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Full text: 55, 1936

Dr. Erich Holler: Feucht- und Trockensteppen im Abiadbecken 
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werden, zerschnitten. Sic ist deshalb im O, S und SW gut ausgebildet und verfällt mit der 
Annäherung an den Ort des Zusammentrittes der Ströme und Wasserläufe immer mehr der 
Auflösung; an der Ostseite des Bahr-el-Djebel reicht sie offenbar weit nach N. Das Zusammen 
flußgebiet der Sobatquellströme im O und das Ghazal-Sudd-Gebiet im W scheinen viel Ähnlich 
keit zu besitzen, nur wird das Sobatgebiet durch einen etwas längeren Unterlauf vom Bahr-el- 
Djebel getrennt. 
3. Geologische Betrachtung. 
Die afrikanische Platte ist ein eingeebnetes Grundgebirge, das aus der afrikanischen 
Primärformation besteht. Darauf liegen weithin im südlichen Teil des Erdteiles, bis Abessinien 
reichend, die Tafeln des Afrikasandsteins, einer fossilarmen bis fossilleeren Festlandsbildung, 
die wohl bis in die Jurazeit hinein aufgebaut wurde. Der nubische Sandstein im NO ist 
kretazisch und jünger. Im Tertiär erfolgten riesige Deckenergüsse von Trapp, später, erst am 
Ende des Altdiluviums, die großen Grabenbrüche im 0, denen ein neuer, aber geringerer 
Vulkanismus sich anschloß. 
Abessinien ist ein Sockel von kristallinem Grundgebirge und Afrikasandstein mit darauf 
liegenden gewaltigen Schichten von Lava und Tuff. Die zwischen Sandstein und vulkanischem 
Gestein liegenden Jura- und Kreideablagerungen sind am Westrand bisher nicht gefunden. Der 
Trapp der abessinischen Tafel (Aschangi-, Magdala-, Adenserie) gehört zur großen ostafrikanischen 
Magmenprovinz. Nördlich von 15° N besteht Abessinien nur aus dem afrizidischen Grund 
gebirge, der Trapp fehlt. Der Westabfall von Abessinien ist zugleich der Abfall von Hoch 
afrika gegen Niederafrika, der in geologischer und morphologischer Hinsicht fast nirgends so 
scharf ist wie hier. Während Jäger den Rand nördlich des Baro für eine Abtragungsstufe und 
den südlich des Baro für eine Stufe von zweifelhafter Entstehung hält, meint Krenkel, man dürfe 
den ganzen Westhang als einen Bruchrand auffassen. Das ist aus geologischen Gründen 
möglich: Eine Zone Urgestein tritt heraus, oben und unten gibt cs denselben Sandstein; Erd 
beben sind schon häufiger beobachtet worden. Rathjens gibt folgendes Profil: Figur 2. 
(Rathjens nimmt den Bruch als Tatsache an; er soll ebenso alt wie der Graben im O und 
jünger als die Trappdecke sein. Dann müßte Trapp sich auch in der Ebene finden; er ist aber 
bis heute noch nicht nachgewiesen worden.) 
Auch morphologisch ist der Bruchrand annehmbar, denn es handelt sich um einen Steilrand, 
wenn auch nicht um einen so geschlossenen wie im trockenen Osten Abessiniens. Oft ist er 
auch im W mauergleich, dann wieder zerrissen, und manchmal macht er den Eindruck einer 
Bergkette, wie z. B. im 0 von Fasogl. Er kann bis 200 km breit werden und ganz im Land 
schaftsbild verschwinden. 
Von Suakin an, das im Gebiete des Grundgebirges am Roten Meer liegt, ist der Westrand 
deutlich bis zum Knie des Barka; er verläuft nordsüdlich. Zwischen Barka und Takazzé springt 
er nach W auf etwa 37° O vor, behält aber meridionale Richtung. Vom Takazzé zum Bahr-el- 
Asrak läuft er südwestlich. Zwischen Semién und dem gegen den Ostsudan vorgeschobenen 
Bergstock von Eto setzt eine tiefe Furche hindurch, die weniger als 1000 m Meereshöhe hat; 
vielleicht ist es ein Graben in derselben Richtung wie die Bruchstufe. Jenseits des Bahr-el- 
Asrak springt der Rand wieder nach W vor; nach Schuvers Beschreibungen handelt es sich 
hier wohl um eine Doppclstufe, die nach Steudners Berichten auch schon weiter im N vor 
handen zu sein scheint. Der Bruchrand geht nun nach S etwa auf 34 bis 3414° O entlang, dann 
in einem flachen Bogen nach SO und wieder nach S. Im Sobatlande ist er morphologisch sehr 
deutlich und als Doppelstufe entwickelt. Weiter im S, am Borna- (6° N) und Muschaplateau 
(5 l A° N) bleibt der Rand sehr eindrucksvoll; Hodson erzählt von einem mauergleichen Abfall
	        
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