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Full text: 51, 1932

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Rudolf Geiger und Fritz Wagner: Höhenwinde vor der westafrikanisehen Küste 
Die obere Begrenzung des Monsun zwischen Dakar und Conakry liegt im Durchschnitt bei 
750 m Höhe. Beim Übergang vom Monsun zu der darüberliegenden Ostströmung konnte kein 
bestimmter Drehsinn als vorherrschend festgestellt werden. 
Die Rückreise auf D. „Wigbert“ ging schneller vonstatten, weit keine afrikanischen Häfen 
mehr angelaufen wurden; darum ist die Anzahl der Aufstiege geringer als bei der Ausreise. Die 
Höhenwindmessung Nr. 39 am 10. November fand ungefähr auf der gleichen Breite statt, auf 
der fünf Tage früher der Aufstieg Nr. 34 stattgefunden hatte. Die Strömungsgrenzen wurden 
in den gleichen Schichten angetroffen, doch sind die Geschwindigkeiten sowohl in der Harmattan- 
schicht als auch in der hohen Westströmung geringer. 
Aufstieg Nr. 45 am 12. November entspricht dem Aufstieg Nr. 24 der Ausreise am 29. Ok 
tober. Hier liegt jetzt die obere Begrenzung der Ostströmung um zirka 1000 m tiefer, und ihre 
Geschwindigkeit ist wesentlich geringer, während die hohe Westströmung annähernd die gleiche 
Geschwindigkeit aufzuweisen hat. 
Die geographische Breite des Aufstieges Nr. 48 deckt sich ungefähr mit der des Aufstieges 
Nr. 22 der Ausreise. Bei Nr. 48 erreicht die untere Ostströmung eine Höhe von 4200 m im 
Gegensatz zu der geringen Höhe von 1000 m bei Nr. 22. Auf der Rückreise haben wir also bei 
20" N. Br. nicht den plötzlichen Sprung in der Vertikalerstreckung der Ostströmung angetroffen, 
er scheint aber doch vorhanden zu sein, denn bei Aufstieg Nr. 49 wurde die obere Begrenzung 
der Ostströmung in 2700 m angetroffen. Allem Anschein nach liegt zwischen 17° und 22" N. Br. 
eine ausgesprochene Grenze zwischen zwei ganz verschiedenen Strömungssystemen, die inner 
halb der Grenzen pendelt. Damit im Einklang steht auch das sprunghafte Ansteigen der 
Mächtigkeit der Ostströmung, die bei der kurzen Aufstiegsreihe in Port Etienne festgestellt 
worden ist. (Siehe Seite 28.) 
Trotzdem die Wetterlage am 13. November über dem Atlantik sehr große Gegensätze auf 
weist; ein Hoch über 1040 mb über Frankreich und ein Tief unter 995 mb auf 35° N. Br. und 
42° W. Lg., ist von ihrer besonderen Einwirkung auf die Strömungsverhältnisse bei Kap Blanco 
noch nichts zu verspüren. Doch am 14. November macht sich der Abbau des kontinentalen 
Hochdruckgebietes und seine Verlagerung nach Südwesten schon bemerkbar, indem jetzt die 
Winde in der Höhe weiter nach Nord drehen. Dieses ist am nächsten Tage noch ausgesprochener 
an Aufstieg Nr. 51 auf 23" N. Br. zu erkennen, in dem die angedeuteten Luftdruckverhältnisse ein 
wesentlich anderes Stromfeld in der Höhe erzeugen, als bei Aufstieg Nr. 19 am 27. Oktober 
angetroffen wurde. Hier herrscht jetzt bis zur Maximalhöhe von 6000 m eine Ost- bis Nordost 
strömung, die früher beobachtete Passatschichtung ist nicht einmal angedeutet. Am 16. November 
tritt das Hochdruckgebiet auch auf den afrikanischen Kontinent über. Es hat nun zwei Kerne 
von je 1030 mb über Spanien und Marokko, dazwischen erstreckt sich von den Kanarischen Inseln 
bis nach Sardinien eine flache Tiefdruckrinne. Der Aufstieg Nr. 55, der nördlich von Gran Canaria 
angestellt wurde, zeigt unter dem wechselnden Einfluß der beiden Hochdruckgebietskerne einen 
sehr unregelmäßigen Aufbau der Strömung in der Höhe an. Auf der Südseite des an Mächtigkeit 
verlierenden Hochdruckgebietes ergibt am 17. November Aufstieg Nr. 58 eine stetige nordöst 
liche Strömung vom Boden bis zur Maximalhöhe von 6000 m. Dieser Strömungszustand ändert 
sich nun rasch bei den nächsten Aufstiegen. Bei der Höhenwindmessung Nr. 59, die auf 34° N. Br. 
gemacht wurde, erstreckt sich die Nordostströmung nur bis 3200 m, also durchaus noch das 
Strömungssystem des Hochdruckgebietes, darüber tritt aber eine Nordwestströmung mit zu 
nehmender Geschwindigkeit auf, die darauf deutet, daß sich in der Höhe das Druckgefälle unter 
dem Einfluß der großen atlantischen Depression umzukehren beginnt. Aufstieg 60 vom selben 
Tag zeigt den gleichen Aufbau der Strömung in weiterer Entwicklung: die Nordostströmung
	        
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