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Dr. Erich Goedecke: Der Kalkgehalt im Oberflächenwasser der Unterelbe und Deutschen Bucht
Hafen bis Schulau:
Die Grenzziehung zwischen diesem Teil und dem vorhergehenden ist von allen bisherigen die schwierigste.
Während wir in der Norderelbe noch weit unterhalb Hamburgs den Einfluß der Sielwasser verfolgen können,
was sich auch indirekt in der Kalkgehaltsverteilung ausprägt, können wir die entsprechende Südseite des Unter
suchungsgebietes, einen Teil der Süderelbe und die alte Süderelbe nicht mehr zum Hafengebiet rechnen. Das
läßt sich sehr gut an Wasserproben, die fast in einer Linie quer zum Strom geschöpft worden sind, zeigen.
(Dazu Tabelle 4.)
Tabelle 4.
Gesamtkalkgehalts- und Kalkgehaltswerte im Oberflächenwasser
der Unterelbe.
Süderelbe (Estemündung)
A„ = 2,021 mäquiv/L
Afsss == U840
A u — 1,915 mäquiv/L
Af589 = 1-825
(Ein Querschnitt durch das Stromgebiet.)
Mühlenberger Loch
2 7. Mai 1933
1,860
1,775
2 9. Juli 1933
1,895
1,770
Norderelbe
1,840
1,725
1,900
1,765
Die Kalkwerte auf der Südseite des Stromes sind höher als auf der Nordseite, vergleiche Estemündung,
Mühlenberger Loch und Fahrwasser der Norderelbe. Das hängt wahrscheinlich in erster Linie mit der Produktion
und Konsumtion des Planktons zusammen. Diese Erscheinung war früher schon den Biologen bekannt. An der
Nordseite des Stromes wird noch bis Schulau das mit Sielabwässern vermischte Flußwasser mit allen für den
Hafen charakteristischen biologischen Eigenarten fortgeführt, während an der entsprechenden Südseite reineres
Elbwasser anzutreffen ist. Gehen wir elbabwärts, so nimmt der Kalkgehalt etwas zu, und zwar umsomehr, je weiter
wir uns der Einmündung der Alten Süderelbe und der Lühe nähern und uns dem Einfluß der Hafengewässer
entfernen. Diese Zunahme wird zum geringen Teil durch den Zufluß der Alten Süderelbe und den der Lühe
bedingt, zum größten aber durch Änderungen im organischen Stoffwechsel. Vom 29. 7. 33 (siehe Tabelle 4)
konnten Werte von der Norderelbe (Köhlbrand) und der Alten Süderelbe verglichen werden. Es ist wie im Mai
festzustellen, daß das Oberflächenwasser der Alten Süderelbe relativ höhere Werte aufweist als die Norderelbe,
wenn wir nur die filtrierten Proben berücksichtigen. Die Werte von unfiltrierten Wasserproben (Tabelle 5) aus
der Mitte des alten Süderelbelaufes sind wahrscheinlich dadurch etwas zu hoch ausgefallen, daß durch das
Fahrzeug der kalkhaltige Boden aufgewirbelt wurde. Für später zu wiederholende Untersuchungen müßte man
für derartig seichte Gewässer kleine und flachgehende Boote benutzen, um einwandfreie Resultate zu erhalten.
Tabelle 5. (Fortsetzung von Tabelle 4.)
Gesamtkalkgehalts- und Kalkgehaltswerte in derNorder- und Alten Süderelbe.
29. Juli 1933.
Stationen:
A»
Af598
1.
Eingang z. Köhlbrand
1,900
1,765 mäquiv/L
2.
Trajekt
1,910
1,805
3.
Köhlfleth
1,910
1,805
4.
Kattwyk
1,875
1,755
5.
Ellerholz
1,895
1,760
6.
Eingang z. Süderelbe
1,890
1,805
7.
Leuchtturm Moorburg
1,910
1,815
8.
Eisenbahnbrücke
2,081
1,830
Alte
9.
Gasth. z. Graft
2,101
1,840
Süder-
10.
Fähre Frankop
2,206
1,830
elbe
11.
B. d. Insel Boehaken
1,915
1,825
12.
Estemündung
1,895
1,760
13.
Tonne 12
1.895
1,770
14.
Elbkurhaus
1.940
1,805