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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

Schott, G.: Die große Eistrift bei der Neufundlandbank etc. im Jahre 1903. 
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ebenfalls im April 1903; dieser Dampfer hat am 6. April frühmorgens unter 
den kritischen Längen von 49° bis 51° W, die er auf rund 42° N-Br. passiert, 
noch Temperaturen von 13° bis 8° C., später aber, unter 52° bis 54° W-Lg., 
nur 0°, — 1° und +1°C,, also für diese westliche Position ungemein niedrige 
Wärmegrade, und in der Tat begegnete der Dampfer gleichzeitig, nämlich am 
Nachmittag des 6. April, einer ganzen Reihe von Kisbergen. 
Über den Einfluß des Luftdrucks auf den Chronometergang. 
Versuche von P, Ditisheim. 
Besprochen von K-Kapt. a. D. Rottok, Vorstand des Chronometer-Observatoriums zu Kiel. 
(Hierzu Tafel 19.) 
Über. den Einfluß, den die umgebende Luftschicht auf das Chronometer 
ausübt, sind seit langer Zeit schon‘ Untersuchungen angestellt worden, welche 
aber bis zur neueren Zeit sich als so unvollkommen erwiesen, daß eine Ableitung 
von Gesetzen aus ihren Ergebnissen zur Unmöglichkeit gehörte. ; ; 
Bereits im Jahre 1826 nahm der dänische Uhrmacher Urban Jürgensen 
ausgedehnte Untersuchungen vor, um den Einfluß des Luftdrucks nachzuweisen. 
Der p. Jürgensen fand, daß die Weite der Schwingungsbogen in einem Iuft- 
leeren Raume bedeutend zunimmt und sich im Durchschnitt um 50° bis 70° 
vergrößert, daß also bei Luftdruckverminderung .in allen Fällen eine Ver- 
größerung der Schwingungsweite eintritt. Gleichzeitig beobachtete er aber eine 
beträchtliche Gangveränderung der Chronometer, bald im gewinnenden, bald im 
verlierenden Sinne.” Da die Beobachtungen scheinbar zu einem widersprechenden 
und ungenauen Resultate führten, so fanden sie wenig Beachtung namentlich 
bei den Uhrmachern. ; 
Jürgensens Versuche wiederholte im Jahre 1888/89 der Assistent der 
Sternwarte zu Neuchätel, Dr. Hilfiker, wobei er nachwies, daß jedesmal bei 
Vergrößerung‘ des Luftdrucks die Chronometer langsamer gehen und zwar für 
1 mm Luftdruckzunahme im Durchschnitt 0,009 Sekunden. „Wenngleich letztere 
Untersuchungen, da sie nicht zahlreich genug und mit zu verschiedenartigen 
Chrouometern angestellt worden waren, ebenfalls keine Ableitung von Gesetzen 
zuließen, so geht doch aus beiden Versuchen hervor, daß der Luftdruck in 
Wirklichkeit die Unruhschwingungen beeinflußt. . ; 
Die angeführten Experimente erweckten das Interesse namhafter Gelehrter 
wie Rösal, Ivon Villarceau und Caspari, - welche sich infolgedessen 
theoretisch mit der Frage beschäftigten. Sie fanden eine sehr geringe, daher 
für die Praxis nicht in Betracht kommende Neigung zum Verlieren, eine Neigung, 
welche die den Schwingungen der Unruhe Widerstand leistende Luftschicht 
veranlaßt,. indem sie die Schwingungsweite vermindert, und zwar umsomehr, je 
dichter erstere ist. Da nun aber die Chronometer absichtlich nicht ganz 
isochron hergestellt. werden, sondern so, daß die kleinen Schwingungen, um die 
Temperaturkompensation zu erleichtern, etwas schneller als die großen vollendet 
werden, so wird auch durch Abnahme der Schwingungsweiten der Fehler des 
Isochronismus vergrößert. 
‚Nach Ansicht der obigen Gelehrten muß demnach der Isochronismus- 
fehler dem Langsamergehen entgegenwirken und letzteres in ein Schnellergehen 
der Instrumente umwandeln; eine Vermehrung des Luftwiderstandes ınuß also 
ein Accelerieren der Chronometer hervorbringen. „ % ; 
‚Wie aus obigem zu ersehen‘ ist, war die Frage, ob die Chronometer durch 
eine Luftdruckvermehrung schneller oder langsamer gehen, bisher noch nicht 
entschieden, weder durch theoretische Untersuchungen noch durch praktische 
Arbeiten, es ist daher von den beteiligten Kreisen mit Freuden begrüßt. worden, 
daß sich in neuester Zeit der bekannte Uhrenfabrikant Paul Ditisheim aus
	        
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