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Full text: 55, 1936

Dr. Joachim Blüthgen: Die Eisverhältnisse des Bottnischen Meerbusens 
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anschließt, meist an die erste Kälteperiode mit Temperaturen unter —10°, läßt den Einfluß der Lage ohne 
weiteres erkennen, wie u. a. ein Vergleich mit den Eisdiagrammen von Eggegrund in der Mündung der Gävlebucht 
zeigt. Es besteht eine große Ähnlichkeit mit den nordbottnischen Häfen, nur daß hier die Stärke des Eises nicht 
so groß wird, was natürlich mit der südlicheren Lage und der Entfernung von den lappischen Kältezentren 
zusammenhängt. 
Die zu Beginn der Vereisung auftretende Periode mit leichtem Festeis erstreckt sich in der Regel, von den 
oben erwähnten zwei ersten Wintern abgesehen, auf Ibis 2 Monate, erst dann geht das leichte Festeis in starkes Festeis 
über, ein Zeichen, daß trotz ungestörter Vereisung die Zunahme des Eises nicht so rapide vor sich gehen kann. 
Nur 1925/26 bedingte eine früh einsetzende starke Frostperiode, die schon im November mehrfach Temperaturen 
unter —10° gebracht hatte, eine sehr rasches Wachsen des Eises, so daß schon nach einer Woche leichten Fest 
eises bereits starkes Eis gemeldet worden ist, das allerdings nicht von Dauer war, und bereits nach 2tägiger Dauer 
von schwächerem Festeis abgelöst wurde, sofern hier nicht subjektive Fehler des Beobachters vorliegen. 
Die Hauptvereisung fällt also nicht mit der Periode starken Festeises zusammen, vielmehr kann man den 
Zeitpunkt, an dem starkes Festeis zu erwarten ist, auf den 15. Februar setzen. Die Hauptvereisung ist in ihrem 
Verlauf nur selten gestört. So trat am 7. Januar 1926 nach einer voraufgegangenen Zeit mit Festeis plötzlich 
Treibeis ein, das 14 Tage anhielt, die Temperaturen lagen bereits Ende Dezember 1955 über dem Gefrierpunkt 
und sanken erst am 19. Januar wieder nennenswert darunter, am 21. wurde dann auch das Eis wieder fest, ent 
sprechend den sehr tiefen Temperaturen bildete sich sogar sofort starkes Festeis. Die Ursache des Eisaufbruches 
war in dem Vorüberzug eines Tiefs Ende Dezember zu suchen, das starke südliche bis westliche Winde mit sich 
brachte. Auch im Winter 1923/24, der allgemein sehr streng war, war die Hauptvereisung nicht ungestört. Am 
3. Februar 1924 bildete sich Packeis, nachdem am 2. starke westliche, am 3. starke nordwestliche Winde herrschten. 
Am 5. wurde das Packeis leichter, da die Winde nachließen und aus nördlichen Richtungen kamen. Jedoch schon 
am 7. wird wieder starkes Packeis gemeldet, da die Temperaturen sehr tief sanken (Härnösand am 9. 2. —21°, 
am 10. 2. —19° usw.). Vom 12. bis 14. Februar wehte dann z. T. starker Nordwind, der das Eis wieder löste 
(zusammengeschobenes Eis am 14. 2.). Das kalte (—17°) und stille Wetter am 15. ließ dann das Eis endgültig 
wieder fest werden. Zu Beginn des Winters 1926/27, der während seiner ganzen Dauer kein starkes Festeis auf 
zuweisen hatte, zeigte sich am 3. 1., nachdem seit dem 25. 12. bereits leichtes Festeis geherrscht hatte, Treibeis. 
Es setzte mit Beginn einer allerdings nicht sehr starken südwestlichen Luftströmung ein, verwunderlich ist nur, 
daß das Eis, das sich nach einer starken Frostperiode um den 22. Dezember 1926 gebildet hatte, nicht schon 
Ende Dezember bei den damals herrschenden stürmischen Westwinden aufbrach, zumal auch die Temperatur 
damals über den Nullpunkt stieg. 
Daß sich verhältnismäßig geringmächtiges Eis in diesem Winter gebildet hatte, obwohl der Winter in 
bezug auf die Dauer über dem Durchschnitt lag, hatte wohl seine Ursache darin, daß die Hauptfrostperiode des 
Winters bereits in den Dezember und in den Januar fiel, während später, zu einer Zeit, wo normalerweise die 
eigentliche Eisverstärkung zu erwarten ist, die Temperatur nicht mehr derartig intensive Frostperioden aufzu 
weisen hatte. 
Der Winter 1929/30, der allgemein sehr milde war, wies ebenfalls nur leichtes Festeis auf. Es begann 
Anfang Februar, nachdem Ende Januar die Temperatur für längere Zeit unter dem Gefrierpunkt lag und am 
6. Februar sogar Werte unter —10° erreichte. Das Eis verschwand dann am 24. Mörz, während die Temperatur 
schon am 19. März endgültig über 0° gestiegen war, also nur 5 Tage später. 
Der Eisgang dürfte sich in der Regel sehr ruhig vollziehen. Nur in einem einzigen Winter wurde zum 
Schluß Treibeis beobachtet (1924/25), sonst hörte die Vereisung stets mit leichtem Eis auf, das darauf schließen 
läßt, daß es unter ruhigen Verhältnissen zerfiel. Die Spanne zwischen dem Anstieg der Temperatur über 0° und 
dem Verschwinden des Eises ist je nach der Menge des im Winter gebildeten Eises verschieden lang. In dem 
schon erwähnten Winter 1929/30 betrug sie nur 5 Tage, 1930/31 aber 47 Tage, da der strenge Frost des Winters 
zum Teil erst in den März fiel. 1923/24 waren es rund 40 Tage, die verstrichen, bis das Eis verschwunden war. 
Charakteristisch ist ferner, daß keinerlei Nachperioden erscheinen, eine Eigenschaft, die nur für die geschützten 
Stationen zutrifft. 
Ende März 1926 erschien Treibeis, zusammen mit der Ausbildung einer südlichen Luftströmung, die die 
Temperaturen um 0° schwanken ließ, und die z. T. stärkere Winde aus Süd bis Südost brachte. Das Eis wurde 
aber noch für eine Zeit fest, da die Winde drehten und nachließen, und die Temperatur der Luft meist unter dem 
Nullpunkt lag. 
Der durchschnittliche Termin für das Verschwinden des Eises liegt am 19. April, während durchschnittlich 
noch bis zum 13. April starkes Festeis zu verzeichnen ist. 1931/32 fiel die Festvereisung überhaupt erst in den 
April, sofern die Angaben der Beobachter zuverlässig sind. Wenn also der Zerfall des Eises sehr rasch vor sich 
geht, so spielt hierbei die schon erheblich südlichere Lage sicherlich eine Rolle, der Aufbruch von Flußeis kommt 
bei dieser Station nicht in Betracht, der Dalälf mündet wesentlich weiter südlich, in die Gävlebucht selbst mündet 
kein Fluß. 
Der längste Winter war 1923/24, der ununterbrochen vom 7. Dezember bis zum 17. Mai reichte, also über 
160 Tage Eisbedeckung zeigte. Der kürzeste war 1929/30 mit kaum 50 Tagen mit Eis. Der Durchschnitt ergibt 
eine Eisbedeckung von 111 Tagen.
	        
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