der Kapstadt am 6. Jauuar 1882 auf 49° 30' S-Br und 40° W-Lg sechzehn
gxofse Eisberge gesehen; bald darauf trat ein dichter Nebel ein, welcher vier
Tage anhiolt, so dafs das Schiff nur mit grofser Vorsicht weiter segeln konnte.
8. Flaschenpost. 1) Von S. M. S. „Elisabeth“ wurde am 28. Oktober
1881 um l h Nachmittags auf der Reise von Plymouth nach Madeira in 43° 55'
N-Br und 12° 18' W-Lg eine mit Sand beschwerte Flasche über Bord geworfen;
diese Flasche ist am 16. Januar d. J. au der Küste von Toul (Westküste von
Frankreich), innerhalb des Gemeinde-Bezirks von Fouesnant, von einem Post
agenten gefunden und an den Zollbeamten von Fouesnant abgegeben worden.
Die Flasche hat, wenn solche direkt beim Antreiben gefunden worden
ist, in ca 80 Tagen 439 Sm in der Richtung rw. N 60° 40' 0 zurückgelegt,
mithin ca 5,5 Sm den Tag.
2) Von S. M. S. „Luise“ wurde am 16. Oktober 1881 um 12'/-' h Mittags,
auf der Reise von St. Vincent nach Bahia, in 2° 56'S-Br und 29° 40'42" W-Lg
eine mit Sand beschwerte Flasche über Bord geworfen. Diese Flasche ist am
18. Januar d. J. um 7 h Morgens von dem Chief Warden Arthur Wells in der
Anw-Bucht, an der Südküste der Insel Trinidad, in ungefähr 10° 5' N-Br und
61° 40' W-Lg aufgefunden worden.
Die Flasche hat danach, wenn solche sofort beim Antreiben gefunden
worden ist, in 9ü 3 /4 Tagen 844 Sm in der Richtung rw. N 67° 44' W zurück
gelegt, mithin ca 9 Sm den Tag oder 0,4 Sm die Stuude.
3) (D. S.) Durch Vermittelung des Herrn S. C. de Chabert in St. Croix
und des Deutschen Konsulates in St. Thomas (Westindien) ist der Seewarte
ein Flaschenpostzettel zugegangen, welcher von dem deutschen Dampfer
„SakkarahKapt. B. H. W. Danielsen, auf der Reise von St. Vincent (Kap
Fmfe-lnselu) nach Havre am 3. April 1881 auf 29° 7' N-Br und 19° 32' W-Lg
über Bord geworfen und am 28. Januar 1882 bei der Insel St. Croix, in
17° 44,5' N-Br und 64° 42' W-Lg, von dem Arbeiter James Martin auf
gefunden wurde.
Unter den bekannten Voraussetzungen hat die Flasche in 300 Tagen
2660 Sm nach WSW 5 /sW zurückgelegt.
4) (D.S.) Durch Vermittelung des Herrn Kielland, Prediger zu Brönö,
und des meteorologischen Institutes in Chrktiania ist der Seewarte ein Flaschen
postzettel zugegaugeu, welcher von der deutschen Bark „Godcjfroy“, Kapitän
A. W. Thielmann, auf der Reise von Tongatabu (Samoa-Inseln) nach Queens-
town am 25. Februar 1881 auf 40° 0' N-Br und 32° 20' W-Lg über Bord go-
worfen und am 21. Jauuar 1882 am Vaagstrande bei Vig, zum Kirchspiel Brönö
(an der Westküste von Norwegen) gehörig, aufgefundeu wurde.
Unter den bekannten Voraussetzungen hätte die Flasche auf dem Wege
Nord um Schottland in 330 Tagen etwa 2200 Sm zurückgelegt.
Gedruckt und in Kommission bei K. S. Mittler & Sohn.
Königliche Hofbuchhandlung.
Kochstrafse 69/70.