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Full text : 54, 1935/36

F.  Zorell:  Beiträge  zur  Hydrographie  der  Deutschen  Bucht.

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Die  Wasserführung  der  Elbe  und  Weser.  Der  mittlere  Pegelstand  bei  Artlenburg  betrug
im  Mai  136  cm,  was  bei  56  mm  Niederschlagshöhe  für  das  Tidegebiet  einer  Wasserführung  von  insgesamt
1788  Mill.  cbm  entspricht.  Den  Monat  Juni  hindurch  nahm  der  Pegelstand  regelmäßig  ah,  ungefähr  120  cm
bei  Monatsbeginn  bis  —20  cm  am  Schluß;  der  Mittelwert  betrug  51cm,  was  bei  29  mm  Regenhöhe
1025  Mill.  cbm  entspricht.  Das  Verhältnis  zum  10jährigen  Mittelwert  für  Weser  und  Elbe  geht  aus  folgender ­
  Tabelle  hervor.

Wasserführung  der  Weser  und  Elbe  im  Mai  und  Juni  1930  und  Abweichungen
vom  10jährigen  Mittel  1923/3  2.

Weser

Elbe

Mai

629  (—158  oder  80%)

1  788  (—  282  oder  86  %)

Juni

371  (—  231  „  61  °/o)

1  025  (—  598  „  63  %)

Windverhältnisse.  Wie  bereits  betont,  begünstigten  die  Wetterverhältnisse  die  Fahrt  des
„Poseidon“  ungewöhnlich.  Windstärken  über  5  Beaufort  traten  überhaupt  nicht  auf.  Am  8.  und  9.  wehten
frische  NNW-Winde  in  Stärke  5,  dann  noch  am  14.  solche  aus  NNO  in  Stärke  4  und  am  16.  aus  O  in
Stärke  5.  Vom  18.  bis  23.  war  die  mittlere  Windstärke  nicht  einmal  ganz  2  Beaufort.
1.  Temperaturverteilung.  Juni  1930  war  nicht  nur  ein  Monat  starker  Erwärmung,  sondern
auch  großer  täglicher  Schwankungen,  so  daß  die  Zeichnung  von  Karten  der  Temperalurvertellung,  die
den  nachfolgenden  der  Salzgehaltsverteilung  an  Wert  und  Bedeutung  gleichkämen,  nicht  möglich  ist.  Auch
dürften  zur  Charakterisierung  der  thermischen  Verhältnisse  die  Angaben  über  den  Temperaturgang  bei
den  Feuerschiffen  genügen.
2.  Salzgehaltsverteilung.  Dank  der  zahlreichen  Beobachtungen  konnten  drei  synoptische
Karten  der  Oberflächen-Salzgehaltsverteilung  gezeichnet  werden,  und  zwar  für  den  6.,  10.  und  23./25.  Juni
(Tafel  22,  Figur  66—68).
a)  Am  6.  Juni  war  die  Salzgehaltsverteilung  folgende:  Eine  breite  Zunge  mit  Wasser  über  33.0 0 /oo
erreichte  südlich  von  54°  15'  N-Br  fast  den  8.  Ostmeridian;  südlich  von  54°  0'  N-Br  ging  sie  sogar  noch
darüber  hinaus.  Dieses  starksalzige  Wasser  umschloß  demnach  auch  das  Inselgebiet  von  Helgoland.
Wasser  mit  über  33.8"/™  erscheint  auf  unserer  Karte  im  NW,  nicht  im  Kern  der  ersterwähnten  Zunge
mit  Wasser  >  33.0°/«»,  sondern  in  deren  nördlichem  Teil.  Diese  Zunge  mit  über  33.8°/«»  erreicht  unter
54°  10'  N-Br  etwa  T  30'  O-Lg.
Das  salzarme  Küstenwasser  unter  31°/o«  zeigt  an  zwei  Stellen  zungenförmige  Auslappungen;  die  erste
liegt  südöstlich  von  Helgoland,  wo  der  stärkste  Salzgehaltsgradient  angetroffen  wird  (abgesehen  vom  Gebiet
der  Flußmündungen  im  engeren  Sinne).  Die  zweite  Auslappung  schiebt  sich  unter  54°  20'  N-Br  und
8°  15'  O-Lg  nach  Norden  vor.  Südlich  von  54°  30'  N-Br  und  8°  0'  O-Lg  liegt  noch  ein  Gebiet  mit  Wasser
unter  31°/<»,  dessen  Zusammenhang  mit  dem  Kerngebiet  des  salzarmen  Wassers  weiter  im  Süden  jedoch
nicht  durch  Beobachtungen  belegt  ist  (vgl.  clen  Verlauf  der  31.0-Isolinie  westlich  der  Halbinsel  Eiderstedt).
In  der  Elbmündung  reicht  salzarmes  Wasser  mit  25°/™  bis  auf  die  Höhe  von  Scharhörn;  solches  von
20°/oo  und  weniger  erreicht  nicht  ganz  Neuwerk.
Die  Zonen  mit  Wasser  zwischen  31.0  und  32.0°/o;>  und  zwischen  32.0  und  33.0°/<x>  sind  verhältnismäßig
schmal.  Letjtere  zeigt  zwei  Ausbuchtungen:  nordöstlich  von  Helgoland  und  unter  54°  0'  N-Br  gegen  den
Elbtrichter  zu.
b)  Die  Karte  vom  10.  Juni  zeigt  beträchtliche  Veränderungen  gegenüber  dem  Zustand  vom  6.
Das  Gebiet  mit  Wasser  über  33.8°/oo  ist  westlich  zurückgewichen,  seine  Ostgrenze  liegt  jetjt  etwa  unter
7°  O-Lg.  Dabei  ist  eine  starke  Verbreiterung  dieses  Gebiets  nach  S  eingetreten;  es  reicht  am  10.  Juni  bis
            
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