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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte. — 52. Bd. Nr. 6
1909: Es liegt über der Barentssee ein Tief von 752 mm und über der Davisstraße ein zweites von demselben Druck.
Das Azorenhoch liegt südwestlich von England. Von dem Barentsseetief verläuft eine Tiefdruckmulde iii südsüdöstlicher
Richtung über Rußland. Der Isobarenverlanf über Mitteleuropa ist südöstlich.
Die föhn reiche Novembergruppe.
1900: Über Island liegt ein Tief von 744 mm Druck. Das Azorenhoch liegt südwestlich der Azoren. Eine Tiefdrnck-
mulde erstreckt sich von dem Islandtief in südöstlicher Richtung nach Frankreich und dem westlichen Mittelmeer. Das
Rußlandhoch ist sehr stark entwickelt. Die 760 mm-Isobare läuft entlang der afrikanischen Küste über Sizilien zur Adria
und wendet dort in nordnordwestliche Richtung nach Skandinavien.
1905: Das Islandtief ist mit 750 mm vertreten, das Barentsseetief mit 752 mm und das Davisstraßentief mit 746 mm.
Das Azorenhoch ist zwar stark entwickelt, aber weit südsüdwestlich verschoben. Eine Tiefdrnckmulde erstreckt sich von
Island nach dem westlichen Mittelländischen Meer. Die 760 mm-Isobare verläuft von den Azoren nach der Adria und biegt
dort in eine nordnordöstliche Richtung um. Das Rußlandhoch ist stark entwickelt.
1900: Es ist das Islandtief mit 752 mm, das Nordmeertief mit 752 mm und ein Tief über Neufundland mit 756 mm
Druck vertreten. Eine Tiefdruckmulde erstreckt sich von dem Nordmeertief nach dem westlichen Mittelländischen Meer.
Die Isobarenrichtung über Mitteleuropa ist ostnordöstlich. Mitteleuropa steht unter schwachem Einfluß des Russenhochs, das
Azorenhoch reicht in seinem Einfluß bis zu den Pyrenäen.
In allen Monaten der föhn armen Gruppe liegt über Rußland eine Tiefdruckmulde, die von dem
bei der Barentssee liegenden Tief ausgeht, oder ein nur schwacher Hochdruck mit der einzigen Ausnahme
des Jahres 1903, in dem er etwas stärker entwickelt ist; doch da zugleich das Azorenhoch gekräftigt ist,
vermag es auch in diesem Jahre keinen Einfluß auf Mitteleuropa auszuüben. Die Isobarenrichtung über
Mitteleuropa ist durchweg östlich bis südöstlich.
In der föhn reich an Novembergruppe sind in allen Monaten die für FÖhnreichtum gefundenen
Kriterien vorhanden: Ein stark entwickeltes Russenhoch, eine Tiefdruckmulde westlich der Alpen und
ein Zurückgedrängtsein des Azorenhochs. Dagegen ist wie in den früheren Monaten ein Zusammenhang
zwischen der Entwicklung des Islandtiefs und der Föhnhäufigkeit nicht vorhanden. In der föhnarmen
wie in der fölmreichen Gruppe finden sich Monate, in denen das Islandtief sehr stark und Monate, in
denen es sehr schwach entwickelt ist.
Dezember.
Föhnreich waren drei Monate mit durchschnittlich 11,7 FT, föhnarm sieben Monate mit 1,4 FT. Die
Isanomalen-Karte (Karte 28) ist denen ähnlich, die für Januar und Februar gefunden wurden, nur daß
das Zentrum der positiven Anomalie nicht über der Barentssee, sondern über Innerrußland liegt und sich
bedeutend weiter nach Süden erstreckt als in den beiden anderen Wintermonaten. Das Azorenhoch ist
stark geschwächt. Auf dem 40. bis 50. Breitengrad liegt in westöstlicher Richtung ein Gebiet stärkster
negativer Anomalie. Dies stimmt mit der Längsachse der negativen Anomalie im Januar überein, nur
daß die Anomalie im Dezember nach Westen verrückt erscheint, entsprechend der bedeutend weiter nach
Westen ausgedehnten positiven Anomalie über Rußland.
Im föhnarmen Dezember ist die Lage der Anomalien mit entgegengesetzten Vorzeichen dieselbe.
Die Wind Verteilung ist in Tab. 12 gegeben.
Tabelle 12.
Windverhältnisse im Dezember,
Innsbruck föhnreiche Gruppe
föhuarme Gruppe
Altdorf föhnreiche Gruppe
föhuarme Gruppe
Sonnblick föhnreiche Gruppe
föhuarme Gruppe
Hoken-Peißenberg föhnreiche Gruppe
föhnarme Gruppe
N
E
S
W
K
1,6
3.0
13,3
13,7
61,3
4.6
1,7
6.4
5,7
74(4
8,6
—
20,3
0.3
63,7
12,7
--
12.6
ÜJ
67.6
35.1
1.0
41,6
13,0
2,3
49,7
4,9
27,2
9,3
2,0
24,6
4.0
40.4
22,0
.2,0
19,0
4.9
23,0
42,6
3,6