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Full text: 55, 1936

Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte — 55. Bd.. Nr. 4 
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Flecken grünen Grases, das von zufälligen Wasserresten oder von Tau lebt und bald von der 
Sonne versengt oder vom Wild verzehrt ist. Ab und an stehen gelbbraune Inseln von unver 
branntem Gras, das trocken und messerscharf ist. Futter für Vieh gibt es hier gar nicht. Und 
doch leben im Lande große Herden von Gazellen, in geringerer Zahl Zebras und besonders an 
den Wasserstellen Vögel. Der Randwald beherbergt Antilopen, Giraffen, Büffel, einige Ele 
fanten, Hyänen, Schakale und Löwen. Rindvieh wird im Innern und auch am Nil erstaunlich 
weit im S und sogar im Suddgebiet gehalten, was für Trockensteppenklima spricht. 
Die aus dem S herankommenden Wasser lagern offenbar jedes Jahr neue Sedimentmassen 
auf der weiten Ebene ab. 
Jetzt soll noch ein kurzer Überblick über die Klimageschichte folgen. 
In ganz Ostafrika (z. B. in Kenia, Uganda, Deutsch-Ostafrika, an den Grabenseen bis zum 
Rudolf-See) finden sich Spuren quartärer Klimaänderungen; ein gleiches wurde für Ägypten 
festgestellt. Einstmals war es viel feuchter als heute; es wurde trockener und wieder feuchter 
in mehrfachem Wechsel; es war auch schon trockener als in unserer Zeit. 
Im älteren Diluvium, dem ersten Hauptpluvial, dem Kamasian Ostafrikas (dessen untere 
Schichten vielleicht vordiluvial sind), war es kühler und viel feuchter als heutzutage. Die 
jetzt zum großen Teil abflußlosen Seen vom Rudolf- bis zum Viktoria- und Manjara-See waren 
viel größer, wie höhere alte Uferlinien zeigen. Ob die heutigen Grabenseen einen Riesensee 
bildeten, oder ob nur jeder einzelne erheblich umfangreicher war, wie z. B. der Viktoria-See, 
ist noch nicht zu entscheiden. Das Nordende oder der größere Rudolf-See hatte einen Abfluß 
zum Sobat, der in den Abiadbecken-See ging, den der nördliche Nil erst später anschnitt; der 
Nil empfing damals sein Wasser vom Atbara und von den Bergen am Roten Meer. Der 
Viktoria-See hatte vielleicht Verbindungen nach dem W durch den Kafu, Ruzi, Katanga und 
Kagera; wohl erst später erfolgte ein Abströmen durch den Assua in den Abiadbecken-See. 
Ob der Albert-See in den großen See entwässerte, ist unbekannt. 
Die Schneekappen der Berge waren viel ausgedehnter, sie gingen bis auf eben über 3000 m 
herab; das sind mehr als 1300 m tiefer als in der Gegenwart. Der heute schneefreie Elgon 
hat drei alte Moränen; die Aberdare-Berge an der mittleren Ostseite des Grabens ragen über 
die damalige Schneegrenze hinaus, hatten aber kein Eis; vielleicht sind sie erst später zur 
jetzigen Höhe emporgestiegen. Am Kenia findet man Endmoränen in 3050, 3200, 3300, 3440 und 
4400 m Höhe, die allerdings nicht alle aus dieser Zeit stammen (auch nicht alle drei Elgon- 
moränen gehören ins Kamasian). 
Der Graben bestand noch nicht in seiner heutigen Form; der Bruch erfolgte wohl später, 
als man bisher angenommen hat. Die weitverbreiteten, gewaltigen Kamasiaschichten sind 
tektonisch stark gestört. In ihnen sind Funde aus dem Chelleen gemacht worden. Wahrschein 
lich ist die feuchte Zeit in zwei Abschnitte zu teilen (Günz und Mindcl). Später, noch im Spät- 
chelleen beginnend und durch das Acheuleen dauernd, erfolgte ein Rückgang der Niederschläge, 
die Seen fielen; Funde auf mehreren Terrassen am Rudolf-See und Sugotasumpf lassen diese 
Zeitbestimmung zu. 
Auf das Kamasian folgte eine lange trockene Zeit mit starkem Vulkanismus, die man viel 
leicht dem (auch in Europa besonders scharf ausgeprägten) Mindel/Riß-Interglazial gleichsetzen 
darf. Die Seen trockneten ganz aus, auch der Viktoria-See. Viel Lava liegt auf den Kamasia 
schichten; etwas jünger noch als sie ist wohl die Grabenbildung, die im N offenbar jedenfalls 
z. T. durch Druck erfolgte. Ältere Laven kommen auch vor, und die Vorbereitung zur Bruch 
bildung liegt sicher weit vor dem Mitteldiluvium. 
Im nun folgenden wieder feuchten Jungdiluvium, dem zweiten Hauptpluvial, dem Gamblian 
Ostafrikas, war der Graben schon vorhanden. Durch vulkanische Querlinien ist er in Ab 
schnitte geteilt; sein mittlerer, höchster Teil ist vielleicht erheblich gestiegen (eine junge Hebung
	        
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