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Full text: 54, 1935/36

33 
Walter Piersig: Schwankungen von Luftdruck und Luftbewegung 
Zugstraße 4. Tiefdruckgebiete von der westafrikanischen Küste, nordwärts bis etwa 20°N reichend, ziehen entlang 
der Front NE-Passat/SW-Monsun nach W bis SW; diese Zyklonen lösen die unperiodischen, nordwärts ge 
richteten sommerlichen Monsunvorstöße aus. 
In das Gebiet der tropischen Zirkulation selbst führen die Zugstraßen 2a — diese nur bei SE- 
Kurs —, 2b, 3a, 3b, 4. Ihren Ausgang von diesem Gebiet nehmen nur die Zugstraßen 3a und 4; Zyklonen 
dieser Zugstraßen sind möglicherweise Äußerungen der vom äquatorialen System ausgehenden Luftdruckwellen, 
wie sie Schmauss (36) annimmt. 
Ebensowenig wie die seit langem bekannten Zugstraßen der europäischen Tiefdruckgebiete (37) darf man 
sich die hier besprochenen Zugstraßen linienhaft vorstellen: sie sollen wie jene nur eine allgemeine mitt 
lere Tendenz für die Bahn dieser Zyklonen geben. 
Tabelle 10. 
Häufigkeit und jahreszeitliche Verteilung bei den Zyklonenbahnen, 1881 bis 1911. 
Zugstraße 
1 
2a 
2b 
2c 
2 
3a 
3b 
3c 
3 
4 
Summe 
Monat 
I 
10 
7 
6 
6 
19 
5 
4 
9 
38 
ii 
18 
8 
4 
— 
12 
5 
2 
3 
10 
— 
40 
in 
10 
14 
5 
— 
19 
1 
1 
5 
7 
— 
36 
IV 
7 
7 
2 
— 
9 
2 
— 
4 
6 
— 
20 
V 
4 
2 
— 
1 
3 
— 
— 
1 
1 
— 
8 
VI 
— 
— 
— 
— 
— 
— 
— 
3 
3 
(x) 
3 
VII 
— 
— 
— 
— 
— 
— 
— 
1 
1 
X 
1 
VIII 
XX 
— 
IX 
— 
— 
— 
— 
— 
1 
— 
1 
2 
XX 
2 
X 
6 
4 
— 
1 
5 
2 
2 
1 
5 
X 
16 
XI 
14 
6 
5 
— 
11 
1 
2 
4 
7 
(x) 
32 
XII 
13 
5 
4 
5 
14 
1 
— 
3 
4 
— 
30 
Summe: 
82 
53 
26 
13 
92 
13 
12 
30 
55 
226 
3. Häufigkeit und jahreszeitliche Verteilung der zyk 1 onalen Störungen 
(Tabelle 10). 
Die Häufigkeit der Störungen durch Zyklonen, die sich auf den Zugstraßen 1 oder 2 bewegen, ist 
wesentlich größer als diejenige bei Zugstraße 3. Da feiner bei Typ 2 die Zugstraße 2a, bei Typ 3 die Bahn 3c 
am häufigsten begangen wird, so ergibt sich, daß bei weitem die größte Anzahl der Passatstörungen durch Tief 
druckgebiete bedingt werden, die selbst ihren Weg außerhalb des Passatgebietes nehmen. 
Die Erscheinungen bei den Zyklonen der Zugstraße 4 sind nicht als Passat„störungen“ in gleichem Sinne 
aufzufassen, ihr Auftreten in jedem Jahre und zu ganz bestimmter Jahreszeit gibt diesen vielmehr die Eigenschaft 
des klimatologisch Normalen. 
Die jährliche Häufigkeit von Zyklonen auf den einzelnen Zugstraßen erreicht maximal die Werte 5 bei 
Zugstraße 1 in den Jahren 1892 bis 1896; 8 und 6 bei den Zugstraßen 2 in den Jahren 1891 und 1909; 6 bei 
den Zugstraßen 3 im Jahre 1884. Bei letzteren ist die Abnahme der Häufigkeit etwa seit der Jahrhundertwende 
auffallend: In den letzten 10 Jahren sind es 10 Fälle gegenüber 45 in den vorhergehenden 21 Jahren! 
Die jahreszeitliche Verteilung. Während es zu den Kriterien der Zugstraße 4 gehört, daß sie mit 
Regelmäßigkeit in allen Jahren beschritten wird, trifft das für die übrigen Zugstraßen nicht zu, wie sich 
schon aus der Anzahl der Fälle für diese ergibt. Es liegt aber auch bei diesen, besonders bei Typ 1 und 2, ein 
jährlicher Gang in der Häufigkeit vor: 
Die Zugstraßen 1 und 2 werden am häufigsten in den Monaten II und III begangen; die Änderungen in 
der Häufigkeit zu Beginn und Ende dieser Zeit sind bemerkenswert. Am zahlreichsten sind Störungen durch 
Zyklonen auf Zugstraße 1 im II, durch solche auf Zugstraße 2 im I und III, in letzterem Monat besonders durch 
Zugstraße 2a. Die Sommermonate, VI bis IX, sind dagegen völlig frei von Störungen dieser Art, was mit der 
im Mittel relativ weit nördlichen Lage des Subtropenhochs zu dieser Zeit in Einklang steht. 
Typ 3 tritt zwar ebenfalls vorzugsweise im Winterhalbjahr, mit dem Häufigkeitsmaximum im II, auf; Zug 
straße 3c wird aber gelegentlich auch in den übrigen Monaten begangen, lediglich der VIII blieb ganz frei davon. 
Zugstraße 4 zeigt eine von den Monaten VIII und IX nach beiden Seiten etwa gleichmäßig abklingende 
Häufigkeit (in Tab. 10 durch verschiedene Verwendung des Zeichens „x“ angedeutet). Extreme Termine sind: 
28. V. 02, 25. XI. 92 und 25. XI. 00.
	        
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