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Full text: 55, 1936

Dr. Erich Höller: Feucht- und Trockensteppen im Abiadbecken. 
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Sumpfgebiet einzudringen; in der Trockenzeit sind die Schwierigkeiten immer noch sehr groß. 
Das Land ist dann wasserlos wie eine Wüste, die Frage des Nachschubs ist schwer zu lösen, 
die Wege müssen nach jeder Regenzeit neu hergestellt werden. (Die Forschungen dauerten 
von 1927 bis 1931 und erstreckten sich auf das Gebiet von Bor nach 0 zum Pibor.) Eine 
Kartierung läßt sich wohl nur mit Hilfe des Luftbildes durchführen. 
Das Land ist eine eintönige offene Ebene; genaueste Aufnahmen zeigten, daß ein ganz 
schwaches Gefälle vom S her zum Veveno besteht, der in etwa nordöstlicher Richtung nach 
Pibor Post läuft. Vom höchsten Punkt am Steilrande der Djebeltalung, an einer Stelle südlich 
von Bor, erfolgt ein Abfall um 1,5 m auf 20 km landein, dann ein gleichmäßiger Anstieg um 
0,80 m auf 30 km bis zum Rande des hier 50 km breiten Waldstreifens. Dann folgt nach NO 
für 30 km ein Abfall um 1 m, die Neigung verstärkt sich etwas mit Annäherung an den Veveno. 
Der Boden ist schwarzer Cotton-soil mit wenigen Sandflecken. Nach der Regenzeit 
trocknet er schnell, wird hart und reißt; die zahllosen Risse gehen bis über 1 m Tiefe. Man 
brauchte und verbrauchte Äxte, um Löcher für die Meß- und Zeltpfähle zu hauen. Boden 
proben aus größerer Tiefe konnten nicht gebracht werden; schon für die mitgebrachten Proben 
aus höheren Lagen mußte man den Boden erst mit Wasser aufweichen und dann noch mit 
Äxten bearbeiten. Er ist ein gelber Lehm, der in der Oberschicht durch Einwirkung von 
äußeren Kräften zu schwarzem Cotton-soil wird. Ein feiner Sandgehalt nimmt mit der Tiefe 
zu, schließlich wird der Lehm überhaupt von Sand abgelöst. Groben Sand trifft man ab und 
an 5 bis 6 m unter der Oberfläche. 
Die Arbeiten erfolgten in den Monaten Dezember bis März. Frühmorgens war die Luft 
klar und kühl, aber bald wurde es sehr heiß; täglich wurden mehr als 40° im Schatten 
gemessen. Das einzig Gute im Binnenlande ist das Fehlen von Moskitos, die in der Nähe der 
Wasserläufe das Leben so verbittern. Nach dem Januar können jederzeit schwere, unperio 
dische Regen niedergehen. 
Der Veveno beginnt ganz unscharf in der offenen Ebene in der Nähe des Nils; es ist kaum 
glaublich, daß er eine Hauptquelle des Pibor sein soll, der in der Flutzeit doch ein sehr 
beachtlicher Strom ist. Das Bett wird langsam deutlicher. Der Oberveveno trocknet im Winter 
vollständig aus, das nächste Wasser findet man dann im Bahr-el-Djebel; der Unterveveno hat 
vielleicht einige Wasserstellen. Veveno und Lotilla treten zusammen und gehen bei Pibor Post 
in den Karuno, der von hier an Pibor heißt. Der Pibor hat stets genügend Wasserstellen in 
der Trockenzeit. Pibor Post (6° 50' N) ist meist bis Ende Oktober zu Schiff zu erreichen, 
Akobo (7° 50' N) von Anfang Juli bis Mitte Dezember. Der Nyanding verläßt den Unterpibor 
nach W und wendet sich dann nach N zum Sobat; er führt lange Wasser. In den untersten 
Sobat tritt der Filus, der mit drei Qellarmen aus der südlichen Ebene kommt. Diese ist im 
Januar ganz trocken; die wenigen Wasserlöcher (einige sind am Steppenrand des Djebel- 
randwaldes) sind spätestens im Februar versiegt. Im Gebiet des Zusammenflusses von Pibor 
und Baro befinden sich offenbar Dauersümpfe; das Nordufer des Sobat ließ Straßenbau zu. 
Am Bahr-el-Djebel zieht sich ein Waldstreifen von wechselnder Breite entlang; 12 und 
50 km Tiefe werden für zwei Stellen südlich von Bor genannt. Der Veveno hat erst reine 
Grasufer, dann tauchen kümmerliche Akazien auf, die an Zahl zunehmen. Endlich ist die 
offene Ebene verdeckt von Baum und Strauch an beiden Seiten; es entwickelt sich ein Wald 
rand, der 6 km Tiefe erreicht. Der Oberlauf des Nyanding geht durch eine offene Grasebene; 
der nördliche Teil ist von einem Waldstreifen begleitet, der zunimmt und an den Sobatrand- 
wald stößt. Die innere Ebene ist bald nach Beginn der Regenzeit (von April an) ganz mit 
dichtem Dorngras bestanden, das 1/4 bis 2% m hoch wird; wenige Einzelbäume unterbrechen 
das eintönige Bild. Im Dezember beginnen die Grasbrände; hinterher sieht man nur kleine
	        
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