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Full text: 55, 1936

Dittmer: Vorland und Watten zwischen Steinloch und Dwarsloch. Ein Beitrag zur Kenntnis des Niederelbwatts 13 
Heute noch befindet sich südlich von Bishorst ein kleines Wäldchen; größtenteils sind es Eschen 
und Eichen, auf dem Deichfuß an der Binnenelbe Ellern und Weiden. Leider hat in den letzten 
Jahren das Absterben der Bäume, besonders der Eichen, in erschreckendem Maße zugenommen. Die 
Bäume haben mit ihren Wurzeln das Grundwasser erreicht und gehen an Rotfäule zugrunde. Am 
besten gedeihen noch die Erlen. Zwar sterben auch sie oben ab — eine Folge der starken Westwinde 
—- doch treiben sie immer wieder von unten aus. 
Auf dem äußeren Abhang des Sommerdeiches wird bei Sturmfluten viel Material fortgeführt. Die 
Bäume stehen deshalb häufig mit ihren Wurzeln in der Luft. Während Weiden und Erlen bald 
neue Wurzeln schlagen, gehen Eschen und Eichen daran zugrunde. 
Auffallend ist, daß der Sommerdeich, soweit er an der Binnenelbe entlangläuft, eine bedeutende 
Breite und Höhe hat, die weit größer sind als die der Seitenstücke, die zum Hauptdeich führen. Ich 
vermute daher, daß hier ein Stück des alten Bishorsler Deiches erhalten geblieben und später als 
Sommerdeich wieder verwendet worden ist. 
An den südlichen Deichknick, wo der Sommerdeich nach 0 zum Hauptdeich umbiegt, schließt sich 
ein etwa 200 in langer Rücken an, der sich allmählich verflacht. Zunächst hielt ich diesen ebenfalls 
für den Rest eines alten Dammes. Bohrungen haben aber ergeben, daß der ganze Rücken vollkommen 
aus grobem Sand besteht. Da dieser Sandhaken aber weit über dem normalen Hochwasser liegt, so 
kann er nur bei Sturmfluten entstanden sein. Es muß eine beträchtliche Sandwanderung an der 
Küste stattfinden. Oberhalb des Deichknicks verliert dann das Wasser an Tragfähigkeit, und das 
verfrachtete Material lagert sich ab. Daß es sich dabei um eine ganz junge Bildung handelt, das be 
weist die Tatsache, daß die Baumstämme bis zu einem Meter im Sand stecken. 
Das Vorlandwatt. 
Das Vorlandwatt umfaßt das Gebiet zwischen MHW. und NW., das vor dem Vorland gelegen ist. 
Es handelt sich dabei ausschließlich um natürliche Watten, da die Beeinflussung durch den Menschen 
nicht in den Vordergrund tritt. 
Die Breite des Vorlandwatts ist stark wechselnd. Die größte Ausdehnung wird an der Pinnau 
mündung erreicht. Von da bis nach Bishorsl wird der Streifen immer schmäler; vor dem Sommer 
deich hört er fast ganz auf, um dann in der Hohenhorster Deichbucht und vor dem Scholenflether 
Deich wieder breiter zu werden. Ja, hier haben wir es ausschließlich mit Watt zu tun, denn hier fehlt 
das Vorland. 
Es ist nun notwendig, eine Unterteilung vorzunehmen. Als Anwachsvorlandwatt be 
zeichne ich das Watt, das im Anwuchs begriffen ist, gleichgültig, ob es vor einem Stillstands-, Ab 
bruchs- oder Anwachsvorland liegt. Das Watt, das weder einen bemerkbaren Anwuchs noch Abbruch 
aufzuweisen hat, will ich Stillstandsvorland watt nennen. Abbruchsvorlandwatt ist im Ge 
biet dieser Arbeit nicht vorhanden. 
Das Amvachsvorlandwatt. 
Dieser Teil des Watts dehnt sich nördlich des Bishorsler Ritts bis zur Pinnaumündung aus. Im 
S gehört dazu das ganze Gebiet von Plaths Ritt bis zum Dwarsloch. 
Charakteristisch sind die unendlichen Reth- und Binsen (Simsen) schallen. Auffallend ist, daß die 
für das Stillstandsvorlandwatt so charakteristische niedrige Binse (Juncus bottnicus) hier völlig fehlt. 
Offenbar steht dies in Verbindung mit der starken Schlickablagerung im Sommer, die niedrige Binse 
wächst vorzugsweise im Sand- und Mischwatt in der Brandungszone.
	        
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