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Full text: 55, 1936

Dr. Er i cli Holler: Feucht- und Trockensteppen ¡in Abiadbecken. 
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Teil des von Latuka abfließenden Wassers auf. Dieses mittlere tallose Stück ist vielleicht das 
Gebiet der „Sümpfe“, wie z. B. der Badigeru. 
Jetzt soll noch kurz die Wirkung der großen Flüsse betrachtet werden. An sich fließen 
die Ströme des Abiadbeckens zunächst natürlich an den tiefsten Stellen, aber ständig erfolgen 
Ablagerungen von Schlamm und absterbenden Pflanzen. So entstehen Uferwälle, und das 
Bett wächst allmählich über das Niveau der Ebene empor. In der Hochwasserzeit erfolgen 
Dammbrüche und Überflutungen, die Verzweigungen, Bettverlegungen und Sümpfe zur Folge 
haben. Da von dem Obcrflutungswasser das meiste verdunstet und nur eine geringe Menge 
flächenhaft abfließt, werden mitgebrachte Alluvioncn abgesetzt. Der Sudd ist ein außer 
ordentlich guter Schlammfänger; das Abiadwasser verläßt ihn nahezu ohne mineralische 
Bestandteile, dafür aber versehen mit organischen Verwesungsprodukten. Lyons behauptet 
allerdings, daß, wohl infolge der plötzlichen Abnahme des Gefälles und der Weitung des Fluß 
bettes, bei Gondokoro die meiste Sedimentation erfolge, daß weiter unten heute fast nicht mehr 
abgelagert würde. Diese Ansicht ist offenbar etwas zu eng, denn man hat im Suddgebiet die 
Absetzung tatsächlich beobachtet, und der obere Bahr-el-Djebel hat noch ein, wenn auch 
flacheres, so doch fest umgrenztes Bett. Auch der Bahr-el-Asrak tritt aus einem Engtal in 
die Ebene und trägt trotzdem seinen Schlamm bis Ägypten. Jäger schreibt über die Sedimen 
tation des Weißen Nils etwa; Mit dem charakteristischen Bau Afrikas, dem Wechsel von älteren 
Schwellen und jüngeren Becken hängt es zusammen, daß die Flüsse in weite, selbst auf 
geschüttete Schwemmländer gehen. Sie werden dort zu Dammflüssen. Der Abiad ist das 
beste Beispiel einer langsamen, durch Pflanzenwuchs hervorgerufenen Verlandung. (Die durch 
seinen Dammflußcharakter bewirkten mehrfachen Bettverlegungen des Bahr-el-Djebel waren 
der Grund zu Krieg und Wanderungen.) 
Der Damm des Pibor, der, im S kaum vorhanden, im N bis zu 10 m hoch wird, besteht 
aus rötlichen Alluvicnen, die aus Abessinien stammen. Hinter dem Wall hegen bis zu 6 m 
tiefe Uferseen, die langsam mit Gras Zuwachsen. Die schlammigen Akobo-Zuflüsse lagern viel 
fruchtbaren Boden ab. 
Der Baro und andere schnellströmende Flüsse des Sobatsystems, deren Wasser aus dem 
hohen Gebirge besonders in der Regenzeit mit ziemlicher Kraft die Ebene erreicht, ebenso 
im N der Asrak mit Rahad und Binder und der Atbara haben tiefe Betten mit Steilufern 
ausgefurcht. In der Trockenzeit füllt das Wasser den Lauf nur in geringem Maße aus; die 
Flüsse lagern die mitgeführten Schlammengen ab und müssen sich in endlosen Windungen 
zwischen jährlich wachsenden und sich verändernden Sandbänken hindurcharbeiten. Im 
N sind die Verhältnisse viel extremer. Am Atbara ist der Steilrand der inneren Platte oft 
über 3 km vom eigentlichen Flußbett, das etwa 120 m breit ist, entfernt. Nur selten, bei 
gewaltigen Gewitterregen auf der abessinischen Hochfläche, wird die ganze Breite zwischen 
den Piattenrändern von Wasser erfüllt. Die Fluten schaffen gewaltige Mengen festen Materials 
herbei, die zum Teil in den Hauptfluß gelangen, zum anderen Teil aber von dem sinkenden 
Wasser nicht weiter fortgeführt werden können. Der bis 40 m hohe Steilrand ist von Betten 
der Regenzeitflüsse zerrissen und oft völlig ungangbar. In der Platte ist also ein großes 
Flußbett vorhanden, innerhalb dessen das kleinere heutige Bett verläuft; ein eigentliches 
Tal ist nicht zu erkennen, muß aber bestehen, da ja von beiden Seiten Cheran den Hauptfluß 
erreichen. 
In die Sandeschwelle haben die Flüsse tiefe Schluchten eingeschnitten; nördlich von 
der Schwelle gehen sie in weiten Sohlentälern entlang, die immer breiter werden; schließlich 
erfolgt der Übergang zum Suddgebiet.
	        
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