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Full text : 55, 1936

A.  Wedemeyer:  Winkelfreue  Karlennetze  in  elementarer  Behandlung

11

4

1.

Der  normale  stereographische  Netzentwurf  stellt,  wie  schon  angedeutet,  den  Grenz*
fall  n  =  1  dar.  Bevor  die  Betrachtungen  auf  ein  beliebiges  n  ausgedehnt  werden,  möge
das  Netz  n  =  ~  näher  untersucht  werden,  da  die  Formeln  ziemlich  einfach  ausfallen.
Die  Meridiane  bilden  einen  Strahlenbüschel  durch  N,  der  Schnittwinkel  ?!—  ’  •  Die

Breitenkreise  sind  konzentrische  Kreise  um  N  mit  den  Halbmessern  (>  =  tang 1/2 ~-  Da  es
bei  zenitalen  Entwürfen  genügt,  einen  beliebigen  Hauptkreis  zu  betrachten,  wählen  wir
den  Büschel  Hauptkreise  durch  den  Punkt  des  Äquators  auf  dem  Nullmeridian.  Der
Hauptkreis,  der  den  Nullmeridian  unter  dem  4.«  (in  Figur  3  4-«')  schneidet,  wird  auf
der  Kugel  (Formel  1)  ausgedrückt  durch

cot  a  tang  p  sin  l  =  1.
Wir  haben  daher  für  das  Bild  im  neuen  Netz  zu  setzen  £  =  tang’ /j  ^  und  /1  =  2  ?!,  also
in  Formel  (2)  und  (3)  statt  q  nun  q 2 .  Dadurch  wird

+  2  cot  a  q“ 2  sin  2  X  =  1,
(J 4  +  4  cot  a  (> 2  sin  X  cos  X  =  1,
Q i  +  4  cot  a  xy  =  1.

Dreht  man  das  Koordinatensystem  um  4-^  —45°,  so  wird
+  2  cot  a  q 2  cos  2  #  =  1,
(x 2  +  y 2 ) 2  +  2  cot«  (x 2  —  y 2 )  =  1.  (6)
Die  Hauptkreise  sind  also  Cassinische  Linien  (allgemeine  Lemniskaten),  siehe  Fig.  4 1 ).
Diese  Hauptkreise  entsprechen  den  Azimutgleichen  C  des  stereographischen  Entwurfs,
mithin  wird  durch  die  Abbildung  z  =  j/z,  wie  man  sich  in  der  Mathematik  ausdrückt,
der  Büschel  Kreise  durch  einen  beliebigen  Punkt  der  Z*Ebene  durch  einen  Büschel
Cassinischer  Linien  in  der  Z*Ebene  wiedergegeben.  Umgekehrt  werden  durch  die  Ab*
bildung  z  =  Z 2  die  Cassinischen  Linien  in  Kreise  verwandelt,  mithin  werden  durch  das
Netz  q  —  tang 2  X  =  22  die  Azimutgleichen  C  der  stereographischen  Karte  in  Kreise
verwandelt,  worauf  später  eingegangen  werden  wird.

Aus  Formel  (3)  für  die  Nebenkreise  folgt:
f> 4  —  2  q“ 2  cos  2  X  sec  z  +  1  =  0.  (7)
Die  Nebenkreise  sind  ebenfalls  Cassinische  Linien  und  bestehen  aus  2  getrennten  Ovalen
(Fig.  4  und  5).  Damit  ist  ein  neues  winkeltreues  Netz  gefunden  (s.  Seite  9  [5]).
Die  Geraden  der  azimutalen  Karte  konnten  als  Nebenkreise  durch  den  Nadirpunkt
betrachtet  werden.  Diese  Kreise  werden  auf  der  Kugel  dargestellt  durch:
cos  f  =  cos  b  cos  p  +  sin  b  sin  p  cos  ?-.  (8)
Der  Kreishalbmesser  ist  £  =  ISO 1  —  b,  wo  b  die  Poldistanz  des  Kreis»Mittelpunktes  auf  der
Kugel  ist,  daher

*)  Bezieht  man  die  Punkte  der  Kurve  auf  die  4  Büschelpunkte  (die  Kardinalpunkte  des  Äquators),
so  kann  man  die  Gleichung  der  Kurve  in  BizirkulanKoordinaten  schreiben:  (Ä  +  «U  -  (Ä,  +  Äj)  ^7,  Pl  P2  -  c.
<]:  %
            
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