von Horn: Ueber den Einflußs des Löschens von Baggerboden in See. 105
die Gezeitenströmungen Vvertiefend auf den Seeboden vor derselben einwirken
Um indessen der Baggermasse, welche aüf dem Löschplatz, bei. Monster-
Terheyde liegen bleibt, Gelegenheit zum Wegströmen zu geben, sind.im März 1890
die Boje und der Löschplatz um 1000, m in südwestlicher, Richtung :auf. dieselbe
Tiefe verlegt worden. Eine Befürchtung, daß die Baggermasse: alsdann . nach
der Mündung des Wasserweges strömen. könne, besteht. nach dem Gesagten nicht.
Der verlassene Löschplatz wird höchst, wahrscheinlich. innerhalb - kurzer. Zeit,
wenn keine Ablagerung daselbst mehr. stattfindet, die frühere Tiefe wieder. er-
halten, Die. Verlegung dieses Löschplätzes wär — wie schon gesagt. — übrigens
im, Interesse der Schiffahrt nicht erforderlich, wohl aber um zu verhindern, da
auf dem höchsten Theile nur noch 5,60 m, bei Niedrigwasser vorhanden war, dals
die Baggerfahrzeuge bei rauher See während des Löschens mit ihren Klappen
den Seeboden berühren und dadurch Beschädigungen ‚erleiden, ‚. . ..,
Aus dem Mitgetheilten kann. die -Schlufsfolgerung gezogen werden, dafs
das Eöschen des Baggerbodens in. derselben Weise: ohne. Bedenken - fortgesetzt
werde kann und däls im Allgemeinen än der holländischen Küste in Tiefen ‚von
10 bis. 20 m in See, bei gehöriger Aufsicht und Vorsicht, bedeutende Massen
Baggerboden gelöscht werden, können, ohne, dals eine schädliche. Verflachung- des
Seebodens entsteht oder der Schiffahrt Nachtheile dadurch bereitet werden... Ver-
thelluhg der Baggermasseh ühd strenge Aufsicht sind dabei die. hauptsächlichsten
Erfordernisse, zu welchem ‚Zwecke besondere Beamte angestellt sind, welche die
Bägkgerfahrzeuge auf der Fahrt nach Se6, begleiten und. daselbst Anfang, und
Ende, wie den Platz zum Löschen der Baggermassen köntroliren und anweisen.
Ueber Grund- und Siggeis.
„.. Bei dem Interesse, das. die Grund- .üund Siggeisbildung .in der; deutschen
Literatur der letzten Jahre, wohl seit dem Artikel im „Wetter“ (1888, XI), ‚erregt
hat; ist.es gewiß statthaft, einige Beobachtungsresultate des Warschauer Ingenieurs
Stowikowski hier mitzutheilen. ., ... s.... w.
Siowikowski hat seit mehreren Jahren als Ingenieur der Stadt:Wasser-
leitungem in Warschau die Begleiterscheinungen: der Eisbildung. an. der. Weichsel
studirt und seine Ergebnisse bereits im..letzten Jahrgange der „Physiographischen
Denkschrift“ („Pamietnik Fizyograficzny“, XII, Seite 191 bis 214) publicirt.: .
„..... Seine Arbeit „ist um, 8ö wichtiger, als sie nicht nur..äuf eigenen :Beob-
achtungen der betreffenden Erscheinungen, sondern auch auf einer breiten Grund-
lage exakter Messungen beruht. . 2... Hr SL
u Herr‘ Stowikowski hat uns mit einer Reihe. zweijähriger (1891, 1892)
Temperaturmessungen, des Weichselwassers ‚(täglich um.9* a und Y* p) dicht über
der Flußsohle, sammt den Luftminima-Beobachtungen beschenkt, .die wohl ‚einen
höchst interessanten Beitrag zur Forschung der Wärmevertheilung im Flußswasser
bilden. Es ‚ist nur zu bedauern, ‚daß er sein werthvolles... Material. nicht in
extenso publicirt und nur eine Tabelle: graphischer Darstellungen seiner Arbeit
beigelegt hat. SA BEN Km .. #ES
Zur Erläuterung will ich. hier bemerken, dafs. Warschau. ‚durch filtrirtes
Weichselwasser versorgt.wird, und dafs die Saugröhren .im festen Niveau bei:
nähe. dicht über der Flufßsohle unweit der Alexanderbrücke sich befinden.. Hier
stellte Herr S1owikowski seine Temperatur-Beobachtungen an; und der hemmende
Einfluß, welchen das Sigg- und Gründeis auf. das. Saugen «der. Pumpwerke. hervor:
rief, gab ihm die günstigste Gelegenheit zur Beobachtung des seltsamen Phänomens.
1 Als das Weichselwasser in seiner ganzen Mächtigkeit während einer längeren
Fröstperiode bie nahe. zum Nullpunkte sich abgekühlt hatte, entstand. in. der
ganzen Wassersäule eine, Mässe von Eiskristallen. und, Eisnadeln, welche, mit
dem‘ Wasser in die „Röhren hineingesaugt, manchmal das ganze Gewerk ins
Ann. &. Hydr. et0., 1894, Hoft Dil.