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Full text: 55, 1936

Dr. Erich Holler: Feucht- und Trockensteppen im Abiadbecketi. 17 
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westlich dieser Linie, also auch ira 0 des südlichen Bahr-el-Djebel, fallen 1000 bis 1500 mm. 
Diese neuesten Zahlen stimmen überein mit Hamiltons Angaben über das Dinkaland; die Werte 
aus dem Buche von Hann müssen verbessert werden. 
Eine ähnliche Verteilung der Isohyeten wie Ekhart bringt die ältere Arbeit von Pietsch. 
Er setzt bei Djebelein und von da nach NO laufend die Nordgrenze des Gebietes mit 500 bis 
750 mm an, dessen Südgrenze zum Gebiet mit 750 bis 1000 mm erst südlich des Sudd liegt, 
der somit wesentlich niedriger angesetzt ist. Da die 500-mm-Linie östlich des Nils nach NO, 
die 750-mm-Linie nach SO läuft, verbreitert sich das eingeschlossene Gebiet vor dem abessini- 
schen Rande gewaltig. Abessinien, das 1250 bis 1750 mm Regen hat (Thorbecke gibt sogar 
2000 mm für Südabessinien an), schickt einen breiten Streifen mit 750 bis 1250 mm vor, der 
das ganze Sobatsumpfgebiet und den Sobat selbst bis zur Mitte zwischen Nasser und dem Nil 
umfaßt und von da nach NO läuft, den Bahr-el-Asrak bis nahe Roseires einschließend. Süd 
lich des Sobat ist dieser Streifen nach SO gerichtet, ein großer Teil des südwestabessinischen 
Vorlandes erhält 500 bis 750 mm. Von SO her ragt in dieses Gebiet eine trockene Zone mit 
250 bis 500 mm zungenförmig herein. Der SW führt mit 750 bis 1000 mm zum Kongogebiet 
hinüber. 
Ungefähr die Mitte zwischen den Ansichten von Fraunberger und Ekhart hält Jäger. Die 
Zonen unter 100 mm, 100 bis 250 mm, 250 bis 500 mm stimmen annähernd überein mit den 
von Pietsch angegebenen. Bei Jäger folgt nun ein Streifen von 500 bis 750 mm, dessen Süd 
grenze vom W herkommend etwa bei Faschoda den Nil kreuzt und dann nach NO läuft um 
Abessinien herum, dessen Südost- und Südseite weniger als 750 mm haben. Von SO her aus 
dem Somalilande ragt zungenförmig ein trockenes Gebiet mit 250 bis 500 mm bis zum Rudolf- 
See vor. 750 bis 1000 mm gelten für das Suddgebiet und für das Land von hier bis Abessinien, 
ebenso für das Latukahochland. östlich davon ist trockneres Gebiet. Südlich und südwestlich 
dieser Zone, etwa bei Ladö auf die Ostseite des Nils übertretend, fallen 1000 bis 1500 mm. 
Rathjens stimmt mit Pietsch ganz gut überein, nur dehnt er das Gebiet mit mehr als 
1000 mm in Abessinien, dessen Kern mehr als 1400 mm hat, sehr weit nach SW in das Sobat- 
gebiet aus, wo bei Pietsch weniger als 500 mm angegeben ist. Auch hier ragt von S und SO 
ein trockener Strich vom Rudolf-See vor, der im äußersten S weniger als 400 mm, im N aber 
bereits 800 bis 1000 mm hat. 
Als letzte Karte betrachten wir die von Dr. Chipp ira Geographical Journal von 1930. Bis 
500 mm aufwärts herrscht eine gute Übereinstimmung mitJäger, nur daß bei Jäger die Isohyeten 
über dem Abiad nach S ausgebuchtet sind, während bei Chipp dieser Vorstoß der geringeren 
Niederschläge weiter westlich in Kordofan erfolgt; den Nil kreuzen die Linien schon in NO- 
Richtung. Aber Chipp zeichnet eine 700-mm-Linic, die, den Bahr-el-Arab entlangkommend, am 
Bahr-el-Djebel eine beutelförmige Ausbuchtung nach S macht, bis eben nördlich von Gaba 
Schambe; ganz dicht östlich davon biegt sie scharf nach N und sogar NNW um, kreuzt den 
No-See und geht dann nach NO. Die 900-mm-Linie macht einen ähnlichen, nur weiteren Bogen; 
sie geht bis Ladö herab, biegt im O bald nach N um und stößt im Sobatgebiet wieder westlich 
vor, so daß noch der östliche Teil des westöstlich fließenden Abiadlaufes mehr als 900 mm 
hat, geht dann scharf zurück nach O, um ab Taufikija nach NO zu laufen. Die 1100-mm- 
Isohyete macht wieder einen weiteren Bogen, kreuzt den Sobat unterhalb Nasser und geht zum 
abessinischen Rande. Eine trockene Zone im SO ist nicht angegeben. 
Es ist nicht möglich, aus den gebrachten Angaben eine sichere Klimakarte aufzustellen. 
Einige Ansichten schließen sich gegenseitig sogar aus. Noch ganz unentschieden ist, ob der 
trockene SO vorhanden ist oder nicht; dazu fehlt es an Messungen. Dort scheinen gewaltige 
unperiodische Niederschlagsschwankungen aufzutreten. Interessant ist, daß der Sudd einer
	        
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