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Full text: 55, 1936

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte — 55. Bd., Nr. 4 
Der SO und der Südrand haben sandigen Boden, der größte Teil des Beckens aber hat 
schwarzen Cotton-soil. Er bildet im Sommer unüberschreitbare Moräste, ist jedoch im Winter 
völlig ausgetrocknet und von großen Spalten zerrissen; nur in der sehr kurzen Übergangszeit 
ist er einigermaßen begehbar. Die Dicke des Cotton-soil wird manchmal mit wenigen Metern 
angegeben; andererseits wird von einer 10 bis 20 m, ja 40 bis 50 m dicken Lehmschicht ge 
sprochen und nicht gesagt, daß der Lehm in der Tiefe ein anderer sei als der an der Ober 
fläche. Bezeichnend für den S ist der riesige WasserstandswechseL Die Niederschläge des 
angrenzenden Berglandes lassen viele Bäche entstehen, die linear in das Flachland eintreten, 
sich aber bald ausflachen, daher große Überschwemmungen verursachen und dabei ganz flache 
Fächer aufschütten; sie verschwinden offenbar als Fluß. Andererseits erreichen den Pibor 
etliche deutliche Regenzeitflüsse. 1929 wurde von Pibor Post aus der (im Sommer kräftige, im 
Winter trockene) Veveno erforscht bis 6° 12' N und 32° 30' O; dort fand man sein Bett nur 
noch so wenig eingesenkt, daß es unmöglich schien, daß es noch bis zum Badigeru reicht, den 
man ungefähr noch 100 km weiter im SW ansetzt, ganz nahe am Bergnil, von dem er durch 
den fossilen Uferwall getrennt sein mag. Die Latuka verlassenden und die den Pibor erreichen 
den Flüsse hängen somit offenbar nicht zusammen, sondern sind durch ein talloses Zwischen 
stück voneinander getrennt. Vielleicht sind die auf den Karten angegebenen Sümpfe diese 
Stellen der vollständigen Ausflachung der Latukaflüsse. Ein Teil des Latukawassers gelangt in 
der Regenzeit sicher zum Pibor durch Flüsse wie den Veveno, die ganz unscharf irgendwo in 
der Ebene beginnen und im weiteren Laufe immer ausgeprägter werden. 
Die' im Becken selbst fallenden Regen, deren Höhe man noch nicht kennt — Stevenson- 
Hamilton hat am Nordwestrande 90 cm gemessen, die Zahl braucht aber nicht für das ganze 
Becken zu gelten —, müssen bei der allgemeinen Flachheit und dem Fehlen von ausgesproche 
nen Flußläufen im ganzen Mittelgebiet — große Flüsse sind nur am Rande vorhanden, Djebel, 
Sobat und Pibor — ausgedehnte, aber seichte Seen bilden, die langsam und flächenhaft ab 
strömen und große Verdunstungsverluste erleiden. Regenseen und die wandernden Seen der 
von Latuka kommenden Flüsse sind nicht zu trennen. Im Herbst, wenn die Niederschläge und 
auch die Zufuhr von Flußwasser aufhören, geht das flächenhafte und im N und NO teilweise 
lineare Abströmen weiter, bei wolkenfreiem Himmel ist die Verdunstung sehr stark; bald setzt 
jedenfalls ein furchtbarer Wassermangel ein, im Dezember beginnen bereits die Grasbrände. 
Wegen des Fehlens von Inselbergen sind keine Quellen vorhanden, im Cotton-soil liegt auch 
kein Grundwasser in erreichbarer Tiefe; dauerndes Wasser findet man erst, nachdem man 
40 bis 50 m durch trockenen Lehm gegraben hat. Die in den Flußläufen vorhandenen Wasser 
stellen trocknen im Frühjahr energisch aus, die von Baumreihen begleiteten Bäche und Flüsse 
sind sämtlich periodisch; ob es Dauersümpfe gibt, ist unbekannt. 
Typisch dafür, wie das Land sein Aussehen mit den Jahreszeiten ändert, ist folgendes: 
Comyn war 1904 zu Schiff von N in den Piborquellfluß Veveno eingefahren, zur Regenzeit. 
Kelly besuchte 1911, von W zu Land kommend, auf der Suche nach den Piborquellen dieselbe 
Stelle, wo Comyns Dampfer gelegen hatte. Er erkannte den völlig trockenen Flußlauf nur 
daran, daß das Gras dort ein ganz wenig grüner war als in der Nachbarschaft. 
Die Pflanzendecke des südöstlichen Teils des Beckens besteht aus hohem Gras, das meist 
dornig ist, und Dorngesträuch, das sehr weiten Raum einnimmt; ganz vereinzelt wachsen 
Bäume; am Hochlandrande stehen kleine Wälder. 
Für uns wichtig sind folgende Tatsachen: es ist ein ebenes, inselbergfreies Gebiet, dessen 
Boden aus Cotton-soil besteht. Die Niederschlagshöhe ist noch unbekannt; die Hauptpflanzen 
vertreter sind Gras und Dorngesträuch. Aus dem S strömt viel Wasser heran; das den abessi- 
nischen Rand verlassende Wasser wird wohl zum großen Teil vom Pibor aufgefangen.
	        
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