Das Klima Helgolands.
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Phänomene gewöhnlich die Gewitter begleiten, — Die Gewitter, welche im
Verhältnifs zur Nordseeküste selten sind, haben ihr Maximum, nicht wie sonst
im Juli, sondern im August — wohl im Zusammenhang mit dem jährlichen
Wärmegang; ihr nicht seltenes Auftreten in der kalten Jahreszeit ist im Einklang
mit der gleichen Erscheinung in unseren Küstenländern.
Wind.
Die Kenntnifs der Windverhältnisse auf Helgoland ist insofern von be-
sonderem Werthe, als sie nicht wie meist bei Küsten- und Binnenlandstationen
durch Höhenzüge, Wasserläufe, Waldkomplexe und Häuserreihen oder durch die
Beziehung von Meer und Land beeinflulst sind, sondern gemäfs der Insellage
unverfälscht das Windregime einer grofsen Fläche, des südöstlichen Theiles der
Nordsee, wiederzuspiegeln vermögen. Freilich aber nur dann, wenn man vor-
auszusetzen. berechtigt ist, daß in der Wahl des Beobachtungsplatzes auf der
Insel kein Miksgriff gethan ist! Denn man darf nicht vergessen, dafs der hier
in Frage kommende Haupttheil der Insel, das „Oberland“, der in seiner Grund-
form ein dreiseitiges Prisma bildet, unvermittelt 40 bis 50m hoch aus dem
Meere emporsteigt. In unmittelbarer Nähe der Kante kann daher nicht nur die
herrschende Windrichtung je nach der Streichungsrichtung jener Kante abgelenkt
werden, sondern es kann noch mehr die Windstärke durch einen schon vielfach
beobachteten Stauvorgang in verringerndem Sinne vollkommen abgeändert werden:
am Rande einer Felswand hat man nicht selten Windstille beobachtet, wenn
starker Wind gerade auf die Wand blies und durch den Auftrieb der angestauten
Luft der Standpunkt überweht wurde. Bei dieser Ueberlegung darf man bei-
spielsweise die Aufstellung der Windregistririnstrumente seitens der englischen
meteorologischen Gesellschaft auf dem „alten Feuerthurm“ nicht gerade die
günstigste nennen; ein Platz mehr nach der Mitte der Insel zu ist den -all-
gemeinen wirklichen Zuständen besser ausgesetzt. Daher dürften auch die Au-
gaben der nahe mitten im Orte befindlichen preufsischen Station den natürlichen
Verhältnissen bei Weitem näher kommen, als jene Registrirungen.
Nach den Beobachtungen an den drei Terminen stellt sich nun folgende
Vertheilung der Windrichtungen heraus:
Tabelle XIII
Häufigkeit der dreimal täglich beobachteten Windrichtungen (1875/89).
wW NW
‘6,4 2,6 2,5
-2,6 7,5 ‚3
6,7 14,2 „1
dat 9,3 10,1 ‚7
Pu „3,4 14,2 ‚7
8.4 12,7 18,3 „8
14,5 20,3 18,4 6
13,2 18,2 17,9 3,7
16,4 14,1 12,9 4,5
16,5 11,4 13,3 1,7
22,8 10,7 7,2 1,8
21,7 15,9 11,5 1,7
1862 1723 151 38.6
a
Januar
Februar
März
April
Mai
Juni
Juli
August
September
Oktober
November
Dezemher
Jahr
46
4,2
6,9
10,1
12,0
15,8
12,9
a3
3,1
1,7
6,5
42
102,6
7
14,3
10,3
4,5
5,8
8,0
8,3
8,2
8,7
103.1
Vertheilung in Pracenten.
Januar
Februar
März
April
Mai
Juni
Juli
August
September
Oktober
November
Dezember
Jahr
>
x
1°
1!
1°
10
8
8
7
5
93.“
Ö
ia
1
21
21
5
EN
DE
1
1‘
16
5
1
1° 9 ;
+ 15 12 10 18
9 12 12 13 25
9 11 10 11 23
94 12.4 9,7 8, 17.1
17
15
3
A)
10
9
15
71
z
}
15
0
>» PA
MA 19
16 14
12 14
12 8
17 12. 2
15,7 142 35