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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

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Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Juni 1883. 
im dortigen Sommer ungleich seltener als im Winter aufzutreteu scheinen, ver 
ursachten durch ihr Fehle« auch hier bei „Okeia“, dafs, obgleich 80° W-Lg 
schon am 20. November erreicht worden war, 50° S-Br in 80,8° W-Lg doch 
nicht eher als am 1. Dezember wieder überschritten werden konnte. Südlich 
von diesem Parallele waren 23 Tage zugebracht worden. Unter den während 
dieser Zeit beobachteten Stürmen war der heftigste jener am 21. und 22. November, 
in der Nähe von 57,5® S-Br und 80° W-Lg auftretende. Derselbe wehte zuerst 
aus N, später aus W und war von einem niedrigsten Barometerstände von 
734,2 mm begleitet. 
Sehr stürmisches Wetter fand »Okeia* gleich nördlich von 50° S-Br. 
Es war dort daher auch anfänglich kaum möglich, nach Norden hin vorz«rücken, 
und gelang dies erst, nachdem am 3. Dezember der nach SW umlaufende Wind 
mäfsiger geworden war. Nachdem dieses geschehen war, rückto die Bark in 
rascherer Weise vor, bis zum Schlüsse der, durch die am 10. Dezember er 
folgende Ankunft im Bestimmungshafen endenden Reise. Die Dauer derselben 
betrug von Lizard ab 100 Tage. Im Grofsen Oceau war 40° S-Br in 77° W-Lg 
am 6. Dezember geschnitten worden. 
Nach geschehener Entlöschung der Ladung versegelte „Okeia“ nach 
einem etwa 40 Sm südlich von Valparaiso gelegenen Platze namens San Antonio; 
und nachdem die Bark dort aufs Neue mit Weizen beladen worden war, ging 
sie am 21. Februar wieder in See, um nach einem englischen Orderhafen znrüek- 
zukehren. Man segelte bei den aus südlicher Richtung wehenden Winden über 
St. B.-Bug, bis das Schiff am 28. Februar nach 33,3° S-ßr in 83,6° W-Lg ge 
langt war. In der Nähe diesos Punktes wurde bei SW-Wind gewendet und 
ein südöstlicher Kurs verfolgt. Da der Wind später jedoch noch wieder für 
längere Zeit aus S und SE wehte, mufste abermals Süd westwärts gesegelt 
werden. Erst südlich von 42° S-Br stellten sich nördliche und westliche Winde 
ein, hei denen die Reise einen rascheren Verlauf nahm. Eine Unterbrechung 
derselben wurde wieder durch die am 17. und 18. März, in der Nähe von 
53® S-Br und 81° W-Lg, wehenden stürmischen Ostwinde verursacht. Nach 
dem sich dieselben gemäfsigt batten, folgte auf sie am 19. März ein kräftigor 
Nordwind, der sich bald nach W veränderte, uDd von dem die Bark bis zum 
23. März zur Länge dos Kap Horn geführt wurde. Der 23. März war der 30. 
bis dahin auf See zugebrachte Tag. Während dieser Zeit hatte man: 40® S-Br 
in 86,4 W-Lg am 9. März und 50° S-Br in 83,2° W-Lg am 15. März geschnitton. 
Auf den heftigen Weststurm, bei welchem „Okeia“ das Kap Ilorn passirte, 
folgten später im Südatlantischen Oeean noch mehrere andere Stürme von 
ungewöhnlicher Stärke, so dafs infolge dessen die Fahrt über dieses Meer 
eine sehr unruhige und mühsame wurde. Unter diesen Stürmen zeichneten sich 
besonders zwei durch die fast orkanartige Gewalt derselben aus, und werden 
dieselben deswegen hier kurz beschrieben. Der erste wehte am 28. und 
29. März, in der Nähe von 51° S-Br und 51° W-Lg. Er begann aus WNW 
und wehte, nachdem der Wind bei einem niedrigsten Barometerstände von 
727,9 mm umgespruugen war nach SW, aus dieser Richtung orkanartig. Vor 
dem Sturme wurde wiederholtes Blitzen beobachtet. Der zweite Sturm wurde 
von „Okeia“ am 31. März uud 1. April unweit 49° S-Br und 45,5® W-Lg über 
standen. Kapt. Nissen beschreibt denselben, als vollen Orkan, wie er einen 
ähnlichen während seiner 19jährigen Fahrzeit als Kapitän nicht erlebt habe. 
Er wehte aus WNW und W. Während seiner Dauer wurde ein niedrigster Baro 
meterstand von 726,7mm abgelesen. Auch vor diesem Sturme wurde anhaltendes 
Blitzen beobachtet, und die nach dem Sturm auftretenden Hagelböen, welche 
Hagelkörner von Haselnufsgröfse enthielten, waren ebenfalls von Blitz und 
auch von Donner begleitet. Das zur Zeit der gröfsten Windstärke platt auf 
Seite liegende Schiff verlor in diesem Sturme das Grofsmarssegel und erlitt 
viele andere Beschädigungen. Nachdem der Sturm sich gemäfsigt hatte, hielt 
sich der Wind für längere Zeit in westlicher Richtung, so dafs man nun in be 
friedigend rascher Weise nach Norden hin fortschreiteu konnte. Nördlich von 
25° S-Br herrschten schon östliche und nordöstliche Winde vor, doch traf man 
nicht ehr als am 25. April, in etwa 15,7® S-Br und 29,1° W-Lg, den beständigen 
Passat an. Als dieser kräftig wehende Wind die Bark bis nach 1° S-Br ge 
führt hatte, wurde derselbe flau und unbeständig. Am 2. Mai ging „Okeia“ bei
	        
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