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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte — 56. Band, Nr. 5
Hawaii-Inseln von außertropischem Winterregen übertroffen wird. Vergleichen wir nun den Verlauf der Wind
grenzen, die in Abb. 10 als dicke Linien gezeichnet sind, mit der Verbreitung der Zenitalregen, so erscheinen diese
drei Sonnenregenzonen deutlich von den Windgrenzen umrahmt.
Die in den Passaten und der Äquatorialzone dominierende Sonnenwirkung wird im Bereiche der West
kontinente Asien und Australien durch die Monsune überwältigt. Der Monsun regen zeigt im australischen
Monsun einen bunten Wechsel zwischen den vier möglichen Gangtypen und Regenzeiten von der verschiedensten
Zeitdauer, im asiatischen Monsun ist nur der überwiegende Sommermonsunregen beobachtet worden.
Im Gesamtbild der zeitlichen Niederschlagsverteilung auf den Südsee-Inseln zeigt so der regionale Ver
gleich grundlegende Unterschiede. Der Südsee-Inselraum zerfällt in eine größere Osthälfte mit Zenitalregen, zu
dem auf den Hawaii-Inseln subtropischer Winterregen tritt, und eine kleinere Westhälfte mit Monsunregen. Das
Gebiet der Zenitalregen zerlegt sich breitenparallel in eine Äqu atorialzone und zwei
Passatgürtel. Im Gebiet der Monsunregen trennt der Äquator den asiatischen vom
australischen Monsunflügel. Die Klärung der Verschiedenheiten in diesen Einzelräumen ist Auf
gabe der nächsten Kapitel.
1. Das Zenitalregengebiet
W’ir überschauen das Zenitalregengebiet zunächst noch einmal auf Abb. IO. Die Gilbert-Inseln Nauru und
Ocean, die Malden-Insel und die Hawaii-Inseln liegen in Grenzzonen der Wind- und damit der Regengebiete. Der
Jahresgang ordnet die Gilbert-Inseln zum australischen Monsungebiet und die Malden-Insel zur Äquatorialzone.
Der Jahresgang der Hawaii-Inseln zeigt neben dem tropischen Zenitalregen den subtropischen Winterregen und
muß als tropisch-subtropischer Übergangstyp behandelt werden, der die Aussonderung einer selbständigen Über
gangszone rechtfertigt. Ich wähle für diesen Grenzraum die Bezeichnung: Subtropischer NO-Passatsaum.
a. Der SO-Passatgürtel.
(Abb. 8, Nr. 27a—52a)
Die zeitliche Niederschlagsverteilung im SO-Passatgürtel zeigt in den Gangformeln auf Abb. 10 ausnahms
los die einfache Zenitalregenzeit (S). In den winterlichen Störungen (w) und in der unterschiedlichen Maximum
breite (Zahlen) im Luv und Lee der Inseln (vgl. Fidschi-, Samoa-Inseln u. a.) bekundet sich die Mitwirkung von
Wind und Gelände. Ihr Einfluß durchkreuzt und stört die noch erkennbare Abhängigkeit der Maximumbreite von
der Sonnenhöhe (z. B. auf den Neuhebriden).
Bei der Durchsicht der Gruppenbilder der SO-Passatinseln auf Abb. 8 (Nr. 27a—-52a) staunen wir über
die verschiedenartige und verschieden große Ausprägung ein und derselben Regenzeit. Wir können die Einzel
heiten nur verstehen, wenn wir das örtlich wechselnde Zusammensein und Zusammenwirken von Sonne, Wind und
Gelände kennen und daneben noch Rücksicht nehmen auf die teilweise zu kurze Beobachtungsdauer.
Wir untersuchen zunächst die größeren Inseln und Inselgruppen Samoa, Fidschi, Neuhebriden und Neu-
kaledonien und danach die kleineren Tonga-, Cook-, Gesellschafts- und Niedrige-Inseln 84 . Diese Reihenfolge ist
auch bei der Darstellung der Gruppenbilder auf Abb. 8 innegehalten.
Die Samoa-Inseln.
Ich habe die Samoa-Inseln, Sawaii und Upolu (s. Abb. 3), eingeteilt in Mittel-, Nord-, Ost-, Süd- und
Westsamoa 54 55 und danach die Gruppenjahresgänge Nr. 27a—31a, auf Abb. 8, geordnet 56 .
Zunächst wollen wir aus den verschieden gestalteten Kurven die noch vorhandenen gemeinsamen
Züge der Zenitalregenzeit herauslösen.
Die Regenzeit beginnt auf den Samoa-Inseln im Luv und Lee imNovem ber. Die Abweichungen in Süd
samoa erscheinen bei dem sprunghaften Mengenwechsel der nur 3—5jährigen, unreduzierten Beobachtungswerte
in diesem Zusammenhang als anormal. Der März zeigt in allen Kurven ein relatives Regenmaximum. Die ein
seitige Ausnahme in Nr. 28c (Sogi-Sunga auf Upolu) und 28d (Afiamalu auf Upolu) ist unbedeutend. Dem
März geht in Mittel-, Nord-, Ost- und Südsamoa ein F ebruar einschnitt voraus, nicht aber in Westsamoa. In
Nr. 28c und 28d ist er fast ausgeglichen. Wir erkennen in diesen gemeinsamen Zügen Eigenschaften der gemein
samen Zenitalregenzeit. Der erste Regenmonat November folgt dem ersten Zenitstand 57 im Oktober, der maximale
Regenmonat März folgt dem zweiten Zenitstand im Februar. Der zweite Zenitstand selbst mildert im Februar vor
54 Die kleinen, hohen Marquesas-Inseln und die Inseln der Gambier-Gruppe (SO-Ende der Niedrigen-Inseln) scheiden für
die Untersuchung aus, weil zu wenig Beobachtungen vorliegen (2—3 Jahre) und auf den Marquesas-Inseln zudem „große Unregel
mäßigkeit die eigentliche Regel“ (s. Lit. Nr. 12, S. 145 f.) sein soll.
55 Vgl. O. Tetens und F. Linke, Das Klima von Samoa; a. a. O., S. 37.
58 Für die Samoa-Inseln sind in der Literatur nach 1910 (s. Lit. Nr. 24) bzw. 1911 (s. Lit. Nr. 2, S. 178) nur noch Beob
achtungen von Apia auf Upolu (s. Lit. Nr. 1, 22, 27) und Pago-Pago auf Tutuila (s. Lit. Nr. 1) bekannt geworden. In Nordsamoa
und Mittelsamoa wurde durch Reduktion auf die Normalperiode (1905—1924) von Apia Übereinstimmung erzielt. Auf Ost-, Süd-
und Westsamoa entfallen nur wenige Beobachtungsstationen, die zudem nicht einmal fünf Werte für jeden Monat haben. Sie
mußten unreduziert (mit Ausnahme von Nr. 31a) als Gruppenbilder übernommen werden.
57 Die Zenitstände der Sonne sind hier und im folgenden Figur a auf Abb. 13 (Lit. Nr. 53) entnommen.