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Volltext: 55, 1936

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Dr. Erich Goedecke: Der Kalkgehalt im Oberflächenwasser der Unterelbe und Deutschen Bucht 
Hafen bis Schulau: 
Die Grenzziehung zwischen diesem Teil und dem vorhergehenden ist von allen bisherigen die schwierigste. 
Während wir in der Norderelbe noch weit unterhalb Hamburgs den Einfluß der Sielwasser verfolgen können, 
was sich auch indirekt in der Kalkgehaltsverteilung ausprägt, können wir die entsprechende Südseite des Unter 
suchungsgebietes, einen Teil der Süderelbe und die alte Süderelbe nicht mehr zum Hafengebiet rechnen. Das 
läßt sich sehr gut an Wasserproben, die fast in einer Linie quer zum Strom geschöpft worden sind, zeigen. 
(Dazu Tabelle 4.) 
Tabelle 4. 
Gesamtkalkgehalts- und Kalkgehaltswerte im Oberflächenwasser 
der Unterelbe. 
Süderelbe (Estemündung) 
A„ = 2,021 mäquiv/L 
Afsss == U840 
A u — 1,915 mäquiv/L 
Af589 = 1-825 
(Ein Querschnitt durch das Stromgebiet.) 
Mühlenberger Loch 
2 7. Mai 1933 
1,860 
1,775 
2 9. Juli 1933 
1,895 
1,770 
Norderelbe 
1,840 
1,725 
1,900 
1,765 
Die Kalkwerte auf der Südseite des Stromes sind höher als auf der Nordseite, vergleiche Estemündung, 
Mühlenberger Loch und Fahrwasser der Norderelbe. Das hängt wahrscheinlich in erster Linie mit der Produktion 
und Konsumtion des Planktons zusammen. Diese Erscheinung war früher schon den Biologen bekannt. An der 
Nordseite des Stromes wird noch bis Schulau das mit Sielabwässern vermischte Flußwasser mit allen für den 
Hafen charakteristischen biologischen Eigenarten fortgeführt, während an der entsprechenden Südseite reineres 
Elbwasser anzutreffen ist. Gehen wir elbabwärts, so nimmt der Kalkgehalt etwas zu, und zwar umsomehr, je weiter 
wir uns der Einmündung der Alten Süderelbe und der Lühe nähern und uns dem Einfluß der Hafengewässer 
entfernen. Diese Zunahme wird zum geringen Teil durch den Zufluß der Alten Süderelbe und den der Lühe 
bedingt, zum größten aber durch Änderungen im organischen Stoffwechsel. Vom 29. 7. 33 (siehe Tabelle 4) 
konnten Werte von der Norderelbe (Köhlbrand) und der Alten Süderelbe verglichen werden. Es ist wie im Mai 
festzustellen, daß das Oberflächenwasser der Alten Süderelbe relativ höhere Werte aufweist als die Norderelbe, 
wenn wir nur die filtrierten Proben berücksichtigen. Die Werte von unfiltrierten Wasserproben (Tabelle 5) aus 
der Mitte des alten Süderelbelaufes sind wahrscheinlich dadurch etwas zu hoch ausgefallen, daß durch das 
Fahrzeug der kalkhaltige Boden aufgewirbelt wurde. Für später zu wiederholende Untersuchungen müßte man 
für derartig seichte Gewässer kleine und flachgehende Boote benutzen, um einwandfreie Resultate zu erhalten. 
Tabelle 5. (Fortsetzung von Tabelle 4.) 
Gesamtkalkgehalts- und Kalkgehaltswerte in derNorder- und Alten Süderelbe. 
29. Juli 1933. 
Stationen: 
A» 
Af598 
1. 
Eingang z. Köhlbrand 
1,900 
1,765 mäquiv/L 
2. 
Trajekt 
1,910 
1,805 
3. 
Köhlfleth 
1,910 
1,805 
4. 
Kattwyk 
1,875 
1,755 
5. 
Ellerholz 
1,895 
1,760 
6. 
Eingang z. Süderelbe 
1,890 
1,805 
7. 
Leuchtturm Moorburg 
1,910 
1,815 
8. 
Eisenbahnbrücke 
2,081 
1,830 
Alte 
9. 
Gasth. z. Graft 
2,101 
1,840 
Süder- 
10. 
Fähre Frankop 
2,206 
1,830 
elbe 
11. 
B. d. Insel Boehaken 
1,915 
1,825 
12. 
Estemündung 
1,895 
1,760 
13. 
Tonne 12 
1.895 
1,770 
14. 
Elbkurhaus 
1.940 
1,805
	        
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