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F. Zorell: Beiträge zur Hydrographie der Deutschen Bucht.
Die Windverhältnisse waren folgende: Vom 6. bis 10. April, also noch vor Beginn der
„Poseidon“-Reise herrschten stürmische SW- bis NW-Winde (mittlere Stärke 6.1 Beaufort). In den darauf
folgenden 10 Tagen war die mittlere Stärke nur 3.5 Beaufort, die Richtungen verschieden: vom 11. bis 15.
aus NW, SW und E, vom 16. bis 20. hauptsächlich als NE—ENE. Für letztere Periode kann man von
einem ausgesprochenen Nordoststurm sprechen, dessen Wirkungen ja am Salzgehaltsgang der Feuerschiffe
deutlich erkennbar waren. Vom 21. bis 25. waren Südwinde mäßiger Stärke vorherrschend, während
die letzte Aprilpentade neben östlichen auch westliche Winde brachte. Anfang Mai nahm die mittlere
Stärke wieder etwas zu, die Richtungen lagen zwischen NW über N bis E.
Die Darstellung des Salzgehaltsganges bei den Feuerschiffen läßt erkennen, daß die Zeichnung von
synoptischen Karten für einen bestimmten Zeitpunkt ziemlich schwierig ist. Daß auch weiter seewärts die
Schwankungen an einem bestimmten Punkt innerhalb kurzer Zeit sehr beträchtlich waren, geht aus den
Beobachtungen auf der Route Esbjerg—Harwich hervor. Aüf Punkt 54° 58' N — 7° 00' E betrug der
Salzgehalt
am 16. April 33.73 c /oo
19. „ 31.49
21. „ 33.52
24. „ 32.32
26. „ 33.67
Innerhalb von 10 Tagen betrug also die Schwankung 2.24°/<»! Das ist für einen 50 Sm nordwestlich von
Helgoland (45 Sm westl. Sylt) liegenden Punkt ein sehr hoher Betrag.
Aus diesem Grund wurde für den innersten Teil der Deutschen Bucht keine Karte gezeichnet,
sondern nur für das Gebiet westlich von 8°00' E; erst von der Breite von Amrum ab wurde über diesen
Meridian nach O gegangen. Aber auch für diese Darstellung reicht das vorhandene Material nur not
dürftig aus. Schwierig sind die Werte der Stat. 34 und 37 (54° 20 N — 7° 10.5' E und 54° 30' N —
6°40'E) mit 33.48 bzw. 33.23 0 /o° S. Solange man sich über den Charakter rascher und großer Salzge
haltssprünge weit in See, etwa bei der Esbjerg-Harwich-Station 54° 48' N — 7° 0' E, nicht im klaren ist,
ist eine synoptische Darstellung für ein Material wie das vorliegende nur mit großer Vorsicht aufzu
nehmen.
Im nordfriesischen Gebiet ist die Salzgehaltsverteilung relativ einfach: alle Isolinien verlaufen
meridional; es besteht eine gewisse Ähnlichkeit mit der Karte vom Mai 1931, allerdings ist die Zone mit
einem Salzgehalt unter 30.0°/i>o 1932 beträchtlich schmäler.