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Full text: 55, 1936

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte — 55. Band, Nr. 3 
7. Die Eisverhältnisse von Eggegrund (Bottnischer Meerbusen). (Abb. 12.) 
Eggegrund liegt ziemlich weit draußen vor der Einfahrt nach Gävle. Vor? dem Hafen Gävle selbst beträgt 
der Abstand 21 km, von den äußersten Ausläufern des die Gävlebucht umrahmenden Festlandes liegt Eggegrund 
je 10 km entfernt. In den Eisverhältnissen muß dementsprechend der Einfluß hydrographischer Faktoren sehr in 
Erscheinung treten. Die wechselvollen Eisverhältnisse erlauben eine genauere Mittelbildung nicht. 
Die Vereisung beginnt in den Extremen schon am 2. Dezember (1925) bzw. erst am 16. März (1925). 
Als Häufigkeitswert läßt sich aus dem vorliegenden Material der Januar herausheben, jedoch sind auch darin 
die Schwankungen noch groß. 
Charakteristisch für die Vereisung sind die häufigen Vorperioden, die durch Zeiten ohne Eis voneinander 
getrennt sind. Die Abstände zwischen ihnen sind jedoch nicht allzu groß. Mehr als 12 Tage ist das Meer 
zwischen den Eisperioden nie eisfrei. Die Länge dieser Vorperioden ist nicht bedeutend, sie wechseln zwischen 
1 und 8 Tagen. 
Darin und in der Art des auftretenden Eises kommt die marine Lage zum Ausdruck. Es entsteht zwar zu 
Beginn der Eisbildung vielfach leichtes Festeis, dieses geht aber fast ausnahmslos bald in Treibeis über, teilweise 
tritt schon zu Beginn Treib- oder Packeis auf. So begann der schwere Eiswinter von 1923/24 am 2. Januar mit 
schwerem Packeis, das sich gelegentlich etwas veränderte, aber doch in zeitlichem Zusammenhang blieb und 
schließlich am 22. Januar in starkes Festeis überging. Auch der folgende sehr kurze Winter zeigt einen ganz 
gleichartigen Beginn, nur entsprechend sehr viel später. 
Längere Treibeisperioden treten zu Beginn der Vereisung auch auf, jedoch nie unmittelbar am Anfang. 
Nach anfänglichem leichtem Festeis wurde so 1925/26 während des ganzen Januar Treibeis gemeldet, das erst am 
31. Januar in die Hauptvereisung mit starkem Festeis überging. 1930/31 war es ganz ähnlich, nur daß hier die 
Treibeisperiode nach dem anfänglichen leichten Festeis nur 20 Tage dauerte (9. bis 29. Februar) und nicht 
gleich in starkes Festeis überging; es folgte erst leichtes Festeis, dies geriet nochmals für zwei Tage ins Treiben, 
um erst am 5. März endgültig fest zu werden. 
Der Verlauf der Hauptvereisung ist ungestört, eine Gliederung in verschiedene gleichlange oder gleich 
schwere Perioden ließ sich in keinem Jahre feststellen. Die Länge ist dagegen wechselnd. Während sie 1923/24 
knapp 4 Monate betrug (Ende Januar bis Mitte Mai), erreichte sie 1931/32 nur 16 Tage (Ende März bis Anfang 
April), oder, wenn man den kurzen Winter 1924/25 mit berücksichtigt, nur 6 Tage (31. März bis 6. April). 
Im Winter 1926/27 lagen ganz eigenartige Verhältnisse vor; es kam zwar zu häufiger Eisbildung, aber in 
keinem Falle zu einer festen Vereisung. Der Winter bestand nur aus 6 selbständigen kleineren Perioden, die in 
die Zeit von Anfang Januar bis Anfang März fielen. In der Regel begannen sie mit leichtem Festeis, das bald 
in Treibeis überging, oder sie bestanden nur aus Treibeis. 
Der Winter 1929/30 wies überhaupt nur eine eintägige Eisbedeckung am 17. März auf, die in die Zeit 
der tiefsten Temperaturen dieses Winters fiel, während beispielsweise Skag (weiter nördlich) während dieser 
Zeit (Mitte März) kein Eis hatte. 
Der Eisgang ist wie der Beginn der Vereisung großen Schwankungen unterworfen. Das letzte Eis wurde 
1923/24 erst am 20. Mai gemeldet, 1926/27 dagegen schon am 17. März. 
Getrennte Nacheisperioden fanden nur selten statt, jedoch 1927/28 trat noch 28 Tage nach Schluß der 
Hauptvereisung eine zweitägige Treibeisperiode auf. 1925/26 trat ebenfalls eine Nachtreibeisperiode auf, die sich 
bereits nach 4 Tagen zeigte und 11 Tage anhielt. 
Der Eisgang wird fast ausnahmslos durch Treibeis gekenzeichnet. Nur 1931/32 trat loses Eis bzw. leichtes 
Festeis zum Schluß auf, nachdem kurze Zeit davor Packeis und Treibeis herrschte. 
Auffallend ist der Gegensatz in den Wintern 1923/24 und 1930/31, der erstere war sehr lang und schwer, 
zeigte aber nach Aufhören des starken Festeises nur eine 3-tägige Treibeisperiode, der Eisgang war hier also sehr 
kurz und einfach. Dagegen zeigte der kürzere Winter 1930/31 einen 22tägigen Eisgang, der mit Packeis begann, 
das in Treibeis überging. 
In zwei Wintern zeigte sich überhaupt kein durch besondere Eisarten gekennzeichneter Eisgang, dort 
hörte die Vereisung mit starkem Festeis auf. Vielleicht ist das Abtreiben sehr rasch vor sich gegangen, nach 
dem der Zerfall des starken Festeises bereits entsprechend vorbereitet war. Dies wird durch die Temperaturen 
über 0° zur Zeit des Aufhörens des Eises wahrscheinlich gemacht. 
Zusammenfassend ergibt sich, daß die Eisverhältnisse von Eggegrund dartun, daß es sich um eine Station 
handelt, bei der die Eisverhältnisse weitgehend durch die marinen Einflüsse bestimmt werden. 
8. Die Eisverhältnisse von Lilljungfrun (Bottnischer Meerbusen) Abb. 13. 
Lilljungfrun liegt vor der Einfahrt nach Söderhamn und ist den Einflüssen der offenen See demnach in 
hohem Grade ausgesetzt. Die Eisverhältnisse gestalten sich sehr wechselvoll und lassen auch keine verläßliche 
Mittelbildung zu. 
Die Vereisung erfolgt frühestens Ende Dezember (1925—1927), spätestens Anfang März (1932). Mit 
einiger Wahrscheinlichkeit kann sie im Januar erwartet werden. Hiervon ist zunächst der Winter 1924/1925 aus 
geschlossen, wo nur eine Treib- bzw. Packeisperiode Ende März auftrat.
	        
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