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Volltext : 52, 1933/34

Fritz  Wagner:  Die  meteorol.  Beobachtungen  während  der  Einweisungsfahrt  für  die  Höhen  windmeßstelle  F  29

Passage  der  Insel  auf  dem  Peilkompaßdeck  gemessen  worden  sind.  In  Luv  der  Insel  müssen
die  Luftmassen  gestaut  sein,  und  die  gestauten  Luftmassen  fließen  seitlich  und  beschleunigt  ab.
Im  weiteren  Fahrtverlauf  verringert  sich  die  Windgeschwindigkeit,  da  mit  zunehmender  Entfernung
  von  der  Insel  auch  die  Stau  Wirkung  nachläßt;  um  13 h 30 m  ist  die  Geschwindigkeit  auf
etwa  11  m/sec  gesunken,  und  die  Windrichtung  lenkt  immer  mehr  in  die  ungestörte  Strömungsrichtung
  ein.  Gegen  13 h 30 m  sinkt  die  Geschwindigkeit  unter  10  m/sec,  und  bei  der  nachträglichen ­
  Stichprobenmessung  von  14 h 29 m  bis  14 h 34 m  wird  durchschnittlich  eine  NNW-Strömung
von  8  bis  9  m/sec  angetroffen.  Dies  dürfte  schon  die  ungestörte  Strömung  sein,  die  auch  innerhalb ­
  der  Beobachtungsgenauigkeit  mit  der  Höhenwindmessung,  Pilot  74,  um  15 h 15 m  übereinstimmt.
Der  Kurs  der  „Sierra  Ventana“  hat  das  Stromfeld  um  die  Insel  unter  einem  spitzen  Winkel
im  Vergleich  zu  der  ungestörten  Strömung  geschnitten,  und  es  konnten  in  den  verschiedenen
Zonen  des  Stromfeldes  nacheinander  Beobachtungen  angestellt  werden,  die  wohl  ohne
Bedenken  als  gleichzeitige  Beobachtungen  in  einem  stationären  Stromfeld  aufgefaßt
werden  können.  Während  der  Dauer  der  Vorbeifahrt  wird  sich  die  Anströmungsrichtung  der
Insel  nicht  wesentlich  geändert  haben.  Wenn  man  die  letzten  Beobachtungen  als  stichhaltig  für
die  ungestörte  Strömung  annimmt,  dann  ist  ihre  Richtung  am  Boden  etwa  NNW,  mit  der  Höhe
erfolgt  eine  langsame  Rechtsdrehung  des  Windes  auf  NNE.  Aus  der  Entwicklung  der  Wetterlage ­
  ist  zu  entnehmen,  daß  im  ganzen  für  die  Luftbewegung  eine  Rechtsdrehung  vorhanden  ist,
so  daß  beim  Beginn  der  Messungen  alle  Richtungen  wohl  ewas  westlicher  als  am  Schluß  der
Beobachtungen  angenommen  werden  können.  Jedoch  wird  sich  diese  Winddrehung  nur  in  sehr
engen  Grenzen  gehalten  haben.
Aus  den  Windmessungen  lassen  sich  zwanglos  die  verschiedenen  durchfahrenen  Zonen  des
Stromfeldes  abgrenzen.  Sie  sind  in  die  Übersichtszeichnung,  Abbildung  6,  eingetragen.  Trotz  des
spitzen  Kurswinkels  handelt  es  sich  nur  um  einen  „Querschnitt“  durch  das  Stromfeld,  und  es  ist
mir  sehr  wenig  aus  den  Beobachtungen  über  die  Längenausdehnung  der  einzelnen  Strömungszonen ­
  auszusagen.  Um  das  Stromfeld  in  seiner  ganzen  Ausdehnung  erfassen  zu  können,  müssen
mehrere  „Querschnitte“  in  verschiedenem  Abstand  von  der  Insel  gelegt  werden.
b)  Beobachtungen  des  Luftdruckes  an  der  Insel  Palma.
Die  große  Ausdehnung  der  einzelnen  Strömungszonen  und  die  Verschiedenartigkeit  der
Strömungen  läßt  vermuten,  daß  erhebliche  Kräfte  vorhanden  sein  müssen,  um  diese  Bewegungen
hervorzurufen.  Einen  gewissen  Anhaltspunkt  für  die  Kräfteverteilung  in  dem  durch  die  Insel
gestörten  Stromfeld  kann  durch  die  Luftdruckbeobachtungen  erhalten  werden.  Um  aber  daraus
das  ganze  Kraftfeld  ableiten  zu  können,  ist  noch  mehr  als  zu  der  Feststellung  des  ganzen  Stromfeldes ­
  die  Druckbeobachtung  auf  verschiedenen  Querschnitten  notwendig.  Trotzdem  lassen  sich
aber  aus  den  Beobachtungen  des  einen  Querschnittes  einige  interessanteFeststellungen  entnehmen.
Während  für  die  Betrachtung  des  Stromfeldes  die  Beobachtungen  mit  hinreichender  Genauigkeit ­
  als  gleichzeitig  angesehen  werden  konnten,  ist  dies  bei  den  Druckbeobachtungen  nicht  mehr
der  Fall,  weil  der  tägliche  Luftdruckgang  in  den  Breiten  der  Kanarischen  Inseln  noch  viel  zu
stark  ausgeprägt  ist.  Der  Wert  der  Amplitude  des  täglichen  Luftdruckganges  ist  von  der  gleichen
Größenordnung  wie  die  Druckstörungen  bei  der  Insel.  Deshalb  ist  es  zweckmäßig,  ihn  bei  der
Darstellung  des  Druckverlaufes  während  der  Inselpassage  zu  berücksichtigen,  indem  er  aus  den
Druckbeobachtungen  eliminiert  wird.  Die  Amplitude  des  täglichen  Ganges  ist  aus  den  Druckbeobachtungen ­
  zwischen  20°  und  35°  N.  Br.  bestimmt  worden,  die  10-Minuten-Werte  sind  aus
der  ausgeglichenen  graphischen  Darstellung  der  Stundenwerte  entnommen  worden  (siehe  S.  22).
Die  aus  der  Registrierung  erhaltenen  und  auf  den  Quecksilberbarometerstand  reduzierten  Luftdruckwerte ­
  sind  neben  den  Amplituden  des  täglichen  Luftdruckganges  und  den  von  dem  Luftdruckgang
  befreiten  Luftdruckwerten  in  der  allgemeinen  Tabelle  der  Beobachtungen,  Seite  50,
mitgeteilt.  Der  folgenden  Erörterung  liegen  diese  korrigierten  Luftdruckwerte  zugrunde.
            
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