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Full text: 55, 1936

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte — 55. Band Nr. 6 
grund durchaus sandig. Die Korngröße entspricht etwa der von Juelssteert. Eine Schichtung 
ist ausgezeichnet zu erkennen. Winzige tonige Bändchen sind immer eingeschaltet. Die obersten 
Lagen des Sandes enthalten Reste von Juncus bottnicus. 
Der Übergang zum Klei geschieht sehr plötzlich. Die deutliche Schichtung verschwindet, da 
gegen ist eine Bankung vorhanden (Bild 13). Die eingelagerten Pllanzenreste bestehen zum größten 
Teil aus den Rhizomen von Scirpus Iriqueler, die obersten Bodenschichten aber aus sehr lockerem 
Material. Der Gehalt an Pflanzenresten ist sehr groß. Blätter und Rhizome des Dreikants, Rohr 
kolbens und Reths wiegen vor. 
Die heutige Vegetation besteht im südlichen Teil aus Reth, in der Mitte beiindet sich die erwähnte 
kleine Bandweidenpflanzung, und im N natürliches Watt mit Juncus bottnicus und Scirpus triqueter. 
Je nach der Art der Vegetation ist das Abbrucliklifl anders gestaltet. Wir können unterscheiden 
zwischen Rethabbruch, Weidenabbruch und Binsenabbruch. Allen gemeinsam ist der Blockstrand, der 
am Weidenabbruchklilf am stärksten ausgeprägt ist. 
Rethabbruch. Das Reth durchsetzt den ganzen Boden mit seinen Rhizomen, die die zähen 
Kleischichten auflockern. Die Klitfbildung gellt weniger aut' Abbruch, als auf Auswaschung zurück. 
Infolgedessen ist der Blockstrand verhältnismäßig gering ausgeprägt. Die Gerolle sind nur klein, das 
Klilf nicht terrassenförmig, sondern steil. Das Haupierosionsgebiet liegt hier an der Grenze zwischen 
Sand- und Kleiboden. Dadurch entsteht leicht ein konkaves Profil, so daß die oberen Schichten mit 
der Vegetation schließlich abstürzen. Neben der Strömung ist die Brandung der wirksamste Faktor. 
Ganz im Gegensatz dazu steht der Weidenabbruc h. Diese typische Arbeitsform liegt in 
der Mitte des Bishorster Sandes. Bei der Ausgestaltung wirkt eine ganze Reihe von Faktoren mit. An 
hervorragender Stelle steht natürlich auch hier die durch die Dampfer hervorgerufene Brandung. 
Verheerend wirkt im Winter das Eis, das an den Bandweiden festfriert und diese aus dem Boden 
herauszieht. Die obersten Schichten sind wegen ihrer lockeren Struktur am meisten dem Abbruch aus 
gesetzt. Die darunter liegende Kleischicht ist schon bedeutend widerstandsfähiger. Die gut erhaltenen 
und zähen Rhizome des Dreikants halten den Boden gut zusammen. Eine Ausspülung ist kaum 
möglich. Wir müssen aber noch einen Faktor berücksichtigen, das ist die Austrocknung, die tiefe 
Trockenrisse verursacht. Gerade im Sommer 1934 war infolge der großen Einstrahlung und der ge 
ringen relativen Feuchtigkeit diese Wirkung außerordentlich stark. Die ganze Oberfläche der Klei 
schicht, die mehrere Meter breit ist, war von zentimeterbreiten Trockenrissen durchzogen. Nun hat 
die Brandung leichtes Spiel. Durch seitlichen Druck brechen polygonale Blöcke ab, die schnell 
elliptisch oder rund abgerollt werden. 
Die Oberfläche der Kleischicht weist manchmal eigentümliche Formen auf: trichterförmige 
Vertiefungen. Ihre Entstehung geht auf die rotierende Bewegung von Rhizomen zurück. 
Die aus dieser Schicht hervorgehenden Gerolle sind ziemlich groß, jedoch kleiner als die 
aus den obersten Schichten, die Durchmesser bis zu Vs m erreichen, aber auch viel leichter 
zerstört werden. Häufig sind die Gerolle sekundär mit Mollusken gespickt. Davon unterscheiden sich 
solche, die bereits primär Schneckenschalen enthalten. Ihr Vorkommen ist auf die Umgebung der 
Gräben und Grüppen beschränkt. In diesen werden Sedimente abgelagert, die aus mehr oder weniger 
sandigem Material mit humosen Bestandteilen bestehen und die mit unzähligen Exemplaren von 
Limnaea ovata erfüllt sind. Wegen der lockeren Zusammensetzung fallen solche Gerolle sehr leicht 
der Zerstörung anheim. Sie liefern örtliche Schneckenpflaster, die besonders nach Stürmen der Ab 
bruchkante vorgelagert sind. Eine andere Art von Gerollen entsteht dort, wo die sandigen mit tonigen 
Lagen abwechselnden Schichten zutage treten. Der Sand wird natürlich leicht herausgespült, und 
die herausragenden Tonlagen werden abgebrochen und bilden platte, 5 bis 7 cm im Durchmesser be 
tragende Gerolle, die in 1 bis 2 m breiten Säumen unterhalb des eigentlichen Blockstrandes liegen. 
Merkwürdige Formen tauchen auch auf den untersten Teilen des Abbruchldiffs auf. Im Anfang 
des Sommers sah ich runde bis ovale Sandbuckel, kleine Aufwölbungen mit umlaufendem Einfallen 
der Schichten. Diese Erscheinung war mir zunächst ganz rätselhaft. Erst nachdem die Abtragung
	        
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