Jentzsch, M.: Rund Kap Horn,
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auftretenden nordwestlichen Winde hätten sie später genügend Gelegenheit gehabt,
wieder Ost anzuholen,
Der Aufenthalt, den die 3 Schiffe »Klio«, »Pirat« und »Reinbek« am: 26,
und 27, Juni erlitten haben, war im vorliegenden Falle schließlich nicht so groß,
da sie am 28. in den Rücken der inzwischen nach Osten fortgeschrittenen
Depression gerieten und südlichen Wind bekamen.
Etwas anderes wäre es gewesen, wenn die Depression langsam vorüber-
gezögen oder stehen geblieben wäre, was keineswegs so selten ist, Unter solchen
Umständen wäre den Schiffen doch weiter nichts übrig geblieben, als über
St-B.-Halsen West anzuholen und schließlich doch noch den 50, Breitengrad er-
beblich westlicher zu überschreiten, als sie ursprünglich beabsichtigt hatten.
Aräometer und Chlortitrierung.
Im Laufe der letzten 20 Jahre hat sich der Salzgehalt als wichtigstes
Kennzeichen einer bestimmten Wasserart in der ozeanographischen Forschung
aingeführt und bewährt; er übertrifft, von wenigen Meeresgebieten abgesehen,
an Bedeutung in dieser Hinsicht die Angabe der Temperatur. Erst im Laufe
etwa der letzten 10 Jahre aber hat sich die Überzeugung wohl ganz allgemein
Jdurchgebildet, daß zur Bestimmung des Salzgehaltes der chemischen Methode
(Chlortitrierung) durchaus der Vorrang gebührt vor der physikalischen, die
mittels Aräometer zunächst das spezifische Gewicht ermittelt, Noch die » Valdiviae«-
und die »Gauß«-Expedition konnten Aräometer als sozusagen selbständige Aus-
rüstungsgegenstände mitnehmen, Heute ist man nur noch da, wo die Ausführung
der Titration auf Chlor an Bord unüberwindlichen Schwierigkeiten begegnet,
berechtigt, behufs Feststellung der ungefähren Beträge des Salzgehaltes und be-
sonders seiner relativen Unterschiede in den verschiedenen Gegenden lediglich
Aräometer der üblichen Art mitzugeben; die Aräometer mit totaler Immersion
nach Nansen dürfen sogar, wenn auch ihre Benutzung am Bord große Mühe
macht, den Rang von Präzisionsinstrumenten beanspruchen.
Der mittlere Fehler einer Bestimmung des aus der Chlormenge durch die
üblichen Tabellen abgeleiteten Salzgehaltes wird von Bjerrum®*) auf 0.03% 0, be-
rechnet; der mittlere Fehler aber einer entsprechenden aräometrisch vorgenommenen
Bestimmung beträgt auf Grund der dänischen Leuchtschiffsbeobachtungen nach
Jacobsen”) 0,27%. der Ziffer, die den Salzgehalt angibt! Hieraus geht zahlen-
inäßig hervor, wie sehr die Chlorbestimmung dem Aräometer überlegen ist. Diese
Tatsache überhebt uns aber nicht der Pflicht, da, wo es möglich erscheint, durch
besondere Untersuchungen einen Anschluß an ältere Aräometerbeobachtungen in
allen den Fällen tunlichst herzustellen, in denen durch Jahre hindurch an einem
Orte ein reichhaltiges Material gesammelt worden ist. Die Stationen an den
deutschen Küsten, die von seiten der Kieler Kommision zur Erforschung der
deutschen Meere Jahrzehnte hindurch in Tätigkeit gehalten worden sind, können
vielleicht einmal in dieser Hinsicht in Betracht kommen; ebenso wird für die
noch heute fortgehenden Beobachtungen auf dem »Adlergrund«-Feuerschiff, das
der Verwaltung der Kaiserlichen Marine untersteht, sich das gleiche Bedürfnis
ergeben, Eine derartige moderne »Konstantenbestimmung« erscheint schon im
Hinbliek auf die in den Seebädern gewünschten Angaben, besonders aber auch
mit Rücksicht auf den Unterseebootverkehr, der präzise Angaben der wahren
Dichte des Seewassers braucht, nützlich, ja notwendig.
Ein Vorbild dafür, in welcher Weise solch älteres aräometrisches Material
durch Vergleichsbeobachtungen an die neuen Titrationsergebnisse angeschlossen
werden kann, dürfte für die dänischen Gewässer von J. P, Jacobsen geliefert
‘} Meddelelser fra Kommissionen for Havundersögelser, Hydrografi, Bd. I Nr. 3. Kopen-
nasen 1904,
2) Ebenda, Bd. I Nr. 10. Kopenhagen 1908.