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Full text: 55, 1936

Dr. Erich Höller: Feucht- und Trockensteppen im Abiadbecken. 
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Maßgebend für das Klima ist die Lage zu den Windsystemen. Im Nordsommer ist das 
südliche Roßbreitenhoch kräftig ausgebildet mit einem Kern von 768 mm über dem Oranje. 
Uber Nordafrika und besonders über Zentral- und Westasien ist ein riesiges Gebiet mit 
geringerem Druck vorhanden, dessen Kern mit 746 mm in Südpersien liegt. Dieses Minimum 
zieht den aus dem südlichen Maximum tretenden Südostpassat über den Gleicher; er wird 
unter Rechtsablenkung auf der nördlichen Halbkugel zum Südwestmonsun. Die vom Indischen 
Ozean kommenden Winde tragen Wasserdampf mit, den sie als Steigerungsregen an der ost 
afrikanischen Bruchstufe, an den Südost- und Süd- und Südwesthängen der Stöcke und Vulkane 
und in Abessinien abladen. Sie bringen dem Ostsudan Feuchtigkeit als Zenitalregen, die im S 
zweimal, im N einmal im Sommer auftreten. Die den Ostsudan überstreichenden Winde, die 
hier bereits zu Südwestwinden geworden sind, haben die flache Sandeschwelle verhältnismäßig 
leicht überwunden, so daß in dem dahinterliegenden flachen Lande die Konvektionsregen ein- 
treten können, die bis etwa 18° N reichen. Den größten Anteil des Regens empfängt Abessinien, 
das die noch feuchten Winde zu energischem Aufsteigen zwingt. Die Regenzeit ist im Hoch 
lande gegabelt, mit einem Höhepunkt im April und Mai und einem bedeutenderen im Juli und 
August. Der Grund soll der sein, daß der Südostpassat des Atlantischen Ozeans durch das 
sehr tiefe südwestasiatische Minimum auf der Nordhalbkugel scharf nach O abgelenkt wird und, 
ohne merkliche Steigung den Sudan überwehend, noch mit Feuchtigkeit beladen auf Abessinien 
stößt. Er veranlaßt dort im Juli und August Monatsniederschläge von 300 bis 400 mm. Im 
Herbst drehen die Winde über W und N nach NO herum, denn im Nordwinter ist in der 
Sahara und in Zentral- und Westasien ein gewaltiges Maximum ausgebildet, dessen Kern in 
Zentralasien ein großes Gebiet mit mehr als 775 mm umfaßt. Das Abiadbecken wird von 
heftigen Nordostwinden überstrichen, die nur selten unterbrochen werden und die, da sie von 
kälteren in wärmere Länder gehen und außerdem aus dem Binnenlande kommen, sehr trocken 
sind. Sie wehen sehr weit nach S und führten früher die Segelschiffe den Nil bis Ladö hinauf, 
das also nur im Winter zu erreichen war. Im Frühjahr gehen die Winde dann wieder über 0 
und S nach SW. 
Wir wollen jetzt genauer auf das Abiadbecken eingehen. Nach Koppen hat der ganze S 
bis zu einer Linie, die von SSW nach NNO etwa von Kaka bis Roseires läuft, Aw”t’Klima, 
d. h. tropisches Regenklima, und zwar periodisch trockenes Savannenklima; w” bedeutet, daß 
die Regenzeit gegabelt ist durch eine kleine Trockenzeit; t’ ist der sudanische Wärmegang, 
d. h. die kühlste Zeit ist nach der Sommersonnenwende. Nördlich anschließend folgt ein 
schmaler Streifen, der aber den nördlichen Teil der Djesireh ausschließt, er hat BShwt’-Klima, 
d. h. ein trockenes Klima der Steppe; h bedeutet heiß, d. h. die Jahrestemperatur ist größer 
als 18°; w ist wintertrocken. Die nördliche Djesireh hat bereits ein heißes Wüstenklima, BWh. 
Tabelle 1 ist aus dem Buch von Hann entnommen; die Werte über Niederschlagshöhe 
und Temperatur für etliche Nilstationen sind sicher verbesserungsfähig, aber sie werden die 
Verhältnisse ungefähr richtig wiedergeben. Im Anschluß hieran wollen wir einige modernere 
Isohyetenkarten besprechen. 
In Mongalla sind Juli und August die kühlsten Monate, sie liegen in der Hauptregenzeit. 
Das ist das t’-Klima; die wärmste Zeit liegt unmittelbar vor der Regenzeit; die höchsten 
Temperaturen werden im März und April erreicht. Später hindert die schwere Wolkendecke 
die Einstrahlung, und die starke Verdunstung bindet soviel Wärme, daß diese Faktoren einen 
größeren Einfluß ausüben als der Einfallswinkel der Sonnenstrahlen. Eine doppelte Regenzeit 
ist nicht sehr deutlich zu erkennen, aber Mai/Juni und August/September sind doch Höhepunkte 
der lange dauernden Niederschläge, die im März beginnen und bis November reichen. Nach 
den Messungen in den Jahren 1900 bis 1910 beträgt die Jahresregenmenge für Mongalla 1016 mm,
	        
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