Hubert Tüllmann : Die Niederschlagsverhältnisse der Südsee-Inseln
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Die Fidschi-Inseln.
Die Fidschi-Inseln, Viti Levu und Vanua Levu, wurden, wie die Samoa-Inseln, Upolu und Sawaii, eingeteilt
in Mittel-, Nord-, Ost-, Süd- und Westfidschi (vgl. Abb. 4). Ihre Gruppenjahresgänge (Nr. 33a—37a) stehen auf
Abb. 8 unter den Samoakurven 62 .
Die Sonne erreicht die 4° südlicher als die Samoa-Inseln gelegenen Fidschi-Inseln 14 Tage später und
verläßt sie 14 Tage früher. Der spätere erste Zenitstand verlegt den ersten Regenmonat vom November auf den
Dezember und füllt in Ost-, Süd- und Westfidschi die Dezemherlücke Ost-, Süd- und Westsamoas. Die Ver-
frühung des zweiten Zenitstandes ist im Regengang nicht erkennbar; denn im Februar und März gleichen
sich die Regenkurven entsprechender Fidschi- und Samoabezirke. Die Unstimmigkeit zwischen Westsamoa und
Westfidschi wird in der Unsicherheit der Samoakurve (Nr. 31a, Falealupo auf Sawaii) begründet sein. Wie kommt
es nun, daß im Jahresgang die 14tägige Verspätung des ersten Zenitstandes deutlich hervortritt, und die 14tägige
Verfrühung des zweiten Zenitstandes wirkungslos bleibt? Die Ursache liegt in der Zusammenfassung des Nieder
schlages zu Monatsmengen. Der erste Zenitstand fällt auf den Samoa-Inseln in den Oktober, auf den Fidschi-
Inseln in den November; der zweite Zenitstand fällt auf beiden Inselgruppen in den Februar. Es ist also für die
Verschiebung der Zenitalregenmengen im Jahresgang der Monatsmengen notwendig, daß mit dem Zenitstand auch
der Zenitmonat wechselt.
Die Großwindlage der Fidschi-Inseln hat sich gegenüber den Samoa-Inseln nicht geändert 63 . Im
Sommer dreht der Passat häufig von SO, 0 auf NO und N, im Winter weht der Passat aus den normalen Rich
tungen 0 und SO. Unverändert ist darum auch der Einfluß der Großwindlage auf die Regenmengen der Monate
Januar und April und auf die Regenamplituden (vgl. S. 25).
Besonderheiten sind in der Regel r e 1 i e f bedingt. Der Regengang Ostfidschis ähnelt mehr dem Südsamoas,
weil die Ostfidschi-Stationen auf breiten SO-Flanken liegen, die in Ostsamoa fehlen. Die Verspätung der Zenital-
regen vom November auf den Dezember ist dabei natürlich ausgenommen. — Der Jahresgang Nr. 34b (Labasa
auf Vanua Levu) in Nordfidschi zeigt schon die maximale Februarmenge der Leeseite. Ihre Beobachtungsstation
liegt nämlich in einem Buchtwinkel auf der NW-Seite der Nordinsel Vanua Levu. — Der Jahresgang Nr. 33a
(Wainunu auf Vanua Levu) in Mittelfidschi gleicht den Jahresgängen Nordfidschis, ist aber auf der S- bzw. SO-
Seite Vanua Levus beobachtet worden. Vielleicht wird hier die Insellücke zwischen Vanua Levu und Viti Levu,
ähnlich wie die in der Samoagruppe zwischen Sawaii und Upolu, auf den Wind und damit auf den Regengang
großen Einfluß haben und die Angleichung der Jahresgänge auf den beiden Flanken der Insellücke, Wainunu auf
Süd-Vanua Levu (Nr. 33a) und Nadarivatu auf Nord-Viti Levu (Nr. 34c), erklären. — Es ist auffallend, daß
in allen Jahresgängen der Insel Viti Levu (Nr. 34c, 35b, 35c, 36a, 37a) ein relatives Augustmaximum auftritt.
Betrachten wir die Lage dieser Beobachtungsstationen auf Abb. 4, so wird klar, daß der gleichzeitige An
stieg der Augustregenmengen nur bei dem einzigen gemeinsamen Luvwind aus SW' möglich ist. Nur dann
liegt auch die Insel Vanua Levu, auf der das Augustmaximum nicht auftritt (Nr. 33a, 34a, 34b, 35a) im
Lee der höheren Südinsel Viti Levu. Die 33jährigen Windbeobachtungen der Station Suwa (s. S. 54, Tabelle 1,
Nr. I) bestätigen unsere Behauptung. Die SW-Windhäufigkeit, die im Jahresdurchschnitt nur 5% beträgt, zeigt
im August ein deutliches Maximum. — Die Winterregen der Station Savu Savu auf Vanua Levu, Nr. 35a, auf
der SO-Seite der Insel Vanua Levu, folgen dem normalen SO-Passat, wie er in Suwa beobachtet worden ist. Seine
maximale Häufigkeit im September macht sich auch in den Bildern Nr. 35b (Nausori-Nasinu-Naitasiri-Suwa)
und 35c (Navua) auf der SO-Seite der Insel Viti Levu bemerkbar. Die Septembermenge rückt hier näher an
die maximale Augustmenge heran als in Süd- und Westfidschi.
Aus der Anlehnung der Jahresgänge der kleinen Inseln in der Fidschi-Gruppe (Nr. 38a—42a) an
die Haupttypen der großen Inseln Viti Levu und Vanua Levu (Nr. 33a—37a) lassen sich Relief- und Windlage
ihrer Beobachtungsstationen ungefähr abschätzen.
Die Neuhebriden.
Die Neuhebriden ordnen sich in wechselnder Größe und Höhe zu einer NNW—SSO streichenden Insel
reihe, deren N- und S-Ende die Samoa- und Fidschibreiten noch überragt.
Aus dem Verlauf der Regenkurven (Nr. 43a—45a) können wir keine Schlüsse ziehen; denn sämtliche Be
obachtungsreihen sind nur 5—8jährig und unreduziert.
Die Anzahl der Regenmonate fällt in der Nord—-Süd-Folge (Nr. 44a, 44b, 45a, 43a—c, 44c) von 7
auf 4. Entsprechend schrumpft die Regenzeit von November bis Mai auf Januar bis April. Bei aller Unregel
mäßigkeit und Unausgeglichenheit im Kurvenverlauf tritt also schon der dominierende Breiteneinfluß klar
zutage (vgl. Abb. 10, S. 23).
62 Von den Fidschi-Inseln sind, mit Ausnahme von Suwa, viele und ausreichend lange Regenbeobachtungen leider nur un
datiert in ihren Mittelwertreihen veröffentlicht (vgl. Lit. Nr. 8 und 20) und machen eine Reduktion auf die gewählte Normal
periode 1905—1924 unmöglich. Die jetzt bis 1934 vorhandenen Annual meteorological reports für Suwa waren bei Abschluß der
Arbeit noch nicht verfügbar.
63 Vgl. „Die Strömungsglieder der pazifischen Luftzirkulation“ in T. Bergeron, Richtlinien; a. a. 0., S. 255 (Fig. 6a) u.
S. 256 (Fig. 6b).