accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext : 52, 1933/34

42

Aus  dem  Archiv  der  Deutschen  Seewürfe.*  Bd.  52.  Nr.  4.

derselben  Küste  etwas  nördlicher  gelegene  Povungnituk  angeflogen  wurde.  Die  Landung  erfolgte  wegen
einbrechender  Dunkelheit  in  einer  Eskimosiedlung  in  unmittelbarer  Nähe  von  Povungnituk.
Start  in  Godthaab:  11.45  Uhr.  Landung  bei  Povungnituk:  21.30  Uhr.  Entfernung:  1780  km.  Flugzeit: ­
  9M5'.  Durchschnittsgeschwindigkeit:  175  km/Std.
Am  nächsten  Tage,  den  29.  8.,  wurde  in  1  V%  Stunden  die  Strecke  Povungnituk  —  Port  Harrison
zurückgelegt.  Jetzt  kündigte  sich  das  herannahende  Tief  durch  Auffrischen  des  Windes  (S  4)  an,  die
Bewölkung  nahm  unter  Bildung  топ  Schauern  rasch  zu.
Start  in  Povungnituk:  10.42  Uhr.  Landung  in  Port  Harrison:  11.15  Uhr.  Entfernung:  170  km.  Flugzeit: ­
  l h  28'.
6.  Flugabschnitt:  Port  Harrison—Long  Lake  31.  8.
Am  30.  8.  war  das  Wetter  sehr  schlecht,  der  Start  wurde  auf  den  81.  8.  verschoben.  Der  Wind  hatte
bereits  auf  NW  gedreht  (Rückseitenwetter).  Die  Wolken  hingen  anfangs  fast  bis  zum  Boden  herab,  so
daß  zeitweise  ohne  Sicht  geflogen  werden  mußte.  Verschlechternd  wirkte  hier  natürlich  d.ie  300  —  400  m
hohe  Küste,  an  der  bei  Nord  Westwinden  Stauung  eintritt.  Sobald  aber  der  Kurs  dort,  wo  die  Hudsonbayküste
  nach  Westen  vorspringt,  ebenfalls  westlicher  genommen  wurde,  besserte  sich  das  Wetter  zusehends. ­
  Die  von  sichtigem  und  wolkigem  Wetter  begleitete,  mit  nur  einzelnen  Schauern  durchsetzte
Rückseite  des  Tiefs  hatte  sich  durchgesetzt.  Dementsprechend  hatte  die  Windstärke  von  NW  5  auf
NW  2  abgenommen.
Start  in  Port  Harrison:  11.35  Uhr.  Landung  in  Long  Lake:  20.05  Uhr.  Entfernung:  1180  km.  Flugzeit: ­
  8 h  40'.  Durchschnittsgeschwindigkeit:  139  km/Std.
7.  Flugabschnitt:  Long  Lake—Chicago.
Die  meteorologisch  interessante  Erscheinung  auf  diesem  Fluge  war  ein  ausgedehntes  Nebelgebiet,
das  überflogen  wurde.  Das  Vorhandensein  dieses  Nebels  war  unter  den  herrschenden  Witterungsbedingungen ­
  leicht  erklärlich:  Die  während  des  Vorüberzugs  der  Zyklone  gefallenen  Niederschläge
hatten  die  unteren  Luftschichten  derart  mit  Feuchtigkeit  angereichert,  daß  es  an  der  Rückseite  bei
nächtlicher  Ausstrahlung  zu  Nebel  kommen  mußte.  Das  ist  ein  auch  bei  uns  sehr  häufiger  und  normaler
Vorgang,  der  aber  quantitativ  in  verschiedenen  Gegenden  sehr  verschieden  ist.  Es  spricht  dabei  die
Bodenbeschaffenheit  ganz  erheblich  mit.
Start  in  Long  Lake:  12.05  Uhr.  Landung  in  Chikago:  18.00  Uhr.  Entfernung:  1030  km.  Flugzeit:
6 h  00'.  Durchschnittsgeschwindigkeit:  172  km/Std.

B.  Einige  Beiträge  zur  Flugmeteorologie  Grönlands.
Die  nachfolgenden  Ausführungen  stützen  sich  im  wesentlichen  auf  die  im  Sommer  1931  gesammelten
Erfahrungen,  die  sich  aus  Wetterbeobachtungen  auf  Grönland  ergaben.  Die  Hauptgrundlage  bildete  ein
mehrmonatiger  Aufenthalt  an  der  Westküste,  der  zu  machen  Studien  lokaler  Witterungserscheinungen
Gelegenheit  gab.  Ferner  wurde  auf  beiden  Seereisen  (Hin-  und  Rückreise)  ein  guter  Überblick  über  den
Einfluß  des  grönländischen  Kontinents  auf  den  allgemeinen  Witterungszustand  über  dem  Nordatlantik
gewonnen.  Von  großem  Nutzen  waren  die  täglichen  Wetterkarten;  diese  wurden  ergänzt  durch  die  dreistündlichen ­
  Meldungen  des  grönländischen  Stationsnetzes  und  der  übrigen  zur  Verfügung  stehenden
beweglichen  und  unbeweglichen  Funkstellen  der  dänischen  Marine  an  Grönlands  Küste.  Der  synoptische ­
  Wetterdienst  an  Ort  und  Stelle  war  somit  die  Hauptaufgabe  des  Flugberatungsdienstes. ­
  Eine  überaus  wertvolle  Ergänzung  bedeutete  eine  Küstenreise  bis  Upernivik,  dem  nördlichsten
Handelsplatz  Grönlands  (unter  72,5°  NBr.).  Auf  dieser  Reise  wurden  fast  sämtliche  Plätze  der  Westküste
besucht  und  dabei  eine  große  Zahl  interessanter,  für  die  grönländische  Küste  typischer  Witterungsbeobach ­
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.