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Full text: 51, 1932

Rudolf Geiger und Fritz Wagner: Höhenwinde vor der westafrikanischen Küste 
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6000 m setzt die Westströmung gleich mit einer Geschwindigkeit von 9 m/sec ein, sie nimmt mit 
der Höhe noch weiter zu bis auf 16 m/sec. 
Der gleiche Zug der Windverteilung ist auch bei Feld X zu finden, jedoch nicht in ganz so 
klarer Form. In zwei Fällen läßt sich die Nord- bis Nordostströmung bis 9000 m Höhe ver 
folgen. Wegen der geringen Beobachtungsanzahl in der Höhe kommt es daher nicht zu der 
ausgesprochenen Betonung der westlichen Winde oberhalb 5000 m. 
Bei den nächsten Feldern VI, VII und XI liegt die obere Begrenzung der Ostströmung fast 
in der gleichen Höhe bei 6000 m, auch dort finden sich oberhalb von 8000 m hauptsächlich Winde 
aus Nordwest und West, östliche Winde sind nicht mehr vertreten. Die Geschwindigkeit der 
Westströmung erreicht oberhalb von 12 000 m Höhe Werte weit über 20 m/sec. 
Südlich von 10* N. Br. war an der Küste oberhalb von 6000 m schon reiner Westwind fest 
gestellt worden, aber weiter seewärts in Feld XII, zwischen 25* und 30° W. Lg., ist die Herr 
schaft der Westwinde noch nicht beobachtet worden. Dort herrscht oberhalb der Ostströmung 
von 1000 bis 3000 m nur Nordost und Nordwind, Die Geschwindigkeit dieser hohen Nordost 
strömung ist genau so groß wie die der unteren Schichten, nur zwischen 4000 und 7000 m ist 
sie etwas geringer. 
Die Beobachtungen der auf freier See gelegenen Felder X, XI, XII zeigen alle eine höhere 
Erstreckung der Ost- bis Nordostströmung als die Beobachtungen an der Küste, die in diesen 
Breiten nur von der 13. Forschungsfahrt stammen. Die Küstenbeobachtungen sind alle im 
November angestellt, während sich die verwandten Beobachtungen von den Handelsschiffen 
auf die Monate September bis November verteilen. Nun verlagert sich während des Herbstes 
die tropische Tiefdruckrinne von etwa 10® N. Br. bis fast zum Äquator und mit ihr das ganze 
System der tropischen Ostwinde. 
Diese Verlagerung kommt in der verschiedenartigen Verteilung der Höhenwinde in den 
östlichen und in den westlichen Feldern zum Ausdruck. 
Wie rasch die Verlagerung der tropischen Ostströmung nach Süden vor sich geht, kann man 
aus den Beobachtungen der 10. Forschungsfahrt der Deutschen Seewarte 28 nach Westafrika im 
Januar und Februar 1929 entnehmen. In der winterlichen Jahreszeit bei dieser Reise wurde 
bis 8°N. Br. noch nicht die tropische Ostströmung in der Höhe angetroffen. Ob diese Beob 
achtungen der einen Reise allgemeine Bedeutung haben, wird man erst nach der Heranziehung 
anderer winterlicher Beobachtungen aus diesen Breiten feststellen können. 
6. Die Höhenerstreckung der eigentlichen Passatströmung. 
Die Ergebnisse, die aus den Mittelwerten der Höhenwindbeobachtungen abgeleitet worden 
sind, sollen noch durch Angaben ergänzt werden, bei denen die Windverteilung in den Einzel 
aufstiegen zur Geltung kommt. Aus den Mittelwerten hatte sich ergeben, daß die Wind 
verteilung in den unteren Schichten eine ausgesprochene Schichtung aufweist. Bei der Durch 
sicht der Einzelaufstiege zeigte sich jedoch, daß die Art der Schichtung im Einzelfall sehr von 
den mittleren Verhältnissen abweichen kann. Um einen Überblick über die verschiedene Art 
der vertikalen Windverteilung bis zu 2500 m Höhe zu bekommen, wurden die Höhenwind 
beobachtungen in drei Gruppen eingeteilt: 
88 B. Eckardt und P. Lühe: Ergebnisse von Höhenwindmessungen auf dem Ostatlantiseben Ozean längs der 
westafrikanischen Küste, Januar und Februar 1929. Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte, 51. Band, 
Nr. 1, 1932.
	        
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