Dittmer: Vorland und Watten zwischen Steinloch und Dwarsloch. Ein Beitrag zur Kenntnis des Niederelbwatts
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Einleitung.
Die vorliegende Arbeit, mit deren Ausführung ich auf Anregung von Herrn Prof. Passarge
im November 1933 begann, beruht zum größten Teil auf eigenen Beobachtungen. Irgendwelche Lite
ratur über das behandelte Gebiet lag, abgesehen von der kurzen geschichtlichen Darstellung von
1). Detlefsen, überhaupt nicht vor.
Das Ziel meiner Untersuchungen war, die morphologischen Verhältnisse eines Teiles des Nieder
elbwatts einmal näher zu untersuchen, wobei außerdem der Frage nachgegangen werden sollte, in
wieweit und ob die Gestaltung der Oberflächenformen abhängig ist von der Wetterlage.
Die Wahl des Arbeitsgebietes fiel auf das Vorland und das Wattgebiet zwischen Steinloch und
Dwarsloch, da hier verhältnismäßig ursprüngliche und interessante Verhältnisse Vorlagen. Die un
günstige Lage zwang mich, mich auf die Untersuchung dieses kleinen Gebietes zu beschränken.
Die mannigfachen Schwierigkeiten, mit denen ich anfangs zu kämpfen halte, waren dank des
Interesses, das mir die Bewohner Bishorsts und die Fischer entgegenbrachten, nach kurzer Zeit zum
Teil behoben. Da ich selbst in der Marsch aufgewachsen und mit den Sitten und Gebräuchen dieser
Gegend sehr vertraut bin, wurde es mir ieiclit, ihr Vertrauen zu erwerben. Einen wesentlichen An
teil an dem Gelingen meiner Arbeit haben Herr j. Röttger und Frau in Bishorst, die mir
durch freundliclist gewährte Unterkunft und Verpflegung einen längeren Aufenthalt im Arbeitsgebiet
ermöglichten. Es ist mir eine angenehme Pllicht, ihnen meinen herzlichen Dank auszusprechen.
Von Herrn H, Sievers, Otersen, wurden mir zwei Fahrzeuge zur Verfügung gestellt, wofür
ich auch an dieser Stelle herzlichsl danke.
Seine Durchlaucht, Prinz von Schönaich - Carolatli, gestattete mir freundlichst, die
zum Gute Haseldorf gehörenden Ländereien zu betreten und dort meine Untersuchungen an
zustellen.
Ferner danke ich für freundlichst erteilte Ratschläge den Herren Zollbeamter Jobs. Schlie-
mann, Fischer 11. Rückborn und P. Meier in Altona, sowie H. S emmeimann in
Audeich.
Da die gänzlich veralteten Meßtischblätter vollkommen unbrauchbar waren, konnte ich es als
ein großes Glück betrachten, daß mir Herr Vermessungsrat Pcemöller von der Wasserstraßen
direktion Hamburg die neuesten Blätter, Bl. VI Brunshausen und Bl. VII Pinnau, im Maßstab
1 : 10000, zur Verfügung stellen konnte. Es fehlten allerdings die Wattgrenzen, so daß die NW.-Linie
von mir eingezeichnet werden mußte.
Vom Pegelbüro der Wasserstraßendirektion erhielt ich die Erlaubnis, das vorhandene Pegel
material zu benutzen.
Ferner gebührt aufrichtiger Dank Herrn Prof. R. Brinkmann, der mir gestattete, die Korn
größenanalysen einer Anzahl von gesammelten Bodenproben im Laboratorium des Geologischen
Staatsinstituts durchzuführen.
Bei den zahlreichen Fahrten bediente ich mich, wie schon erwähnt, zweier kleiner Boote. Das
eine, ein Ruderboot von 4 m Länge, 1,05 m Breite und 15 cm Tiefgang, das andere ein sehr see
tüchtiges Fischerboot von 4,5 m Länge, 1,5 m Breite und 30 ein Tiefgang. Insgesamt wurden 45
Fahrten mit einer Strecke von etwa 280 km gemacht, von denen die meisten in die Zeit von Mai bis
November 1934 fielen. Im Dezember 1933 konnten wegen des Eisgangs vom 4. bis 31. Dezember
keine Beobachtungen vorgenommen werden. Die letzte Fahrt machte ich am 9. Dezember 1934.