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Full text: 52, 1933/34

Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte. 52. Bd. Nr. 5. 
54 
Die Trift der „Luleälf“. 
Zusammenstellung der Ergebnisse in Tab. 54, Darstellung des Triftverlaufes auf Tafel 5 (a und b). 
Die Trift begann am 10. Februar, 8 Uhr morgens, etwa in der Gegend zwischen Marienleuchte 
und Rödby Havn. Mit Südostwind trieb das Schiff an der Ivüste Laalands entlang bis in den Lan 
gelandbelt hinein, sich immer hart an der 10-m-Tiefenlinie haltend. Die Fläche zwischen dieser und 
dem Festlande war wahrscheinlich schon mit Festeis besetzt, so daß dieser Umstand verhinderte, daß 
der Dampfer von den Eismassen nicht noch näher auf das Land zu gedrückt wurde. 
Unter der Wirkung von Nordost- bis Ostwinclen trieb das Schiff dann, immer dicht an der 10-m- 
Grenze entlang, den Langelandbelt hinauf. Hier, am Eingang zur flachen Smaalancls-See, hatte sich 
das Eis aufgestaut und das Schiff wurde ein Spielball der Eispressungen; denn die überaus kleinen 
und vollkommen unregelmäßig verlaufenden Triftversetzungen — es kamen Werte von 0,50 cm/sek. 
vor -— lassen keinerlei Beziehungen zur Windrichtung mehr erkennen. 
In dieser Umgebung blieb das Schiff etwa vier Tage, dann wurde es wieder vom Hauptstrom er 
faßt und weiter nordwärts versetzt. Aber schon am nächsten Tage, nachdem der Dampfer 28 Stun 
den getrieben war, geriet er unter der Südküste von Omö vollständig fest und kam erst nach sechs 
Tagen, am 25. 2.. wieder frei. (Sicher ist das Eis unter dem Einfluß der zwei Tage lang wehenden 
Westwinde aufgelockert worden). Nachdem der Wind wieder nach Osten herumgegangen war, trieb 
auch das Schiff weiter nach Norden, kam am 24. 2. wieder in stärkere Eispressungen und geriet am 
27. 2. zum zweiten Male fest. Auch auf dieser Stelle, etwa 5 sm südlich Sprogö, wurde es sechs 
Tage lang festgehalten. Dann begann es am 5. 5. morgens unter der Wirkung der schon am 28. 2. 
einsetzenden Westwinde, die das Eis vom Lande ablösten, nach Süden zu auf Trift zu gehen. Schon 
am nächsten Morgen, am 4. 5. 4 Uhr. war Idov, die Nordspitze Langelands passiert. Um 24 Uhr trieb 
das Schiff an Tranekjär vorbei, passierte am 5. 5. um 8 Uhr Albuen und erreichte am 6. 5. 4 Uhr 
die Flöhe von Kels-Nor. 
Deutlich sieht man auf der Taf. 5 die Verfrachtung' des Eises unter der Druck- und Saugwirkung 
der Westwinde. Deutlich sieht man auch, wie die Trift, nunmehr ziemlich genau in der Mitte der 
Fahrrinne verlaufend, den Tiefenlinien folgt. 
Jetzt geriet das Schiff in den Bereich der aus der Kieler Bucht westwärts heraussetzenden Eis 
massen. Ganz plötzlich brach die Südwest-Trift ab und ging in spitzem Winkel in Südost- und Ost 
richtung über, wurde dann am 7. 5. mittags an die 10-m-Tiefenlinie Laalands herangedrängt, an de 
ren Grenze, die wahrscheinlich auch die Eesteisgrenze darstellt, sie bis zur Position des Gedser- 
Riff-Feuerschiffs führte. Von da ab setzte die Trift unter fast rechtem Winkel ganz unvermittelt 
nach Norden, um ebenso unvermittelt wieder nach Südost zu führen. Wahrscheinlich eine F olge von 
Eispressungen in der Gedser Enge. V on nun an trieb das Schiff wieder nordwärts, den Landkontu 
ren folgend, und wurde am 10. 5. um 4 Uhr von dem russischen Eisbrecher wahrgenommen. 
Die Trift der „Götaälf“. 2 )* *) 
Zusammenstellung der Ergebnisse in Tab. 55. Darstellung des Triftverlaufes auf Taf. 7 Fig. 5. 
Im Prinzip gleich, doch in Einzelheiten verschieden verlaufen die Triften der beiden anderen 
Schiffe, „Götaälf“ und „Sayn”. Hier zunächst die Beschreibung der „GötaälD-Trift. Ein Unterschied 
gegenüber der Trift der „Luleälf" ist insofern vorhanden, als die Positionen von Etmal zu Etmal be 
stimmt wurden; infolgedessen treten Einzelheiten im Triftverlauf nicht mehr in Erscheinung. Beide 
Triften verliefen fast gleichzeitig, doch wurde die „Götaälf“ nach ihrem Einbiegen in den Lange 
1) Kleines Wetterbuch der Deutschen Seewarte. Beginnend mit d. 2. 2. 1929, beendet a. 15. 5. 1929. 
2) Kleines Wetterbuch der Deutschen Seewarte Nr. 2122. 
*) S. a.: H. L. d‘ Alling e. Die Eistrift d. „Götaälf“ im Febr.—März 1929. Ann. d. Hydr. usw. 1932. S. 22. 
Obige Arbeit erschien während der Bearbeitung dieses Werkes.
	        
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