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Full text: 37, 1914

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte — 1914, Nr. 1 
das Schiff dem Vertreiben ausgesetzt ist, desto regelmäßiger wird die Kurve und nähert sich mehr einer 
geraden Linie. Viel macht auch die Übung und Geschicklichkeit des manöverierenden Offiziers aus, mit 
welcher er das Schiff am Lotdraht hält. 
Aus der graphischen Darstellung läßt sich eine Hauptstromrichtung entnehmen, deren mittlerer 
Fehler auf höchstens 1 Strich geschätzt wird. 
Um die Strombeobachtungen auch zur Nachtzeit ausführen zu können, wurde als treibendes Peil 
objekt ein Holzkreuz mit einer darauf genagelten Konservenbüchse benutzt. Mit Petroleum getränktes 
Werg in dieser Büchse gibt ein genügend lange brennendes Licht. Die Bestimmung erfolgte in mond 
hellen Nächten bei sichtigem Horizont wie am Tage nach der Kimmwinkel-Methode, bei unsichtigem 
Horizont mittels eines Pendelquadranten von einer bekannten Augeshöhe. In der Nacht wurde beob 
achtet auf Lotstation 12, 17, 20, 22, 23, 33. 
Um über die Zuverlässigkeit der Methode ein Urteil zu gewinnen, wurde auf Lotstation 18 
und 53 zweimal hintereinander beobachtet. 
und Peilungen eines Treibkörpers. 
Bei der Feststellung der Stromrichtung ist 
meistenteils nicht gleich vom Zeitpunkt des Trei 
benlassens an gerechnet; der erste Teil der Kurve 
zeigt nämlich oft eine von der wirklichen Stromrich 
tung etwas abweichende Richtung. Dies liegt daran, 
daß der Strom sich an dem auf der Stelle gehaltenen 
Schiff bricht.“ 
Zur besseren Erklärung der Methode geben wir 
den Verlauf der Arbeit bei Lotstation 18, II. Beobach 
tungsreihe, nebst Zeichnung. (Fig. 4.) 
Lau 
fende 
Nr. 1 ) 
Uhrzeit 
Peilung 
mißweisend 
Winkel 
Entfernung 
in m 
1 
41. 14'” 
beim Schiff 
2 
16 
250° 
70 0 , 
80 
3 
17 
249 
5 5 
HO 
4 
18 
247 
4 0 
144 
5 
19 
255 
3 34 
160 
6 
20 
253 
3 5 
196 
7 
21 
250 
2 40 
210 
8 
22 
249 
2 26 
230 
9 
23 
244 
2 5 
260 
10 
24 
246 
1 57 
280 
11 
25 
240 
1 50 
290 
12 
26 
239 
1 43 
308 
13 
27 
236 
1 40 
308 
14 
28 
234 
1 36 
340 
15 
29 
230 
1 12 
440 
16 
30 
13 Min.®) 
226 
1 2 
500 
Die Entfernungen sind auf Grund der gemesse 
nen Winkel nach der im „Lehrbuch der Navigation“ 3 ) 
§ 185 angegebenen Formel ausgerechnet, resp. einer 
graphischen Abstandstabelle „Entfernungen für 
J ) Diese Nummern entsprechen den in Fig. 4 an die 
Trift der Kiste geschriebenen Nummern. 
®) Von Nr. 3 an gerechnet. 
3 ) Reichs-Marine -Amt, Berlin : Lehrbuch der 
Navigation. Berlin 1906. 2. Auflage. Band I, S. 298.
	        
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