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Full text: 55, 1936

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte — 55. Band Nr. 6 
Drommel und Bishorster Sand sind die ältesten Sande. (Vergl. Meßtischblatt Ütersen. Top. Auf 
nahme von 1878.) Trotzdem sind auch sie beide verhällnismäßig junge Bildungen. Nirgends trifft man 
bis zu einer Tiefe von 2 Meter auf tonige Schichten. Denn auch die jüngsten Sande der Niederelbe 
sind nicht aufgeschlickt, sondern aufgesandet. 
Dann entstand der Auberg, während an der Stelle, wo heute Buhnenberg und Juelssteert liegen, 
das breite Auloch lag. Dieses war vor 30 Jahren noch betonnies Fahrwasser, während man heute 
nur noch mit kleinsten Fahrzeugen bei Hochwasser hindurchgelangen kann. 
Es sei bemerkt, daß die ortsüblichen Bezeichnungen vielfach anders lauten als die auf der Karte 
verzeichneten. So wird das ganze Gebiet außer dem Bishorster Sand, der bei den Fischern Auberg 
heißt, als Drommel bezeichnet, und in Ober- (Drommel), Mittel- (Auberg) und Unterdrommel (Buh 
nenberg) unterteilt. Meist wird aber nur von Drommel gesprochen. 
Zu den Wattinseln gehören ferner der Hungrige Wolf, der Hohenhorster Sand und Scliolenflether 
Sand. Der Hungrige Wolf, der eigentlich schon außerhalb des Steinlochs liegt, wurde trotzdem in den 
Bereich dieser Arbeit einbezogen, weil die Gefahr besteht, daß er den Stromregulierungsarbeiten zum 
Opfer fallen wird.*) 
Der Hungrige Wolf. 
Diese jenseits des eigentlichen Fahrwassers im Steinloch gelegene Sandbank gehört zu den inter 
essantesten Bildungen der Watten im ganzen Gebiet, vielleicht im ganzen Niederelbwatt überhaupt. 
Nicht nur die morphologischen, sondern auch die sedimentpetrographischen und geologischen Ver 
hältnisse sind von besonderem Interesse. Doch es soll hier lediglich auf den Bau und die Oberflächen 
formen eingegangen werden. Die sedimentpetrographischen Verhältnisse werden nur insoweit berück 
sichtigt, als es zum Verständnis des Aufbaus und der Oberflächenforrnen notwendig erscheint. Spe 
zielle Untersuchungen auf diesem Gebiet werden gegenwärtig von anderer Seite angestellt. (Vergl. 
W. G. Simon 43.) 
Der Hungrige Wolf ist heute der Rest des berüchtigten Hungrigen Wolfs, jenes Sandes südlich 
des eigentlichen Pagensands, der wegen seiner Gefahren (Triebsand) von allen Fischern und Schiffern 
gefürchtet war. Ein großer Teil dieses Sandes ist durch künstliche Aufschüttung dem Pagensand 
angegliedert worden. Eine tiefere Rinne trennt diese Dünenlandschaft von der Schwemmsandbank, 
für die ich den Namen Hungriger Wolf beibehalien möchte. Andere Bezeichnungen, wie sie von den 
Fischern gebraucht werden, sind „Hoher Rücken“, „Steinlochrücken“ oder „Steinlochbank“. 
Die Lage im Schutz von Pagensand, die eine unmittelbare Einwirkung der Westwinde und der 
Brandung verhindert, ist für den Aufbau von großer Bedeutung. Und nicht nur im Windschutz, 
sondern auch im Strömungsschatten, besonders der Elbströmung, liegt die Bank. 
Der Hungrige Wolf (siehe Skizze 1—3) besteht eigentlich aus zwei Sanden, die jedoch infolge 
der starken Sedimentzufuhr in den letzten Jahren im südwestlichen Teil miteinander verschmolzen 
sind. Im Norden trennt sie noch eine tiefere Rinne. 
Die Höhenverhältnisse sind recht eigenartig und durch die Gezeitenströme bedingt. Von N nach 
S und von O nach W steigt das Gelände etwa bis zur Mitte ziemlich regelmäßig an, bis eine Höhe von 
etwa 1 m NN erreicht wird, um dann nach S in einer konkaven Kurve abzufallen. An der Westseite 
ist der Abfall vom N bis zur hohen Mitte sehr steil. Der Böschungswinkel beträgt etwa 30 Grad. 
Die Zusammensetzung des Sandes ist ebenfalls für den Aufbau von großer Bedeutung. Die 
gröbsten Sande kommen im NO vor. Von hier bis zur Mitte ist die Korngröße ziemlich gleichbleibend, 
wenn auch eine geringe Abnahme der gröberen Bestandteile wahrscheinlich ist. Von der Mitte nimmt 
dann die Korngröße nach S sehr stark ab, so daß schließlich bei ruhigem Wasser zunächst Mischwatt, 
dann fast reines Schlickwatt auftritt. Aber das ist je nach der Wetterlage ganz verschieden. Bei 
*) Anmerkung. Nachdem diese Arbeiten inzwischen vollendet sind, soll der Hungrige Wolf gänzlich ver 
schwunden sein.
	        
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