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Full text: 56, 1936

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte — 56. Band, Nr. 5 
Neukaledonien. 
Neukaledonien rückt von der Fidschibreite um weitere 4°. südlicher ,fois hart an den Wendekreis des 
Steinbocks. 
Dem ersten Zenitmonat Dezember folgt der erste Regenmonat im Januar (Nr. 46a, Pouebo-Houailou, 
und 47a, Gomen - Kone Bake - Bourail - Centre Oumanie - Ouitchambo - Paita - Noumea),und dem zweiten Zenitmonat 
im Januar folgt das Regenmaximum im Februar. Die Regenzeit schließt mit März auf der SW-Seite (Nr. 47a), 
mit April auf der NO-Seite (Nr. 46a). Der einfache und gleichartige Verlauf der Zenitalregenzeit auf den 
NO- und SW-Flanken ist in dem geringen Luv- und Lee-Einfluß begründet. Neukaledonien liegt in der Richtung 
des SO-Passates und bietet dem O-Passat in seinem tief zertalten und arg zerlappten Gebirgsstrang bequeme 
Durchlässe. 
Von der Zenitalregenzeit getrennt, hebt sich auf den NO- und SW-Flanken Neukaledoniens noch der Juni 
als Regenmonat heraus. Das erscheint zunächst unverständlich; denn es gibt für die NO- und SW-Flanke keinen 
gemeinsamen Luvwind, und doch muß die Regenursache windbedingt sein. Nach den 9jährigen Windbeobach 
tungen in Noumea (s. Tabelle 1, Nr. II) erreicht der SW T als einziger Wind im Juni ziemlich unvermittelt sein 
Maximum und übertrifft sogar die Häufigkeit des SO-Passates. Er kommt aber kalttrocken aus dem australischen 
Kontinent und wird unmittelbar nicht einmal im Luv auf der SW-Flanke den Juniregen verursachen können. Ich 
nehme an, daß der SW' als der kältere Wind den wärmeren Passat auf beiden Inselseiten durch Hebung zur Kon 
densation veranlaßt. 
Der Jahresgang auf der kleinen korallinen Loyalty-Insel Lifou (Nr. 48a) zeigt ein auffallend 
breites Regenmaximum und eine für niedrige Inseln verhältnismäßig große Amplitude. Beides kennzeichnet ihre 
Lage in der Stauzone der häufigen O-Winde vor dem hohen und 400 km langen Gebirge Neukaledoniens. Die 
Häufigkeitsverteilung dieses Windes in Noumea (Tabelle 1, Nr. II) ist in Abb. 11, Figur b, über dem Regengang 
der Loyalty-Insel Lifou dargestellt und bestätigt diese Abhängigkeit. 
Tonga-, Cook-, Gesellschafts- und Niedrige-Inseln. 
Die Niedrigen-Inseln, Gesellschafts-Inseln und Tonga-Inseln liegen in den Breiten der Fidschi-Inselgruppe 
und die Cook-Inseln in der mittleren Breite Neukaledoniens. 
Nur der Jahresgang Nr. 49b von Neafu auf Vavua in der Tonga-Gruppe läßt die Breitengleichheit mit den 
Fidschi-Inseln erkennen. Er ähnelt dem Gruppenbild Nr. 33a (Wainunu auf Vanua Levu) in Mittelfidschi. Die 
kleinere Regenamplitude deutet auf die Kleinheit der Insel Vavua und hebt den ersten Zenitmonat November noch 
in die Regenzeit, wie das auch im Jahresgang Nr. 39a auf der kleinen Fidschi-Insel Munia der Fall ist. 
Die übrigen Jahresgänge (Nr. 49a, 50a, 51a, 52a) weichen von den breitengleichen Gruppenbildern auf 
Fidschi und Neukaledonien teilweise erheblich ab. 
Das mag auf der Niedrigen-Insel Makalea (Nr. 52a) in der Kürze der Beobachtungen (6 Jahre) 
begründet sein. Der graphische Vergleich gleichzeitiger, nicht ganz 4jähriger W'ind- und Regenmessungen von 
Makatea auf Abb. 11, Figur c, enthüllt uns jedoch schon eindeutig die Beziehungen zwischen Windhäufigkeit und 
Regenhöhe. Die Regenhöhe folgt der Kalmen- und NW-Wind-Häufigkeit. Die Kalmen treten als Regenursache 
in den Vordergrund; denn ihre durchschnittliche Häufigkeit (s. Tabelle 1, Nr. III) beträgt 20%, die der NW- 
Winde dagegen nur 5%. Daraus folgt, daß auf der niedrigen Koralleninsel Makatea in den Kalmen die auf 
steigende Luftbewegung vorherrscht und von allen Winden nur der NW, in der Richtung des stärksten Tempe 
raturgefälles, eine freie Kondensation des Wasserdampfes auslöst. Ungeklärt ist noch die große Häufigkeit der 
Kalmen im Sommer- und Winterhalbjahr (23% hzw. 18%). Sie wird in beiden Halbjahren nur von der Ostwind 
häufigkeit übertroffen (35% bzw. 47%). Ich sehe die Ursache der häufigen Kalmen in der besonderen W'indlage 
der Insel Makatea 64 . Sie liegt in den Sommermonaten in der stärksten Krümmung des auf NO und N umkurven 
den SO-Passates und in den Wintermonaten in der Passatstauzone vor der Kaltfront zwischen Wintermonsun und 
Winterpassat. 
In den Jahresgängen der Gesellschafts-, Cook- und Tonga-Inseln zeigt sich die ab 
weichende Gestaltung der Zenitalregenzeit noch im Mittel 20jähriger Beobachtungen. Dafür fehlte mir zunächst 
jede Erklärung. Bei der Durchsicht der einzelnen Beobachtungsjahre stellte ich schließlich fest, daß in einigen 
Monaten abnorm hohe Niederschlagsmengen gemessen worden sind und daß die beiden absolut höchsten Monats 
mengen in jeder Station gerade in die Monate fallen, deren 20jähriges Mittel im Jahresgang zu hoch erscheint. 
Das sind in Nr. 51a (Papeiti auf Tahiti) der Dezember und Februar, in Nr. 49a (Alofi auf Niue) der Februar und 
März und in Nr. 50a (Avarua auf Rarotonga) der Dezember und März. Bildet man für jeden dieser Monate das 
Mittel ohne den abnorm hohen Wert 65 , so nimmt hier der Jahresgang den in Abb. 8 dünn gezeichneten Verlauf. In 
64 Vgl. „Die Strömungsglieder der pazifischen Luftzirkulation“ in T. Bergeron, Richtlinien; a. a. O., S. 255 (Fig. 6a) und 
S. 256 (Fig. 6b). 
65 Gesellschafts-Inseln (Papeiti, 1885—1909): 1078 mm im Dezember 1900 
1029 mm im Februar 1902 
Tonga-Inseln (Alofi, 1905—1925) : 785 mm im März 1923 
629 mm im Februar 1911 
Cook-Inseln (Avarua, 1905—1924) : 973 mm im März 1916 
585 mm im Dezember 1919.
	        
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