße, im Passatlee mit März, im Passatluv aus N und NO 
mit März oder April und im Passatluv aus O und SO mit April oder Mai. Das Regenmaximum haben in 
der Regel die extremen Sommermonate Januar, Februar oder März, seltener der November oder Dezember, das 
Regenminimum die extremen Wintermonate Juli, August oder September, seltener der Juni, Oktober oder 
gar der Dezember (Nr. 48a, Lifou-In.). 
ß. Der subtropische NO-Passatsaum. 
(s. Abb. 8, Nr. la—26c) 
Im inselarmen NO-Passatgebiet rücken die Hawaii-Inseln als einzige Inselgruppe in den subtropischen 
Grenzsaum. Die vier größten und höchsten Hawaii-Inseln — Hawaii (4000 m), Maui (3000 m), Oahu (1000 m) 
und Kauai (1500 m) — liegen unter dem nördlichen Wendekreis noch im Gebiet der einfachen Zenitalregen. Die 
Jahresgangformeln der Hawaii-Inseln auf Abb. 10 zeigen den Zenitalregen (S, s) nur als Zugabe zum vor 
herrschenden Winterregen (W). Die Gruppenbilder, Nr. la—26c auf Abb. 8, veranschaulichen das durch den 
Größenunterschied zwischen dem Zenitalregenmaximum in der linken und dem Winterregenmaximum in der 
rechten Kurvenhälfte. 
Die beiden Regenzeiten sind meist scharf voneinander getrennt und lassen erkennen, daß die tropischen 
und außertropischen Einflüsse auf den Niederschlag nicht ineinandergreifen, sondern nacheinander wirksam 
werden. Wir können darum auch die Regenzeiten unabhängig voneinander untersuchen und beginnen, im An 
schluß an die einfache Zenitalregenzeit im SO-Passatgürtel, zweckmäßig mit dem Zenitalregen. 
66 P. Privat-Deschanel, Oceanie; in Geographie Universelle, Tome X, Paris 1930, S. 262 (Fig. 56). 
87 S. Allen, Handbook; a. a. O., S. 367. 
68 Vgl. „Die Windgebiete der Weltmeere“ in W. Koppen, Grundriß; a. a. O., Tafel IX. 
69 Vgl. „Die Strömungsglieder der pazifischen Luftzirkulation“ in T. Bergeron, Richtlinien; a. a. O., S. 256 (Fig. 6b).
	        
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